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Dresden

Chor singt im Dresdner Stadion in Handys

Ein ungewöhnliches Projekt wird in dieser Woche durch die Hochschule für Musik umgesetzt. Dafür wurde eigene Musik komponiert.

Normalerweise wird an der Hochschule für Musik miteinander musiziert, so wie hier beim Chorsinfonischen Konzert.
Normalerweise wird an der Hochschule für Musik miteinander musiziert, so wie hier beim Chorsinfonischen Konzert. © HfM/Marcus Lieder

Dresden. So manchen haben schwankendes WLAN, verzerrte Töne und verzögerte Bewegungen bei Videokonferenzen in den vergangenen Monaten schon zur Verzweiflung gebracht. Fast unmöglich erscheint es da, unter diesen Bedingungen einen fein abgestimmten Chorgesang umzusetzen.

Genau diese Unwägbarkeiten gehören aber zum Konzept eines digitalisierten Chorprojekts, bei dem 80 Sängerinnen und Sänger des Hochschulchores der Hochschule für Musik (HfM) im Heinz-Steyer-Stadion mit jeweils drei Metern Abstand in einem 400 Meter großen Kreis in ihre Smartphones singen werden.

Teppich Schmidt
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Erfahrung, Wissen und ein super Team. Bis zum heutigen Erfolg war es eine lange, lehrreiche Reise, die sich nun in verschiedenen Abteilungen widerspiegelt und seinen Kunden Einrichtungs- und Wohnträume verwirklicht.

"Damit machen wir aus der Not eine Tugend und nutzen die Möglichkeiten von Videobesprechungsdiensten für unsere Kunst", sagt Olaf Katzer, Leiter des Hochschulchors und Vertretungsprofessor für Chordirigieren.

Zeichen des Dirigenten per App

Aufgenommen und live gestreamt werden soll das ungewöhnliche Chorkonzert am 9. Juli ab 21.30 Uhr.

Die Auseinandersetzung mit der Digitalisierung werde auch nach Corona fortbestehen, so Kratzer. "Es ist spannend herauszufinden, was digitale Medien mit uns Menschen als soziale Wesen machen und diese Erkenntnisse in der Kunst umzusetzen. Das digitale Chorprojekt hat unseren musikalischen Horizont erweitert und Elemente daraus werden uns weiterhin begleiten."

Über eine App erhalten die Musikstudierenden die Zeichen des Dirigenten aus dem Konzertsaal der HfM. Dort wird man neben dem Dirigenten auf der Bühne auf einer Leinwand jeden einzelnen Chorsänger in einer Konferenz sehen, genauso wie Live-Videoaufnahmen aus dem Stadion.

Der japanische Komponist Chatori Shimizu hat im Februar sein Kompositionsstudium an der HfM abgeschlossen und das Werk "Fat Samurai" eigens für den Chor und das Orchester der Dresdner Musikhochschule komponiert. Das nun geplant Chorprojekt ist gleichzeitig die Uraufführung des ersten Satzes "Sakana Satellite".

Die Veranstaltung wird im Konzertsaal der Musikhochschule live erlebbar sein und im Rahmen der Dresdner Langen Nacht der Wissenschaften als Stream übertragen.

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