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Kreis Görlitz: Kita-Öffnungen entscheiden sich am Dienstag

Der Inzidenzwert liegt den vierten Tag hintereinander über 100. Den Kitas droht ab nächster Woche die Schließung.

Für die Kitas wird dieser Dienstag ein wichtiger Tag.
Für die Kitas wird dieser Dienstag ein wichtiger Tag. © Sina Schuldt/dpa (Symbolbild)

Die großen Unterschiede zwischen dem 7-Tage-Inzidenzwert beim Robert-Koch-Institut und dem Landkreis Görlitz sind vorerst wieder Geschichte.

Am heutigen Montag liegen sie fast gleichauf. Während das RKI die Inzidenz am Morgen mit 166 angab, berechnete das Kreis-Gesundheitsamt 167. Klar ist damit, dass der Inzidenzwert den vierten Werktag hintereinander über 100 liegt. Ist das auch am Dienstag noch der Fall, müsste der Freistaat über die Schließung der Kitas ab nächster Woche entscheiden. So sieht es die Corona-Verordnung des Landes vor.

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Geschäfte, die nicht Sortimente des täglichen Bedarfs verkaufen, Kosmetik-, Tattoo- und Nagelstudios sowie Tierparks und Museen müssen bereits ab diesem Dienstag wieder im Landkreis Görlitz schließen. Auch gelten nun wieder Ausgangsbeschränkungen am Tage und ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit.

Stephan Meyer: Maßnahmen ohne Akzeptanz sind wirkungslos

Zugleich mehren sich auch die Äußerungen von Landespolitikern, die ein differenziertes Vorgehen statt allgemeine Schließungen fordern. CDU-Landtagsabgeordneter Stephan Meyer aus Oderwitz beispielsweise erklärt, dass "mit negativem Testergebnis, digitaler Nachverfolgung und Hygienemaßnahmen das gesellschaftliche Leben wieder stattfinden dürfen muss". Er mahnt, dass Maßnahmen nicht mehr von der Bevölkerung akzeptiert werden, wenn sie nicht als angemessen wahrgenommen werden. "Maßnahmen, die nicht mehr von der Bevölkerung verstanden werden, verlieren ihre Wirksamkeit. Aus meiner Sicht sind wir an diesem Punkt und müssen politisch zeitnah handeln."

Meyer stützt damit die Position des Görlitzer Landrates Bernd Lange, der in der vergangenen Woche forderte, sich nicht mehr an den reinen Inzidenzwerten zu orientieren, sondern auch die Lage in den Kliniken und die Schwere der Erkrankungen in einem Risikowert abzubilden.

Coronafälle in 24 Schulen und 23 Kitas

Labore und Praxen meldeten dem Kreis-Gesundheitsamt bis Sonntagabend sieben Neuinfektionen, drei mehr als in der Vorwoche. Montags liegen die Zahlen immer besonders niedrig, weil übers Wochenende wenig getestet wird. Derzeit befinden sich 477 Einwohner des Kreises mit einem positiven Coronatest zu Hause in Quarantäne, 1.177 Menschen müssen sich ebenso zu Hause aufhalten, weil sie als Familienangehörige oder enge Arbeitskollegen als Kontaktpersonen 1. Kategorie gelten.

550 dieser Kontaktpersonen kommen aus dem Umfeld von Schulen oder Kitas, in denen Coronafälle aufgetreten sind, teilt das Landratsamt mit. Zudem registrierte es 36 Coronafälle in Schulen und 43 in Kitas und Horten, dabei trat der britische Corona-Typ achtmal bei den Fällen in den Schulen auf, 13 Mal in den Kitas.

Coronafälle wurden in 24 Schulen und 23 Kitas oder Horten im Kreis Görlitz verzeichnet. Das betrifft Einrichtungen in Bertsdorf-Hörnitz, Gablenz, Görlitz, Groß Düben, Kodersdorf, Löbau, Neißeaue, Neusalza-Spremberg, Reichenbach, Olbersdorf, Königshain, Kodersdorf, Seifhennersdorf, Weißwasser, Großschönau und Zittau.

Mutation verbreitet, stabile Situation in den Kliniken

Generell gilt, die britische Mutation setzt sich weiter durch, zwölf weitere Fälle dieser Variation wurden bei bereits bekannt gewordenen Corona-Infektionen festgestellt. Damit wurden bislang im Kreis Görlitz 179 Fälle der britischen Variante nachgewiesen, 92 sind noch aktuell.

In den Kliniken hat der Anstieg der Neuinfektionen in der vergangenen Woche noch keine durchschlagenden Folgen. Nach Angaben des Kreises werden derzeit 68 Menschen stationär behandelt, 13 von ihnen benötigen eine intensivmedizinische Betreuung, von denen wiederum neun beatmet werden.

Zudem gibt es einen weiteren Todesfall vom 12. März in Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion zu verzeichnen. Es handelt sich um einen 85-jährigen Mann aus Niesky, die Gesamtzahl der mit oder an Corona Verstorbenen im Kreis erhöht sich damit auf 986.

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