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Kritik an Spielplätzen

Eltern in Hartha und Leisnig bemängeln, dass es zu wenige Flächen zum Spielen gibt. Und die sind nicht sauber genug. Stimmt das?

Weggeworfene Zigarettenschachteln, wie hier am Spielplatz am Leisniger Peter-Apian-Platz, und anderer Schmutz ärgert nicht nur die Eltern der Kinder, die diesen Spielplatz nutzen.
Weggeworfene Zigarettenschachteln, wie hier am Spielplatz am Leisniger Peter-Apian-Platz, und anderer Schmutz ärgert nicht nur die Eltern der Kinder, die diesen Spielplatz nutzen. © Lars Halbauer

Hartha/Leisnig. Klettern, Rutschen, Wippen, Schaukeln. Kinder spielen gern gemeinsam. Auf Spielplätzen können sie nicht nur zusammen toben, sondern auch motorische und kreative Fähigkeiten entwickeln: auf der Wackelbrücke die Balance halten, mit viel Kraft am Klettergerüst hangeln oder im Sandkasten Burgen bauen.

Doch gerade die Bereiche, die den Mädchen und Jungen viele Möglichkeiten bieten, sich auszubrobieren, Kraft, Energie und Gemeinschaftssinn zu entwickeln, haben von den Eltern in Hartha und Leisnig in der gemeinsamen Umfrage zum Familienkompass der Sächsischen Zeitung, Freien Presse und Leipziger Volkszeitung schlechtere Noten erhalten.

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Ob es in ihrem Wohnumfeld genug Flächen zum Spielen gibt, bewerteten die Familien mit der Note 3,47. Die Sauberkeit der Spielplätze erhielt die Note 3,25. Sächsische.de fragte nach, wie es in den beiden Städten tatsächlich aussieht.

Wie viele Spielplätze gibt es in den Städten und dazugehörigen Ortsteilen?

Die Harthaer Kinder haben die Wahl zwischen 14 öffentlichen Spielmöglichkeiten. Sechs davon befinden sich direkt in der Stadt, vier in Gersdorf und jeweils eine in Steina, Schönerstädt, Seifersdorf und Wendishain. Darunter sind eine Skateranlage und eine Balancierstrecke. Außerdem gibt es am Schützenplatz in Hartha und in Gersdorf einen Bolzplatz.

„Wir sind eine ländlich geprägte Kommune mit knapp 7.000 Einwohnern. Dafür sind wir mit Spielplätzen und Sportstätten gut aufgestellt“, meint Harthas Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos). In Zusammenarbeit mit dem Verschönerungsverein und mithilfe eines Förderprogramms hätten sich Bürger in Seifersdorf, Schönerstädt und Steina sogar in Eigeninitiative um neue Spielgeräte gekümmert.

Einen Bolzplatz finden die jungen Leisniger Kicker in Wiesenthal. Insgesamt stehen in Leisnig fünf Spielplätze zur Verfügung. Auch die Kinder in Meinitz, Börtewitz, Fischendorf, Gorschmitz, Bockelwitz, Brösen, Polkenberg und Naundorf können in ihren Orten öffentliche Spielgeräte nutzen.

Auf den Spielplätzen in beiden Städten seien Spielgeräte für alle Altersgruppen vorhanden.

Einwohner von Leisnig und Hartha bewerten die Familienfreundlichkeit ihres Wohnorts im Durchschnitt mit 2,95 und damit etwas schlechter als der Sachsen-Schnitt (2,83).
Die Grafik zeigt ausgewählte Fragen aus dem Fragebogen. Der Wert rechts über der Farbskala gibt die durchschnittliche Bewertung der Frage von 5 (sehr schlecht) bis 1 (sehr gut) an, der graue Balken zeigt die Abweichung vom Sachsen-Schnitt. Grünes Dreieck: Diese Frage wurde im ausgewählten Ort deutlich besser bewertet als im Sachsen-Schnitt. Rotes Dreieck: deutlich schlechtere Bewertung als im Sachsen-Schnitt. Gelbes Quadrat: Bewertung entspricht dem Sachsen-Schnitt (+/–10%).
Einwohner von Leisnig und Hartha bewerten die Familienfreundlichkeit ihres Wohnorts im Durchschnitt mit 2,95 und damit etwas schlechter als der Sachsen-Schnitt (2,83). Die Grafik zeigt ausgewählte Fragen aus dem Fragebogen. Der Wert rechts über der Farbskala gibt die durchschnittliche Bewertung der Frage von 5 (sehr schlecht) bis 1 (sehr gut) an, der graue Balken zeigt die Abweichung vom Sachsen-Schnitt. Grünes Dreieck: Diese Frage wurde im ausgewählten Ort deutlich besser bewertet als im Sachsen-Schnitt. Rotes Dreieck: deutlich schlechtere Bewertung als im Sachsen-Schnitt. Gelbes Quadrat: Bewertung entspricht dem Sachsen-Schnitt (+/–10%). © SZ Grafik
Wohnen
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Kita
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Gesundheit
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Schule
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Arbeit
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Familienpolitik
Familienpolitik © SZ Grafik

