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Sport

Karriere endet früher als gedacht

Jenny Elbe wollte nach Tokio 2020 einen Schlussstrich ziehen. Doch ein Gleitwirbel lässt der 29-jährigen Dreispringerin keine Ruhe.

Jenny Elbe bei den Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften 2014 in Ulm.
Jenny Elbe bei den Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften 2014 in Ulm. © dpa/Felix Kästle/Archiv

Dieses bittere Ende hatte sich angedeutet. Genaugenommen schon drei Jahre lang. Dreispringerin Jenny Elbe vom Dresdner SC muss mit 29 Jahren nun ihre Karriere beenden. Das teilte ihr Verein am Donnerstag mit.

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Bei der Weltmeisterschaft in Doha fehlte die gebürtige Karl-Marx-Städterin wegen stetigen Rückenschmerzen. Zum dritten Mal in Folge hatte sie damit den internationalen Saisonhöhepunkt verpasst. Zumindest hatten die sechsfache deutsche Meisterin nach langer Ungewissheit nun endlich Klarheit, woher die Probleme der letzten Monate rühren. 

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Die Dreispringerin plagt sich immer noch mit einer Knieverletzung. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Sport-Orthopäde Dr. Lars Stephan diagnostizierte bei der 1,80 Meter großen Athletin einen Gleitwirbel an der Wirbelsäule. Das heißt, ein Wirbel bewegt sich unter großen Belastungen um Millimeter nach rechts oder links und drückt damit im unangenehmsten Fall auf Nervenbahnen. „Das begleitet mich jetzt ein Leben lang“, hatte Jenny Elbe in einem Gespräch mit der SZ Ende September betont.

Das Aus kommt im Trainingslager

In einem anschließenden Trainingslager in Griechenland sollte sich herausstellen, ob eine Fortsetzung ihrer langen Karriere noch Sinn hat oder nicht. Nach ihrem unglücklichen Aus bei den Olympischen Spielen in Rio – als 13. des Vorkampfes verpasste sie das Finale der besten zwölf hauchdünn – wollte die DSC-Springerin sich noch einmal für Tokio qualifizieren und dann ohnehin ins Berufsleben wechseln.

Der Prozess wird nun beschleunigt. In Griechenland musste das Duo Jenny und Trainerpapa Jörg Elbe erkennen: Der Körper kann nicht mehr 100 Prozent Leistung erbringen. „Ich bin sehr traurig, diese Entscheidung treffen zu müssen. Somit ist der Traum von meinen zweiten Olympischen Spielen geplatzt. Es fällt mir unheimlich schwer, Abschied vom Leistungssport nehmen zu müssen. Aber die Gesundheit geht vor“, sagte Jenny Elbe. „Ich bin sehr stolz und glücklich über alles, was ich erreicht habe und dankbar für all die Jahre, in denen ich gemeinsam mit meinem Vater und Trainer wunderschöne Erlebnisse und Erfahrungen in meinem Sport sammeln durfte. Dankbar bin ich vor allem meinem Verein, meinen Sponsoren und Unterstützern, die an mich geglaubt haben und ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre“, ergänzt sie. Mit ihrer Bestweite von 14,28 Meter (2016) ist und bleibst sie mithin sechstbeste deutsche Dreispringerin aller Zeiten.

Jenny Elbe grübelt bei ihrem größten Erlebnis, den Olympischen Spielen in Rio, über die fehlenden Zentimeter. 
Jenny Elbe grübelt bei ihrem größten Erlebnis, den Olympischen Spielen in Rio, über die fehlenden Zentimeter.  © dpa/Michael Kappeler/Archiv

„Jennys schwerwiegendere Rückenverletzung hat sich nach einer dreimonatigen Rehaphase nicht entscheidend gebessert. Somit war für sie immer noch keine hundertprozentige Belastung im Training möglich, die für Weiten über 14 Meter benötigt wird“, erklärt Jörg Elbe, einst selbst international anerkannter Dreispringer. „Auf ärztliches Anraten hin soll Jenny nicht springen und sich jetzt weiteren Therapiemaßnahmen unterziehen. Es ist ein herber Rückschlag. Um das alles zu verarbeiten, hat sich Jenny erst einmal eine Auszeit genommen und wird erst ab dem 14. November wieder im Land sein.“

Bereits seit 2017 warfen Elbe wiederholt Verletzungen und Krankheiten zurück, sodass sie in den vergangenen zwei Jahren kaum Wettkämpfe bestritt. Zuletzt konnte sie sich hinter der deutschen Rekordhalterin Kristin Gierisch den Deutschen Vize-Hallenmeistertitel im Februar in Leipzig holen. Ihren letzten Wettkampf in Dresden bestritt Jenny Elbe am 18. Mai 2019, bei dem sie 13,92 Meter erreichte.

Die EM-Sechste von 2017 zählte in den vergangenen Jahren zu den erfolgreichsten Dresdner Sommersportlern. „Jenny hat seit ihrem ersten Deutschen Meistertitel in der U 18 im Jahr 2006 sehr konstant gute und sehr gute Leistungen erbracht. Sie war ein Aushängeschild für den Verein und ein Vorbild für viele jüngere Athleten“, erklärte DSC-Abteilungsleiter Michael Gröscho. „Sie wird uns extrem fehlen. Wir wünschen ihr für ihre Zukunft nur das Beste“.