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Harthaer Stadtgut wird abgerissen

Das Gebäudeensemble an der Leisniger Straße in Hartha verfällt seit Jahren. Nun ist der Abrissbagger angerückt.

Das Stadtgut an der Leisniger Straße in Hartha wird ebenso abgerissen wie das nebenstehende Wohnhaus an der Karl-Marx-Straße 2. Voraussichtlich bis Mitte Januar 2021 sollen die Arbeiten dauern.
Das Stadtgut an der Leisniger Straße in Hartha wird ebenso abgerissen wie das nebenstehende Wohnhaus an der Karl-Marx-Straße 2. Voraussichtlich bis Mitte Januar 2021 sollen die Arbeiten dauern. © Dietmar Thomas

Hartha. Der Verfall ist nicht mehr aufzuhalten. Deshalb ist jetzt der Abrissbagger angerückt, um das ehemalige Harthaer Stadtgut an der Leisniger Straße abzutragen. Außerdem wird das nebenstehende Wohnhaus Karl-Marx-Straße 2 abgerissen.

Den Auftrag hat die Firma Lengenfelder Recycling und Abbruch übernommen. Die Kosten für den Abriss der Gebäude liegen bei etwa 135.000 Euro. 80 Prozent der Summe werden vom Freistaat Sachsen über das Programm zur Brachenberäumung gefördert. Die Stadt muss einen Eigenanteil von etwa 27.000 Euro aufbringen.

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Bis Mitte Januar 2021 sollen die Arbeiten beendet sein. „Das Areal soll als Freifläche gestaltet werden“, sagte Bauamtsleiter Ronald Fischer. Im Hinblick auf die Feier zum 800-jährigen Bestehen der Stadt Hartha im Jahr 2023 sei dies nicht die schlechteste Variante.

Pläne lösen sich in Luft auf

Für das im 18. und 19. Jahrhundert errichtete und immer wieder umgebaute Stadtgut gab es nach 1990 einige Ideen. Es stand bereits zu DDR-Zeiten unter Denkmalschutz, weil es als erhaltenswertes Ensemble mit Potenzial gesehen wurde.

Zweimal gab es Versuche, das Objekt umzubauen. In den 1990er-Jahren wollte ein Architekt auf dem Areal eine Wohnanlage bauen. Das Eckgebäude sollte ein Wohn- und Geschäftshaus werden und im hinteren Bereich der Leisniger Straße einzelne Wohngebäude entstehen. Doch dieses Projekt wäre aus Sicht der Unteren Denkmalschutzbehörde nicht umsetzbar gewesen.

Investor zieht Kaufinteresse zurück

Später sollte das Stadtgut ein Treffpunkt für alle Generationen werden. Das damals noch in der Annenstraße beheimatete und inzwischen schon seit Jahren geschlossene Industriemuseum sowie die Heimatstube sollten einziehen, ein Ort entstehen, an dem sich Vereine treffen können. Weil das Fördergeld aus dem Stadtsanierungskonzept ausblieb, konnten die Pläne nicht umgesetzt werden.

Im Jahr 2015 gab es neue Hoffnung. Ein Investor meldete sich bei der Stadt, der das Stadtgut umbauen und in dem Gebäude betreutes Wohnen und teilstationäre Pflege anbieten wollte. Das Vorhaben fand damals bei den Harthaer Stadträten große Zustimmung. 

Doch der Investor zog sein Interesse am Kauf des Objektes zurück. „Eine Investition muss sich auch rechnen. Das war nach allen Abwägungen nicht der Fall. Hinzu kommt, dass der Aufwand zur Erfüllung der Auflagen des Denkmalschutzes sehr hoch gewesen ist“, begründete der Investor damals seine Absage.,

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