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Postplatz Dresden: Neubau nimmt Gestalt an

Trotz Kälte ziehen die Bauleute an den Annenhöfen durch, zeigt auch ein Zeitraffervideo. Wie schnell der Gebäudekomplex weiterwachsen wird.

Wo vor einem Jahr noch die Baugrube am Postplatz klaffte, haben jetzt die Annenhöfe erste Konturen angenommen. Bauleiter Peter Karger sowie die Projektleiter Thomas Schreiber und Magnus May (v.l.) freuen sich, dass die Arbeiten im Zeitplan liegen.
Wo vor einem Jahr noch die Baugrube am Postplatz klaffte, haben jetzt die Annenhöfe erste Konturen angenommen. Bauleiter Peter Karger sowie die Projektleiter Thomas Schreiber und Magnus May (v.l.) freuen sich, dass die Arbeiten im Zeitplan liegen. © Sven Ellger

Dresden. Das Bild am Postplatz verändert sich schnell. In den vergangenen Jahren sind mehrere Gebäudekomplexe entstanden. Derzeit nimmt der jüngste Neubau am Ende der Schweriner Straße sichtbare Konturen an. Anfang vergangenen Jahres hatten die ersten Arbeiten an den Annenhöfen begonnen. Jetzt wird bereits die Decke über dem zweiten Obergeschoss gebaut.

Mit geübten Griffen montiert Izzet Duman die Stahlbewehrung auf den Annenhöfen am Postplatz. Mitte April soll diese Decke über dem zweiten Obergeschoss fertig sein.
Mit geübten Griffen montiert Izzet Duman die Stahlbewehrung auf den Annenhöfen am Postplatz. Mitte April soll diese Decke über dem zweiten Obergeschoss fertig sein. © Sven Ellger

Dort montiert Eisenflechter Izzet Duman mit geübten Griffen die Stahlbewehrung. Der im österreichischen Vorarlberg am Bodensee geborene Bauhandwerker wohnt heute in Lichtenberg bei Pulsnitz. Der 42-Jährige hatte schon auf vielen Großbaustellen gearbeitet, so in München, Frankfurt oder Koblenz. Seit September vergangenen Jahres baut er die Annenhöfe mit. „Mir macht es Spaß, vor dieser schönen Altstadt-Kulisse arbeiten zu können“, sagt er und befestigt mit seiner Zange den nächsten Stahlstab der Bewehrung. Duman ist einer von derzeit 70 Bauleuten, die die Annenhöfe errichten.

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Das Großprojekt: 70 Millionen für Bürokomplex

Mit dem sechsstöckigen Neubau verschwindet eine der letzten Lücken am Postplatz zwischen dem Ende der Freiberger und der Schweriner Straße. Dafür investiert die TLG Immobilien AG rund 70 Millionen Euro. Sie hat eine Arbeitsgemeinschaft der Firmen Wolff & Müller und Züblin mit dem Bau beauftragt. Auf rund 20.000 Quadratmetern sollen Räume für Büros entstehen. In die zweistöckige Tiefgarage passen 264 Autos und 400 Fahrräder.

So sollen die Annenhöfe künftig aussehen, die zwischen Hertha-Lindner-Straße, Postplatz sowie Freiberger und Schweriner Straße errichtet werden.
So sollen die Annenhöfe künftig aussehen, die zwischen Hertha-Lindner-Straße, Postplatz sowie Freiberger und Schweriner Straße errichtet werden. © Visualisierung: Knerer und Lang Architekten

Der Auftakt: Weiße Wanne in Baugrube errichtet

Zum Auftakt waren ab Januar 2020 rund 60.000 Kubikmeter Erde in der Baugrube ausgebaggert worden. Mit 6.200 Quadratmetern ist die Bodenplatte fast so groß wie ein Fußballfeld. Mit den Seitenwänden ist eine sogenannte weiße Wanne aus wasserdichtem Stahlbeton entstanden. In Elbnähe am Postplatz ist das ein gängiges Verfahren. Schließlich umspült das Grundwasser die Wände. Derzeit steht es an der Außenseite zirka 90 Zentimeter hoch, erklärt Bauleiter Peter Karger.

