merken
PLUS Dresden

Voller Kita-Beitrag trotz gekürzter Zeiten in Dresden

Dresdner Kitas haben kürzere Öffnungszeiten, trotzdem müssen Eltern bis April voll bezahlen. Die SPD fordert nun, dass die Gebühren reduziert werden.

Die Dresdner Kinder werden seit zwei Wochen wieder in den Kitas betreut. Allerdings öffnen viele später oder schließen eher.
Die Dresdner Kinder werden seit zwei Wochen wieder in den Kitas betreut. Allerdings öffnen viele später oder schließen eher. © Symbolfoto: Friso Gentsch/dpa

Dresden. Seit gut zwei Wochen dürfen die Dresdner Kinder wieder zur Kita gehen. Die Freude bei den Kleinen und ihren Eltern ist groß, doch die strengen Hygieneregeln, die verhindern sollen, dass sich das Coronavirus in den Gemeinschaftseinrichtungen ausbreitet, haben Folgen.

Weil die Erzieher nur festgelegte Gruppen betreuen dürfen und deshalb keinen Früh- und Spätdienst an einem Tag übernehmen können, mussten viele Dresdner Kitas ihre Öffnungszeiten verkürzen. Wie sich das auf den Job der Eltern auswirkt, berichtete eine Mutter kürzlich der SZ.

Anzeige
Dynamische Verstärkung gesucht
Dynamische Verstärkung gesucht

Zur Verstärkung ihres Teams sucht die A4RES Gruppe Bautzen motivierte Immobilienkaufleute (m/w/d) für die Verwaltung ihrer Objekte.

So reagiert der Dresdner Bildungsbürgermeister

Sie kritisiert allerdings nicht nur das Zeitproblem, das sie durch die reduzierten Öffnungszeiten nun hat. Die Mutter ärgert sich auch darüber, dass sie vorerst weiterhin die Kitagebühr für die vertraglich vereinbarte Betreuungszeit von zehn Stunden bezahlen muss - obwohl sie diese Zeit für ihre Tochter gar nicht in Anspruch nehmen kann. Erst ab April könnten die Stunden heruntergesetzt werden. Im vergangenen Jahr sei das nach dem ersten Lockdown kurzfristig möglich gewesen.

Bildungsbürgermeister Jan Donhauser (CDU) räumte ein, dass sich deshalb auch andere Eltern bei der Stadt gemeldet haben und fordern, dass die Betreuungszeit und damit die Gebühren angepasst werden.

Das sei durchaus nachvollziehbar, so Donhauser. Aber er wirbt um Verständnis: "Die Frist ist deshalb gesetzt worden, um den Kindertageseinrichtungen eine angemessene Zeit zur Aufstockung beziehungsweise Absenkung der Personalkapazitäten zu geben." Der gesetzlich vorgesehene Personalschlüssel muss jederzeit eingehalten werden können.

"Warum sollen Eltern für Betreuungszeiten bezahlen, die nicht angeboten werden?"

Die SPD-Fraktion im Dresdner Stadtrat will das so nicht akzeptieren. Sie reicht deshalb einen Eilantrag zur flexiblen Anpassung von Kita-Betreuungsverträgen ein und fordert die Stadtverwaltung auf, die Betreuungsverträge zeitnah und rückwirkend zum 15. Februar anzupassen.

Dana Frohwieser ist bildungspolitische Sprecherin ihrer Fraktion und findet es grundsätzlich gut, dass die Betreuungsangebote für Kinder nun wieder geöffnet haben und familiäre Notstände dadurch ein Ende finden.

Während Erwachsene Kontaktreduzierungen verstehen und über eine gewisse Zeit auch aushalten würden, sei der Kontakt zu Gleichaltrigen für die Kinder wichtig, so Dana Frohwieser.

"Viele Eltern bringen Verständnis dafür mit, dass die Kitas aktuell nicht ihr vertraglich vereinbartes Betreuungsangebot leisten können. Warum sie aber für Betreuungszeiten zahlen sollen, die gar nicht angeboten werden, verstehen sie nachvollziehbarerweise nicht."

Zahlreiche Anfragen von Dresdner Eltern zu Kita-Gebühren

Ohnehin werte es die SPD-Fraktion als nicht satzungskonform, zumindest bei den kommunalen Kitas, Elternbeiträge für die Teilschließungen zu erheben.

So hätten Linke, Grüne und SPD 2017 eine Neuregelung in der Elternbeitragssatzung verankert, nach der im Fall von Schließungen oder Teilschließungen von Einrichtungen des Eigenbetriebs Kita Elternbeiträge automatisch zurückerstattet werden.

In der Zwischenzeit seien bereits zahlreiche Anfragen von Eltern zu dieser Thematik bei der SPD-Fraktion eingegangen, dennoch müsse der Eilantrag nicht zwingend in der nächsten Stadtratssitzung behandelt werden, wenn die Stadt selbst eine Lösung anbietet.

"Wir appellieren an den Oberbürgermeister, dafür zu sorgen, dass eine unbürokratische Anpassung durch das Kita-Amt erfolgt. Wenn dies ohne Beteiligung des Stadtrates möglich ist – umso besser."

Weiterführende Artikel

Müssen Dresdens Schulen wieder schließen?

Müssen Dresdens Schulen wieder schließen?

Meistgelesen diese Woche: Die Zahl der Corona-Fälle an Schulen und Kitas steigt und steigt. So schätzen Gesundheitsamt und Kultusministerium die Lage ein.

Corona stoppt den Dresdner Schwimmunterricht

Corona stoppt den Dresdner Schwimmunterricht

In der zweiten Klasse lernen Kinder normalerweise Schwimmen - durch Corona fällt das aber aus, schon zum zweiten Mal. Wie soll das aufgeholt werden?

"Das Hygienekonzept ist eine Katastrophe"

"Das Hygienekonzept ist eine Katastrophe"

Aus Angst vor einer Corona-Infektion haben Dresdner Eltern sich entschieden, ihr Kind doch daheim zu betreuen - statt in einer Kita-Gruppe von 45 Kindern.

Dresden: Wenn die Kita zu spät öffnet

Dresden: Wenn die Kita zu spät öffnet

Aufgrund der Corona-Regeln verkürzen viele Dresdner Kitas ihre Öffnungszeiten. Welche Probleme das für Eltern bringt und ob sie Geld zurückerhalten.

Nachrichten und Hintergründe zum Coronavirus bekommen Sie von uns auch per E-Mail. Hier können Sie sich für unseren Newsletter zum Coronavirus anmelden.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dresden