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Geräusche, die früher nicht zu hören waren

Schon vor der Stillen Nacht ist es leise geworden. In der Ruhe treten nun andere Töne in den Vordergrund. Unsere Lockdown-Kolumne.

Das Glockenspiel-Pavillon am Elbufer: Hört man momentan besonders gut - und das ist toll, findet unser Kolumnist.
Das Glockenspiel-Pavillon am Elbufer: Hört man momentan besonders gut - und das ist toll, findet unser Kolumnist. © Marion Döring

Dresden. Die Stillen Tage und die Stille Nacht kommen erst noch. Dann ruht der Alltag, das hektische Leben macht ein paar Tage lang Pause. Auch auf den Straßen wird es dann ruhiger, der Verkehrslärm lässt nach, weil längst nicht so viele Menschen unterwegs sind, wie an anderen Tagen. Normalerweise.

Ganz besonders reizvoll: Geräusche am Morgen

Diesmal ist es anders: Dresden ist schon seit dem Beginn des strengen Lockdowns vor einer Woche stiller. So still, dass man auf einmal Geräusche wahrnimmt, die sonst im Alltagslärm verschwinden.

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Am Wochenende war das Glockenspiel an der Elbe nahe dem Japanischen Palais zum Beispiel über den Palaisplatz hinaus bis in die Innere Neustadt zu hören. Das leise Plingpling vom Elbufer lud zum Stehenbleiben und Lauschen ein.

Über der Elbwiese neben dem Glockenspiel schwebten gleichzeitig mehrere Drachen im kühlen Wind. Nur das leise Flattern eines Drachens war deutlich vernehmbar. Er schlug heftig mit seinen Kunststoffflügeln, während er nach links und rechts tanzte. Auch so ein Geräusch, das sonst kaum zu hören ist.

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Ganz besonders reizvoll sind aber die Geräusche am Morgen. Wenn ein Baum knackt, die Blätter einer Hecke im Wind rascheln oder trotz Dezemberkälte ein Vogel zu Leben erwacht. Dort, wo ich wohne, übertönen morgens sonst Müllautos solche Geräusche.

Auch sie scheinen mir gerade weniger geworden zu sein. Die Lärmpausen sind länger geworden nach dem Pfffschtpfff, das die Technik der Autos beim Tonnenleeren hören lässt. Das ist einleuchtend, denn im strengen Lockdown sind ja auch die Autos auf den Straßen weniger geworden.

Der unfreiwillige Lauschangriff

Dass Telefongespräche am Nachbartisch oder in der Straßenbahn stören, kennen wir auch aus Zeiten, in denen keine Lockdown-Ruhe herrscht. Wer will schon wissen, was da geredet wird?

Ob an der Haltestelle oder der Ampelkreuzung, jetzt hört man nicht nur Telefongespräche mit viel Abstand im Freien gut. Jetzt ist es so still, dass man bewusst weghören muss, um nicht auch andere Unterhaltungen unfreiwillig zu verfolgen.

Neulich haben sich im benachbarten Haus zwei Menschen in einem Zimmer bei offenem Fenster unterhalten. So deutlich waren ihre Worte zu hören. Als säßen sie nur im Zimmer nebenan.

Fast hätte ich ihnen eine Warnung zugerufen. Dann habe ich lieber das eigene Fenster geschlossen. Um nicht etwas zu hören, was ich vielleicht nie hätte hören sollen.

An dieser Stelle schreiben Redakteure der Dresdner Stadtredaktion aus ganz persönlicher Sicht über Gedanken, Beobachtungen und Erfahrungen aus dem Alltag im Lockdown.

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