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Wo infizieren sich die Menschen mit Corona?

Die Neuinfektionen stagnieren im Kreis Görlitz. Um so mehr kommt es jetzt auf die Unterbrechung der Infektionsketten an. Doch das ist schwierig.

Die Gesundheitsämter haben Probleme, die Infektionsquellen zu ermitteln. Das hat Folgen.
Die Gesundheitsämter haben Probleme, die Infektionsquellen zu ermitteln. Das hat Folgen. © Archivbild: dpa/Daniel Bockwoldt

Was landesweit zu beobachten ist, trifft nun auch auf den Landkreis Görlitz zu: Der Rückgang der täglichen Fallzahlen seit Mitte Januar setzt sich im Moment nicht fort. Mit 40 Neuinfektionen meldeten die Labore und Praxen dem Kreis-Gesundheitsamt in Görlitz genauso viele Fälle wie am Mittwoch vergangener Woche. Am Dienstag dieser Woche lag die Zahl der Neuinfektionen sogar über der der Vorwoche. Die Inzidenz ist nach Berechnungen des Kreises auf 72 leicht zurückgegangen, beim RKI auf 62 leicht gestiegen.

Nach Angaben des Landkreises sind die überwiegenden Ansteckungsherde private und berufliche Kontakte sowie Aufenthalte in medizinischen Einrichtungen. Aber auch mit Pflegeeinrichtungen steht ein Teil der Fälle in Verbindung. Allerdings gibt es keine Hotspots mehr. So teilt das Gesundheitsamt mit, dass kein Alten- oder Behindertenheim mehr komplett unter Quarantäne steht. In zwei Altenheimen in Niesky und Löbau und in einer Einrichtung der Behindertenhilfe in Zittau stehen einzelne Wohnbereiche unter Quarantäne.

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Bei einigen Infektionen sind die Ansteckungsquellen aber tatsächlich im Kreis Görlitz nicht nachvollziehbar. Das deckt sich mit bundesweiten Erkenntnissen des RKI, das in seinem Tagesbericht am Dienstag schrieb: "Zusätzlich findet in zahlreichen Kreisen eine diffuse Ausbreitung von SARS-CoV-2-Infektionen in der Bevölkerung statt, ohne dass Infektionsketten eindeutig nachvollziehbar sind. Das genaue Infektionsumfeld lässt sich häufig nicht ermitteln."

Aber wie kann das sein? Nicht selten berichten Kontaktermittler, dass positiv getestete Personen kaum genaue Angaben machen wollen oder können. Viele fühlen sich von dem Corona-Test erwischt, manche können sich in der Aufregung wirklich nicht mehr erinnern, andere haben sich nicht in allen Details an Verordnungen gehalten und fürchten nun Konsequenzen. Das ist nicht ganz von der Hand zu weisen, auch der Kreis geht Hinweisen auf Verstöße gegen die Corona-Auflagen nach. Andere wollen einfach nicht andere "anschmieren" und in die Angelegenheit hineinziehen. Doch das erschwert, Kontakte nachzuverfolgen und Infektionsketten durch Quarantäne zu unterbrechen.

Das RKI beobachtet auch, dass die 7-Tage-Inzidenz bei den über 80-Jährigen weiter sinkt - durchaus eine erste Folge der Impfungen -, während sie bei jüngeren Altersgruppen stagniert oder wieder leicht steigt.

78 Menschen werden aktuell stationär in den Kliniken des Landkreises Görlitz behandelt, 14 davon benötigen eine intensivmedizinische Betreuung, sieben werden beatmet.

Für den Zeitraum vom 7. Januar bis 16. Februar sind acht weitere Todesfälle in Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion zu verzeichnen. Es handelt sich um zwei Frauen und sechs Männer im Alter von 51 bis 96 Jahren. Sie stammen aus Ebersbach-Neugersdorf, Görlitz, Hainewalde, Herrnhut, Löbau, Mittelherwigsdorf, Olbersdorf und Zittau. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Verstorbenen im Landkreis Görlitz auf 927.

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