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Dipps: Die Problemzone an der Weißeritz

Entlang des Flusses zieht sich durch Dippoldiswalde ein städtebaulich schwieriges Gebiet. Aber auch dort tut sich eine Menge für Wohnen und Freizeit.

Die Hydraulik-Ruine an der Bahnstrecke in Dipps sieht aus wie ein Dornröschenschloss. Aber es gibt Ideen, wie sie wachgeküsst werden kann.
Die Hydraulik-Ruine an der Bahnstrecke in Dipps sieht aus wie ein Dornröschenschloss. Aber es gibt Ideen, wie sie wachgeküsst werden kann. © Karl-Ludwig Oberthür

Seit vier Jahren fährt die Weißeritztalbahn wieder - ein touristisches Aushängeschild des Osterzgebirgsvorlandes. Aber wer damit durch Dippoldiswalde zuckelt, bekommt nicht den besten Eindruck von der Stadt.

Das haben auch die Planer der Steg, die das „Integrierten Stadtentwicklungskonzepts“ für Dippoldiswalde ausarbeiten, erkannt. Das Konzept liegt in einer überarbeiteten Version vor, welche die Stadtverwaltung aber noch unter Verschluss hält. Saechsische.de kennt jedoch alle Details.

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Früher haben sich nur Müller an den Fluss getraut

Darin ist das gesamte Stadtgebiet von Oberhäslich bis Schönfeld in 39 verschiedene Gebiete eingeteilt, die die Planer einzeln untersucht und wofür sie Vorschläge zur Entwicklung gemacht haben. Ein solches Gebiet in der Kernstadt nennen sie „Weißeritz/Kleinbahn“. Es zieht sich entlang von Fluss und Bahnstrecke von der Vorsperre der Talsperre Malter unterhalb der alten Stadt entlang und endet am Ortsausgang von Dippoldiswalde Richtung Ulberndorf. Es ist ein Gebiet mit besonderen Problemen.

Dieser Bereich hat seine eigene Geschichte. In früheren Jahrhunderten haben die Menschen nicht im Flusstal gesiedelt. Die Hochwassergefahr war zu groß. Nur: Den Müllern blieb nichts anderes übrig. Wenn sie die Energie des Wassers nutzen wollten, mussten sie seine Risiken in Kauf nehmen. So ist es kein Zufall, dass die Ratsmühle oder die Hafermühle am Fluss stehen. Später, nach dem Bau der Bahnstrecke, haben sich Industriebetriebe gerne in der Nähe der Gleise angesiedelt. Heute sind aber weder die Mühlen noch die Fabriken in Betrieb. Daher ist der Bereich Weißeritz/Kleinbahn ein Problemgebiet für die Stadtentwicklung.

Aus ehemaliger Industriebrache werden jetzt Wohnungen

Die Planer stellen hier ungeordnete Bereiche und leerstehende Ruinen fest. Aber das Gebiet hat auch Chancen. Das haben aber an verschiedenen Stellen auch Unternehmer festgestellt. So hat der Dresdner Immobilienunternehmer Bertram Mayer die Fläche des ehemaligen Behälterbaus an der Talsperrenstraße in Dippoldiswalde gekauft und die Rechtslage so weit geklärt, dass er im kommenden Frühjahr mit dem Bau eines Mehrfamilienhauses mit zwölf Wohnungen und zwei Ferienwohnungen beginnen will. Dafür musste er beispielsweise mit der Bahn verhandeln, die noch ein Recht aus dem Jahre 1930 hatte, dort ein Gleis zu verlegen. „Jetzt sind wir aber so weit. Der Verkauf der Wohnungen über die Sparkasse hat begonnen“, sagt Mayer.

So soll das Wohnhaus einmal aussehen, das der Dresdner Immobilienunternehmer Bertram Mayer an der Weißeritztalbahn in der Talsperrenstraße in Dipps 2022 bauen will. Früher stand hier ein Behälterbau.
So soll das Wohnhaus einmal aussehen, das der Dresdner Immobilienunternehmer Bertram Mayer an der Weißeritztalbahn in der Talsperrenstraße in Dipps 2022 bauen will. Früher stand hier ein Behälterbau. © Bildstelle

Mayer sieht die gleichen Vorteile wie auch die Verfasser des Stadtentwicklungskonzepts. Das Gebiet links und rechts der Weißeritz liegt nahe der Innenstadt, hat eine gute Straßenanbindung und die Bewohner sehen ins Grüne. Was die Stadtentwickler für etliche Häuser in dem Gebiet vorschlagen, hat der Vorbesitzer des Geländes schon 2017 erledigt, den Abbruch des ehemaligen Behälterbaus.

Polypark und Museum locken Gäste und Einheimische

Etwas Ähnliches müsste noch an der Ratsmühle geschehen. Dort ist im Konzept die Rede von Brachenrevitalisierung, ein schwieriges Wort, das Abriss und Neunutzung des Grundstücks meint.

Erfolgreich ist das in Stück weiter oberhalb gelaufen, wo die Stadt die ehemalige Polypack-Fabrik hatte abreißen lassen und an seiner Stelle den Polypark errichtet hat. Der ist für Kinder zu einer Attraktion geworden. Am Museum wird derzeit gearbeitet. Wenn dies abgeschlossen ist, hat Dipps hier auch eine neugestaltete Ecke in der Stadt, die Einheimische und Touristen anzieht. Im Konzept wird auch das alte Bahnhofsgebäude angesprochen. Das ist jedoch in Privateigentum und wird entwickelt, wenn auch langsamer als sich das manche wünschen.

Zwei Wohnbauvorhaben laufen ebenfalls. Oberhalb vom Bahnhof hat ein Privatunternehmer neue Bauparzellen erschlossen. Und oberhalb der Tankstelle sind ebenfalls Bauplätze geplant. Hier ist aber noch keine Entscheidung über die Erschließung gefallen.

Immer noch Hoffnung für Hafermühle und Hydraulik

Große Sorgenkinder, welche die Dippoldiswalder Kommunalpolitik seit Jahren beschäftigen, sind die ehemalige Hafermühle und das Gelände der früheren Hydraulik. Beide sind in Privateigentum. Der Eigentümer der Hafermühle, will auf dem Gelände das linke, frühere Fabrikgebäude zum Wohn- und Gewerbehaus umbauen. Der zentrale Mühlenbau soll Gaststätte mit Wohnung und Seminarraum werden.

Auch auf der anderen Straßenseite verfolgt Manfred Salzmann schon seit Jahren das Projekt, in die ehemalige Hydraulik neues Leben zu bringen. Er bereitet derzeit eine Bauanfrage vor, die den Neubau eines Aldi-Marktes und von drei weiteren Fachmärkten vorsieht. Hier sieht auch das Stadtentwicklungskonzept die Nachnutzung des Geländes für Gewerbe und großflächigen Handel vor.

Ein Problem darf bei allen Chancen nicht vergessen werden. Bei allen Maßnahmen an der Weißeritz muss der Hochwasserschutz mit bedacht werden. Darauf weisen die Planer der Steg ausdrücklich hin.

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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass entlang von Weißeritz und Bahnstrecke in Dippoldiswalde große Herausforderungen für die Stadtentwicklung bestehen. Hier herrscht aber auch viel Bewegung, und Dipps hat hier Entwicklungschancen.

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