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PLUS Familienkompass 2020 Döbeln

Schicke Mensa, aber kein leckeres Essen

Beim Familienkompass schneidet das Schulessen schlecht ab. Das Gymnasium plant den Wechsel des Anbieters. Die Eltern sind sogar bereit, mehr zu zahlen.

Die Qualität des Schulessens der Firma Sodexo ist gesunken. Das hat Konsequenzen.
Die Qualität des Schulessens der Firma Sodexo ist gesunken. Das hat Konsequenzen. © Symbolfoto: dpa-Zentralbild

Döbeln. Die Geschmäcker sind verschieden – auch und vor allem beim Essen. Anders sieht es beim Schulessen aus. Zumindest am Lessing-Gymnasium Döbeln.

Dort sind sich Schüler, Lehrer und Eltern einig: Das Essen schmeckt nicht. Und das nicht erst seit Kurzem. Deshalb wurde die Essenversorgung vor einigen Jahren schon einmal auf ein Buffet umgestellt. Von dem können sich die Schüler und Lehrer selbst bedienen.

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„Diese Form des Angebots nennt sich Funtastic. Aber die Qualität des Essens ist nicht durchgängig fantastisch“, sagt Schulleiter Michael Höhme. Die Unzufriedenheit wachse stetig.

Nur wenige Schüler essen mit

Das spiegelt sich auch in den Zahlen wider. Die Fünft- und Sechstklässler, die an der Körnerplatzschule lernen, scheinen noch nicht ganz so kritisch zu sein. In den vergangenen Wochen haben dort zwischen 180 und 200 Mädchen und Jungen mitgegessen. 

Anders sieht es am Hauptstandort des Gymnasiums aus. Dort werden 550 Schüler unterrichtet. Gerade einmal 70 bedienen sich durchschnittlich am Mittagsbuffet. „Dabei hat die Stadt mit dem Bau der Mensa hervorragende Bedingungen geschaffen“, so Höhme.

© SZ Grafik
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Schulkonferenz entscheidet

Deshalb war das Schulessen auch Thema der Schulelternversammlung. Die habe sich einstimmig dafür ausgesprochen den Anbieter zu wechseln. Die Eltern seien auch bereit, mehr für die Mittagsversorgung ihrer Kinder zu bezahlen, wenn sich die Qualität des Essens deutlich verbessert.

 Das kostet derzeit knapp vier Euro. Vor dem Buffet seien es rund zwei Euro gewesen. „Für die Gymnasiasten gibt es keine städtische Stützung des Essens. Die Eltern tragen die Kosten komplett selbst“, erklärt der Schulleiter.

Ob die Mittagessenversorgung, die seit mehr als 20 Jahren durch die Firma Sodexo erfolgt, neu ausgeschrieben wird, das soll die Schulkonferenz in der kommenden Woche ebenso entscheiden wie die Kriterien , nach denen ein neuer Anbieter ausgewählt wird.

Höhme hat sich unterdessen schon ein wenig umgehört. Die Anbieter an den Gymnasien in Hartha und Burgstädt würden zum Beispiel Beilagen und Gemüse vor Ort in den Schulen kochen. Damit sei die Frische des Essens gewährleistet. „So etwas schwebt uns auch vor“, sagt der Schulleiter.

Entscheidet sich die Schulkonferenz für einen Wechsel des Anbieters, werde das Gymnasium die Stadt Döbeln bitten, den Vertrag mit Sodexo zum Jahresende zu kündigen. Denn die Stadt ist der Generalauftraggeber für die Essenversorgung der kommunalen Kindereinrichtungen und Schulen.

Essenpreise gestiegen

Insgesamt werden derzeit acht städtische Kitas und sieben Schulen von Sodexo beliefert. „In den Grundschulen nehmen rund 53 Prozent der Schüler an der Mittagsversorgung teil. Bei der Oberschule sind es etwa 15 Prozent und in den Kitas alle Mädchen und Jungen“, erklärt Döbelns Pressesprecher Thomas Mettcher auf Nachfrage von Saechsische.de. Diese Zahlen hätten sich in den vergangenen Jahren kaum verändert.

Die Essenpreise liegen zwischen 2,25 und 3,79 Euro. Vor fünf Jahren waren es noch 1,89 bis 3,30 Euro. Seit dem 1. Januar 1999 beliefert Sodexo die Einrichtungen der Stadt. Diese sei in unregelmäßigen Abständen mit dem Essenanbieter und den Kitaleitungen im Gespräch, so Mettcher. Dabei würden auch Erfahrungen ausgetauscht und Abstimmungen vorgenommen. Wie die genau aussehen, sagt der Pressesprecher nicht.

Engagierte Erzieher, nette Nachbarn

Die Unzufriedenheit von Schülern und Eltern mit dem Schulessen zeigt sich auch im Familienkompass. Die Befragten bewerteten das Mittagsangebot in den Bildungseinrichtungen im Durchschnitt mittelmäßig mit der Note 3,3.

Noch schlechter empfinden die Familien nur die Zukunftschancen der Kinder (3,48), dass es genügend Fachärzte gibt (3,50), bezahlbare Elternbeiträge (3,56) und die Sicherheit des Schulweges mit dem Fahrrad (3,75).

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Dagegen freuen sich die Döbelner über eine gute Betreuung ihres Nachwuchses in den Kindertagesstätten und vergeben an die engagierten Erzieher die Note 1,82. Auch mit ihren Nachbarn sind die meisten Befragten in der Stadt zufrieden. Mit der Note 1,95 wird die Freundlichkeit der Nachbarn unterstrichen.

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