Wurden in letzter Zeit Spielgeräte oder ganze Plätze zurückgebaut?

Aufgrund von Sicherheitsmängeln habe ein Sicherheitsingenieur einen Spielplatz in Naundorf gesperrt, teilt die Leisniger Stadtverwaltung mit. Die Spielgeräte seien daraufhin komplett abgebaut worden. In Hartha sei ein solches Vorgehen in der Vergangenheit nicht notwendig gewesen.

Sind in den Kommunen neue Spielplätze entstanden oder geplant?

Die Harthaer können ihre Geschicklichkeit seit einiger Zeit auf der Balancierstrecke im Stadtpark testen, an der Pestalozzischule wurde eine Kletterspinne aufgestellt. Geplant seien neue Spielgeräte für den Kindergarten in Gersdorf und den Spielplatz am Gemeindehaus in Steina. Für Gersdorf habe die Stadt über das Leaderprogramm eine finanzielle Förderung beantragt. „Außerdem soll im Reinhardtsthal in Hartha ein Mehrgenerationenspielplatz entstehen“, so Kunze. Dort können Jung und Alt voraussichtlich ab dem Jahr 2022 gemeinsam Kraft und Beweglichkeit trainieren.

In Leisnig gibt es bereits einen Mehrgenerationenspielplatz. Er wurde zwischen der Grund- und Oberschule errichtet. Die Grundschule Sitten hat neue Spielgeräte erhalten. Zudem sei die Erweiterung der Spielplätze in Polkenberg und am Kinderhaus Sitten vorgesehen, so die Leisniger Verwaltung.

Erfolgt eine regelmäßige Kontrolle der Plätze?

Die Harthaer Plätze werden laut Verwaltung jede Woche von geschulten Bauhofmitarbeitern kontrolliert und gereinigt. Der TÜV prüft die Sicherheit der Geräte jährlich. Und der Sand auf den Plätzen wird turnusmäßig komplett getauscht. „Das müssen wir dem Landratsamt auch nachweisen“, erklärt der Harthaer Bürgermeister.

In Leisnig erfolgt eine monatliche Kontrolle durch den Spielplatzbeauftragten des Bauhofes. Außerdem prüft der Sicherheitsingenieur der Firma Abus jedes Jahr den Zustand aller Spielgeräte.

Welche Probleme gibt es mit der Ordnung und Sauberkeit?

Schmierereien an den Spielgeräten und liegengelassenen Müll finden die Kontrolleure regelmäßig auf den Harthaer Plätzen. Auch Tierkot gehört dazu. „Es gibt viele Hundebesitzer, die für die Hinterlassenschaften ihrer Tiere Beutel dabei haben. Aber leider nicht alle“, so Ronald Kunze. Er weist aber darauf hin, dass nachts auch Wildtiere in der Stadt und auf den Spielplätzen unterwegs sind, also nicht alles, was dort liegen bleibt, von Hunden stammt.

Die Leisniger Verwaltung erklärt die Verunreinigungen nicht konkret, benennt aber Hundehalter und Jugendliche als Verursacher.

Wie können die Spielplätze sauberer werden?

Bei dieser Frage sind sich Hartha und Leisnig einig: Diejenigen, die die Spielplätze nutzen, also Kinder, Eltern und auch Jugendliche sollten selbst darauf achten, Abfall, Zigarettenkippen und Ähnliches nicht einfach fallen zu lassen, sondern in den dafür vorgesehenen Behältern zu entsorgen.

Der Familienkompass

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  • Anhand eines Fragebogens mit 101 Einzelfragen schätzten knapp 15.000 Sachsen das Leben in ihrem Heimatort ein und vergaben Noten von 1 (sehr zufrieden) bis 5 (sehr unzufrieden).
  • Eine große Serie in der Sächsischen Zeitung und auf sächsische.de wertet die Ergebnisse bis Anfang November aus. 

Familienkompass: Jetzt alle Ergebnisse der Umfrage lesen!

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