So sah die Baugrube noch im Juni vergangenen Jahres aus. Damals wurde die Bodenplatte gebaut.
So sah die Baugrube noch im Juni vergangenen Jahres aus. Damals wurde die Bodenplatte gebaut. © Marion Doering

Vorgesorgt ist auch für den Fall, dass bei Hochwasser der Pegel im Untergrund ansteigt und von unten gegen die Bodenplatte drückt. Damit es nicht zum Auftrieb kommen kann, wurden darunter 197 Betonpfähle eingebaut, die bis zu elf Meter lang sind. Sie verankern die Platte sicher im Untergrund.

Der Baustand: Drei Geschosse stehen schon

Während Eisenflechter Duman noch an der Stahlbewehrung arbeitet, wird die Decke über dem dritten Geschoss schon betoniert. Durch den 36 Meter langen Ausleger der gewaltigen Betonpumpe strömt die graue Masse. Bis zu 30 Transportbetonfahrzeuge müssen an diesem Tag anrollen, um den ersten von sieben Abschnitten zu betonieren. Für die 750 Quadratmeter große Fläche werden rund 220 Kubikmeter Beton benötigt, rechnet Bauleiter Karger vor. Mitte April soll die gesamte Decke fertig sein. Geplant ist, dass monatlich eine weitere Etage hinzukommt.

Am Mittwoch ist der erste Abschnitt der Decke über dem zweiten Stock betoniert worden. An diesem Tag wurden rund 500 Tonnen Beton eingebaut.
Am Mittwoch ist der erste Abschnitt der Decke über dem zweiten Stock betoniert worden. An diesem Tag wurden rund 500 Tonnen Beton eingebaut. © Sven Ellger

TLG-Projektleiter Thomas Schreiber verweist auf eine Besonderheit, die an der Ecke Schweriner/Hertha-Lindner-Straße zu sehen ist: die runde Ecke. „Das war ein Wunsch der Mitglieder der Gestaltungskommission“, sagt er. „Damit haben sie das Gebäude wirklich verbessert.“

Währenddessen haben erste Vorbereitungen für den Ausbau begonnen. So wird derzeit bereits die Unterkonstruktion für die Klinkerfassade angebracht. Geplant ist, dass Ende März die Fensterbauer anrücken.

So wird die markante runde Ecke zwischen Schweriner und Hertha-Lindner-Straße künftig aussehen.
So wird die markante runde Ecke zwischen Schweriner und Hertha-Lindner-Straße künftig aussehen. © Visualisierung: Knerer und Lang Architekten

Die Tiefgarage: Noch immer große Löcher für die Kräne

Beim Bau des Gebäudekomplexes gibt es aufgrund des knappen Platzes eine Besonderheit. Obwohl der Rohbau der zweistöckigen Tiefgarage fertig ist, stehen die vier Kräne noch auf der Bodenplatte und ragen durch vier große Löcher in den Hof empor. Für die Decken darüber wären die Kräne zu schwer, erklärt Bauleiter Karger. Deshalb wurde diese Lösung gewählt. Wenn der Rohbau der Annenhöfe steht und die Kräne ihre Arbeit geschafft haben, werden die Löcher im Nachhinein geschlossen. Bereits nächste Woche beginnt die Montage der Elektro- und Rohrtrassen in der Tiefgarage.

Aufgrund des knappen Platzes ragen dieser und drei weitere Kräne aus der Tiefgarage empor.
Aufgrund des knappen Platzes ragen dieser und drei weitere Kräne aus der Tiefgarage empor. © Sven Ellger

Der Bauplan: Im Sommer soll der Rohbau stehen

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Es wird schon gearbeitet auf dem Grundstück. Wann die Büroflächen am Postplatz fertig sein sollen.

TLG-Projektleiter Schreiber freut sich, dass die Arbeiten trotz der kalten Winterwochen im Zeitplan liegen. „Im Sommer soll der Rohbau stehen“, sagt er. Geplant ist, dass die Annenhöfe Ende nächsten Jahres fertig sind. Die TLG setzt dabei auf Nachhaltigkeit. Das beginnt beim Einsatz von ökologischen Dämmstoffen, reicht über die Fahrrad-Stellplätze in der Tiefgarage und geht bis hin zu optimierten Anlagen, die sich bei Wasser-, Energie- und Heizkosten auszahlen. Der Komplex wird an das zentrale Fernwärmenetz angeschlossen.

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