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Das bietet die Dresdner Museumsnacht

36 Museen können am Samstag mit nur einem Ticket besucht werden. Dabei gibt es auch Kurioses zu erleben, von großen Zahlen bis zu Flohfallen.

Die Mitarbeiter der Porzellansammlung berichten zur Dresdner Museumsnacht von ihren neuesten Entdeckungen.
Die Mitarbeiter der Porzellansammlung berichten zur Dresdner Museumsnacht von ihren neuesten Entdeckungen. © PR/Matthias Rietschel

Dresden. So manch einer wird sich in den vergangenen Monaten schon gefragt haben, wie er all die kulturellen Versäumnisse während der Corona-Zwangspause jemals wieder aufholen soll. An diesem Samstag könnte sich genau dafür die ideale Gelegenheit bieten: Von 18 bis 24 Uhr öffnen sich zur Dresdner Museumsnacht die Türen von 36 Einrichtungen in der Stadt. Mit einem einzigen Ticket können - theoretisch - alle besucht werden.

"Besser ist es aber vermutlich, sich die eigenen Höhepunkte herauszusuchen", sagt Martin Chidiac vom Dresdner Kulturamt. Für ihn ist diese Museumsnacht auch ein Symbol, durch das auch der Letzte mitbekommt: Die Museen sind noch da. Und sie sind alle wieder geöffnet.

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Erstmals bei der Museumsnacht dabei ist in diesem Jahr der Denkraum Sophienkirche in der wiedererrichteten Busmannkapelle. Hier werden Rundgänge zur Geschichte der Kirche sowie zur architektonischen Innovation des Denkraums angeboten.

Vor zwei Jahren konnten vor dem Mathematisch-Physikalischen Salon im Zwinger Planeten beobachtet werden.
Vor zwei Jahren konnten vor dem Mathematisch-Physikalischen Salon im Zwinger Planeten beobachtet werden. © PR/Matthias Rietschel

Auch die Gemäldegalerie Alte Meister ist erstmals nach den Bauarbeiten wieder in voller Schönheit in der Sempergalerie des Zwingers zu erleben.

Nicht nur für Freunde großer Zahlen könnte sich gleich nebenan ein Besuch des Mathematisch-Physikalischen Salons anbieten. Der japanische Konzeptkünstler On Kawara (1933–2014) setzte sich in seinen oft über Dekaden entstandenen Werken mit Zeit und Raum als Koordinaten des menschlichen Daseins auseinander. Sein Werk "One Million Years (Past and Future 2–6)" ist charakteristisch für sein Schaffen.

Die Live-Vorlesung ist Teil einer fortlaufenden Reihe, die seit 1993 weltweit stattfindet, zuletzt 2017 während der Biennale in Venedig. Jahreszahlen der fernen Vergangenheit und Zukunft werden auf der vorderen Terrasse zum Zwingerhof in einem scheinbar unendlichen Zyklus verlesen.

Auch das Panometer auf der Gasanstaltstraße ist zur Museumsnacht geöffnet.
Auch das Panometer auf der Gasanstaltstraße ist zur Museumsnacht geöffnet. © René Meinig

Wer eine etwas längere Anfahrt in Kauf nimmt, der kann in der Dunkelheit Yadegar Asisis 360-Grad-Panorama "Dresden im Barock" im Panometer besuchen und sich dabei in die Residenzstadt von August dem Starken, Gräfin Cosel und Canaletto zurückversetzen lassen. Hier gibt es auch einige Kuriositäten zu entdecken. Unter anderem beschäftigt sich eine Führung unter dem Titel "Wenn das Fell mal wieder juckt" mit einem besonderen Ausstellungsstück, einer Flohfalle aus Elfenbein.

Ganz konnte die Corona-Krise aber noch nicht abgeschüttelt werden. In vielen Museen wird der Zugang noch beschränkt sein und Hygieneregeln sind zu beachten.

Die Karten für die Museumsnacht gibt es online über den SZ-Ticketservice. Erwachsene zahlen 13 Euro, ermäßigte Tickets gibt es für neun Euro. Die Familienkarte für zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder unter 14 Jahren kostet 28 Euro. Kinder unter sechs Jahren zahlen nichts.

Die bekannten Museumsnacht-Shuttle-Busse fahren in diesem Jahr zwar nicht, allerdings gilt das Museumsticket ab Samstag, 14 Uhr, bis 4 Uhr am Sonntagmorgen gleichzeitig als Fahrkarte für Busse und Bahnen im gesamten VVO-Verbundraum.

Da die Zahl der Parkplätze in unmittelbarer Nähe der meisten Museen begrenzt ist, sollten Besucher bei den Fahrten von Museum zu Museum die öffentlichen Verkehrsmittel bevorzugen. Am Stadtrand stehen dafür viele kostenfreie Park+Ride-Plätze mit Bahnanschluss zur Verfügung, unter anderem in Kaditz, Gompitz und Prohlis. Aus dem Norden kommend, sind die Parkplätze an den Bahnhöfen Langebrück und Klotzsche gute Alternativen.

Alle Informationen zum Programm gibt es auf www.museumsnacht.dresden.de.

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