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Impfen: Viele Dresdner wollen, doch Termine fehlen oft

Seit diesem Mittwoch gelten neue Regeln. Davon sollen viele neue Gruppen in Dresden profitieren. Ein Impfstoff wird beliebter.

Dieser Pieks soll jetzt für weitere Gruppen möglich sein. Doch die Dresdner Kapazitäten sind ausgereizt.
Dieser Pieks soll jetzt für weitere Gruppen möglich sein. Doch die Dresdner Kapazitäten sind ausgereizt. © Christopher Neundorf/dpa (Symbolfoto)

Dresden. Die Telefone in den Dresdner Arztpraxen stehen nicht mehr still. Seit das Sächsische Sozialministerium am Dienstag erklärt hat, dass sich nun auch weitere Menschen gegen das Coronavirus impfen lassen können und die Priorisierung für den Astrazeneca-Impfstoff in den Hausarztpraxen aufgehoben ist, wollen viele Dresdner diese neuen Möglichkeiten nutzen.

Wer ist jetzt dran?

Die Liste der Dresdner, die sich jetzt impfen lassen können, ist lang. Es gehören unter anderem Menschen dazu, die im Lebensmitteleinzelhandel und in der Kinder- und Jugendhilfe tätig oder Mitglieder von Verfassungsorganen sind. Darüber hinaus bekommen nun auch weitere Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen – wie Asthma oder Herzinsuffizienz – ein Impfangebot.

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Andreas Rieger, Sprecher der Sparkasse, bestätigt, dass rund 1.000 Mitarbeiter in den Dresdner Sparkassen zur Gruppe 3 gehören. "Wir haben heute alle Mitarbeiter mit direktem Kundenkontakt an den Schaltern informiert, dass sie sich die entsprechenden Bestätigung vom Arbeitgeber abholen können."

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Auch 82 Mitarbeiter im Dresdner Zoo fallen in diese Gruppe, erklärt eine Sprecherin. Dazu kommen Tausende Beschäftigte im Lebensmitteleinzelhandel. Allein die Discounterkette Aldi betreibt in Dresden 23 Märkte mit 270 Mitarbeitern. "Wir rechnen mit einem hohen Interesse an den Impfungen unter unseren Kolleginnen und Kollegen" teilt Aldi-Nord-Sprecher Christian Salmen auf SZ-Anfrage mit. Die Mitarbeiter werden jetzt intern darüber informiert, was rund um den Impfstart wichtig ist.

Wie hoch die Impfbereitschaft beim Personal in den Dresdner Rewe-Filialen ist, könne das Unternehmen nicht einschätzen, so Sprecher Thomas Bonrath. Das wird auch nicht abgefragt, jeder Mitarbeiter entscheidet selbst, ob er sich gegen das Virus impfen lässt oder nicht. Gut 730 Mitarbeiter beschäftigt die Rewe Markt GmbH in der Landeshautstadt.

Gibt es freie Termine?

In die Freude vieler Dresdner, dass die Impfung nun für eine weitere Prioritätsgruppe geöffnet wird, mischte sich Enttäuschung beim Blick auf die Buchungsseite des Freistaates für die Impftermine. In fast allen Städten, so auch in Dresden, wurden Stand Mittwochnachmittag bis zum 4. Mai keine freien Termine angezeigt. "Das liegt aber nicht an fehlendem Impfstoff, sondern an der Auslastung der Kapazitäten in den Impfzentren", so DRK-Sprecher Kai Kranich.

Das Dresdner Impfzentrum sei derzeit zu 97 Prozent ausgelastet, so Kranich am Dienstagabend. Rund 1.500 Termine finden dort täglich statt. So sieht es auch im Umland aus. Kranich rechnet ab Anfang Mai mit neuen Terminen. Er ruft die Dresdner noch einmal dazu auf, nach Terminen auch im Umland, etwa in Riesa oder Pirna, zu schauen. Die Landesärztekammer und das DRK haben aber ab Mittwochabend neue Termine in den Impfzentren in Aussicht gestellt.

Wie läuft es in den Hausarztpraxen?

Eine Flut von Anfragen, ob telefonisch oder per Email, überrollt seit diesem Mittwoch die Hausarztpraxis von Thomas Pfeiffer und Alexander Schütte im Blasewitzer Ärztehaus am Blauen Wunder. Dort wurden als Pilotpraxis schon ab März Impfungen gegen Covid 19 mit Astrazeneca angeboten. Ging das Interesse zwischenzeitlich zurück, weil die Patienten durch die ständig veränderten Empfehlungen zum Impfstoff verunsichert waren, ist es jetzt enorm stark. "Vor allem jüngere Männer unter 60 melden sich, die möglichst schnell geimpft werden wollen", sagt Thomas Pfeiffer.

Weil dennoch nicht alle Patienten diesen Impfstoff möchten, hat er auch Biontech-Dosen bestellt. Für ihn wäre es wichtig, definitive Zusagen zu bekommen, wie viele Dosen von welchem Hersteller die Praxis in den nächsten Wochen erhält. Bisher müsse immer wieder umgeplant werden, weil sich die Anzahl ändert und bereits geplante Termine verlegt werden müssen.

Zutiefst dankbare Patienten, vor allem bei Hausbesuchen, erlebt WoIfram Edelmann in der überörtlichen Gemeinschaftspraxis im Dresdner Norden. Sie seien froh, endlich geimpft werden zu können. Allerdings sei die Zurückhaltung beim Impfstoff von Astrazeneca sehr hoch. "Ich habe in der vergangenen Woche nicht geimpft, weil ich da nur Biontech-Dosen erhalten hätte, wenn ich die gleiche Anzahl Astrazeneca mit abgenommen hätte", sagt Edelmann. Dieses Risiko, auf dem Impfstoff sitzen zu bleiben, sei ihm zu hoch gewesen. Also hat er nichts bestellt.

Für die kommende Woche sollen die drei Ärzte der Praxis jeweils acht Flaschen Biontech bekommen. "Bei uns Hausärzten läuft jetzt sehr viel zusammen, vor allem auf dem Gebiet der Beratung. Über die neuen Regelungen habe ich aus den Medien erfahren. Jetzt wird es einen neuen Ansturm geben", ist Edelmann sicher.

Wie viele Dresdner sind schon geimpft?

Im Impfzentrum Dresden und von den mobilen Teams wurden seit Beginn bis Stand Dienstag dieser Woche rund 100.500 Impfungen durchgeführt, teilt das Sächsische Sozialministerium mit. Rund 32.000 Menschen bekamen schon ihre zweite Impfdosis.

Im Städtischen Klinikum sind 58 Prozent der Mitarbeiter geimpft. Das entspricht etwa 2.200 Mitarbeitern, die bereits den vollständigen Impfschutz haben. 500 weitere Impfwillige konnten mangels Impfstoffs bisher noch keinen Schutz erhalten.

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