merken
PLUS Dresden

Dresden: Gedenken, Neonazis und Protest zum 13. Februar

Mehr als 1.000 Bilder gibt es für die virtuelle Menschenkette. Trotz Corona bestehen Neonazis auf ihre Versammlung. Womit die Polizei rechnet.

Einen Neonazi-Aufmarsch wie 2020 wird es nicht geben zum 13. Februar, aber rechte Provokationen und Protest.
Einen Neonazi-Aufmarsch wie 2020 wird es nicht geben zum 13. Februar, aber rechte Provokationen und Protest. © SZ-Archiv / J. Loesel, loesel-photographie.de

Dresden. Der 76. Jahrestag der Bombardierung Dresdens soll trotz Corona-Beschränkungen angemessen begangen werden.

Dafür planen Stadt und Initiativen am Samstag kleine Veranstaltungen und auch eine Menschenkette wird stattfinden - wenn auch dieses Mal virtuell.

Anzeige
Ein Heimsieg zum Hauptrunden-Abschluss?
Ein Heimsieg zum Hauptrunden-Abschluss?

Zum letzten Spieltag in der Bundesliga Hauptrunde empfangen die DSC Volleyball Damen am 13. März die Roten Raben Vilsbiburg in der Margon Arena!

Aber auch die Neonazis um Dresdens NPD-Chef Maik Müller rücken nach eigenen Angaben mit 100 bis 500 Personen an. Dagegen formiert sich Protest - ebenso gegen die Versammlungen der AfD auf dem Altmarkt.

Die Polizei rechnet vor allem rund um den Dresdner Hauptbahnhof mit Einschränkungen für den Verkehr. Sie geht von temporären Sperrungen aus. Die Polizeidirektion Dresden bereitet einen Einsatz vor, bei dem sie auch von der Sächsischen Bereitschaftspolizei, Polizisten aus Sachsen-Anhalt und der Bundespolizei unterstützt wird.

Polizei will Corona-Regeln kontrollieren - Kein Nazi-"Trauermarsch"

"Der 13. Februar 2021 steht unter dem Zeichen der Pandemiebedingungen, die ausschließlich ein stationäres Versammlungsgeschehen zulassen", sagt Dresdens Polizeipräsident Jörg Kubiessa. "Diese Besonderheit lässt geringere Einschränkungen für die Dresdnerinnen und Dresdner erwarten."

Schwerpunkte des Einsatzes werden laut des Polizeipräsidenten neben dem Hauptbahnhof, der Bahnhof Dresden-Mitte, Altmarkt und Neumarkt. Die Polizei wolle dafür sorgen, dass Versammlungsrecht und auch das Recht Protest in Hör- und Sichtweite gewährleistet werden.

Aber die Beamte werden auch die Einhaltung des Mindestabstandes und das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes kontrollieren. Ebenso wie die maximal zugelassene Teilnehmerzahl von 1.000 in der Pandemie.

Die Neonazis werden nicht wie in den vergangenen Jahren ihren sogenannten "Trauermarsch" durchführen, weil nur Kundgebungen an einem festen Ort zugelassen sind. Sie wollen sich am Nachmittag auf dem Parkplatz neben dem Hauptbahnhof versammeln.

Als Protest gegen diese Versammlung sind diverse weitere Kundgebungen vor allem in der Altstadt angemeldet, aber auch am gedenk-Obelisk in Altnickern.

Es ist allerdings davon auszugehen, dass sich die Gegner der Neonazis ebenfalls in der Nähe des Parkplatzes am Hauptbahnhof versammeln werden. Die Stadt teilte ebenfalls mit, dass Protest in Sicht- und Hörweite gewährleistet werde.

Virtuelle Menschenkette schützt Dresden

Da in diesem Jahr wegen des Coronavirus keine Menschenkette gebildet werden kann, um die Stadt symbolisch vor der Vereinnahmung durch Neonazis an diesem Tag zu schützen, gibt es eine virtuelle Kette. Mehr als 1.000 Dresdner haben bei der Stadt Fotos von sich hochgeladen.

Diese werden dann um 18 Uhr an den Fassaden von sechs markenten Gebäuden in der Innenstadt projiziert. Das traditionelle Geläut der Dresdner Kirchen zur Menschenkette wird bei Radio Dresden übertragen.

Davor legen Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), OB Hilbert und TU-Rektorin Professorin Ursula Staudinger mit Vertretern der AG 13. Februar um 17.30 Uhr an der Erinnerungsstätte auf dem Altmarkt weiße Rosen nieder. Anschließend gibt es kurze Reden an der Kreuzkirche.

Auch die gewohnten Gedenkveranstaltungen auf den Dresdner Friedhöfen, vor der Frauenkirche und viele mehr finden in diesem Jahr statt, allerdings in einem kleineren Rahmen. Das traditionelle Gedenkkonzert der Dresdner Philharmonie zur Erinnerung an die Zerstörung Dresdens wird ab 18.30 Uhr von Sachsen Fernsehen live übertragen und später im Radio wiederholt.

Abends AfD und Protest auf dem Altmarkt

Weiterführende Artikel

13. Februar: Gedenkkränze weggeworfen

13. Februar: Gedenkkränze weggeworfen

Auf dem Dresdner Altmarkt lagen eine Woche lang Blumen, Kerzen und Kränze. Einen Teil davon hat die Polizei an anderer Stelle gefunden.

Kretschmer zum 13. Februar: "Es hat nie ein Ende"

Kretschmer zum 13. Februar: "Es hat nie ein Ende"

Zum 13. Februar gab es eine virtuelle Menschenkette. Neonazis legten den Verkehr lahm und es gab klare Botschaften gegen den Missbrauch.

So war der 13. Februar in Dresden

So war der 13. Februar in Dresden

Trotz des Lockdowns fanden am Samstag viele Veranstaltungen statt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Der Newsblog.

13. Februar: „Werden wir morgen noch leben?“

13. Februar: „Werden wir morgen noch leben?“

Sie sind achtzig Jahre und älter, haben den Krieg erlebt. Wie geht es ihnen jetzt in der Corona-Zeit? Fünf Menschen erzählen von Entbehrungen, Ängsten und Hoffnungen.

Auch die AfD will mit rund 100 Teilnehmern ihre sogenannte Gedenkveranstaltung auf dem Altmarkt durchführen. Diese ist ab 21 Uhr bis 22 Uhr geplant. Auch hier wird mit Protest gerechnet.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dresden