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Dresden: Onlinehandel boomt

In diesem Jahr bestellen viele ihre Geschenke im Netz oder verschicken sie an Verwandte per Post statt sie persönlich zu übergeben.

Die Dresdner bestellen dieses Jahr viel im Netz.
Die Dresdner bestellen dieses Jahr viel im Netz. © imago stock&people

Dresden. Pakete werden in der Vorweihnachtszeit ohnehin viele verschickt. In Corona-Zeiten haben die Paket-Dienste aber noch einmal deutlich mehr zu tun, als in den vergangenen Jahren. Das liegt auch daran, dass sich viele Menschen den Trubel in den Dresdner Geschäften ersparen wollen und ihre Einkäufe lieber im Internet erledigen. Ab diesen Montag sind zudem fast alle Läden geschlossen, sodass der Online-Handel noch mehr boomen dürfte.

Und auch vor den Postfilialen werden die Warteschlangen von Tag zu Tag länger. Viele Dresdner verzichten in diesem Jahr auf den Weihnachtsbesuch bei Familie und Freunden, geben ihre Geschenke stattdessen in die fleißigen Hände der Post- und Paketboten. Die SZ hat sich in der Warteschlange vor der Postfiliale in der Wallstraße und bei den großen Paketlieferdiensten umgehört.

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Was verschicken die Dresdner?

Etwa 20 Menschen warten am Freitagmorgen vor der Post in der Dresdner Altstadt. Schon bevor die Filiale aufmacht, reicht die Schlange bis weit hinaus ins Freie. Leonie will drei Kartons verschicken. "Es war eigentlich diesmal ganz untypisch, ich habe Schuhe bei Zalando bestellt, und die schicke ich jetzt wieder zurück", erzählt die 21-Jährige. "Aber ich glaube, dass die Post noch richtig viel zu tun bekommt, vor allem, wenn dann auch die ganzen Geschäfte zu sind."

Auch am Freitagmorgen bildete sich eine lange Schlange vor der Postbankfiliale am Antonsplatz - noch bevor die Post öffnete.
Auch am Freitagmorgen bildete sich eine lange Schlange vor der Postbankfiliale am Antonsplatz - noch bevor die Post öffnete. © Christian Juppe

Anne gehört zu jenen, die ihre Geschenke in diesem Jahr nicht persönlich übergeben kann. Die 24-Jährige trägt ein Körbchen mit zwei kleinen, blau eingepackten Geschenken. "Wir können mit Freunden ja dieses Jahr nicht wichteln, deswegen wichteln wir per Post", berichtet die junge Frau. "Meine Freunde wohnen irgendwo in Sachsen und denen schicke ich das Paket. Das andere gebe ich nur mit ab, da weiß ich gar nicht, was drin ist."

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Auch Lena trägt ein dickes Paket in der Hand, sie hatte Kleidung im Internet bestellt, was nicht passt, geht nun per Paketdienst zurück zum Online-Händler. Wenn es um die Präsente für Familie und Freunde geht, setzt die 19-Jährige aber lieber auf den Dresdner Einzelhandel. "Weihnachtsgeschenke kaufe ich eigentlich im Laden."

Wie viele Pakete wurden in diesem Dezember verschickt?

Laut Transportdienstleister DPD werden in diesem Dezember in Dresden etwa 35.000 bis 40.000 Pakete täglich verschickt. Vom 1. bis 10.Dezember waren es schon rund 300.000 Pakete.

Auch bei der Deutschen Post und DHL herrscht in Dresden Hochbetrieb im Dezember. Die Stadt Dresden und der gesamte ostsächsische Raum werden von unserem DHL Paketzentrum in Ottendorf-Okrilla aus mit Päckchen und Paketen versorgt. An diesem Standort können pro Stunde bis zu 32.000 Pakete automatisch bearbeitet und sortiert werden. "In der Weihnachtshochphase kurz vor Heiligabend rechnet die Deutsche Post damit, dass im Paketzentrum Ottendorf-Okrilla täglich bis zu 500 000 Pakete bearbeitet werden", so eine Sprecherin auf SZ-Anfrage. Aufgrund der hohen Paketmengen arbeitet das Paketzentrum aktuell nicht mehr nur - wie sonst - im Zwei-, sondern jetzt sogar im Dreischichtbetrieb - quasi 24 Stunden rund um die Uhr.

Hermes-Sprecher Sebastian Kaltofen kennt den Boom. "Derzeit wickeln wir in Dresden täglich knapp 15.000 Sendungen ab." Im bisherigen Jahresverlauf waren es bei Hermes 2,6 Millionen Sendungen. Im Dezember kommt das Unternehmen in Dresden bislang auf 260.000 Päckchen und Pakete.

Wie sieht es im Vergleich zu Dezember 2019 aus?

Der Dezember ist immer ein starker Shopping und Bestellmonat, jeder will kurz vor Weihnachten noch Geschenke für seine Lieben kaufen. Großer Unterschied zu 2020: Vor der Corona-Pandemie waren alle Laden uneingeschränkt geöffnet, und keiner musste Angst vor einer Ansteckung haben.

Im Vergleich zu 2019 wurden 2020 etwa bei Hermes etwa 300.000 Sendungen mehr abgewickelt. Den 2,3 Millionen vom Vorjahr stehen jetzt 2,6 Millionen Sendungen gegenüber. Ein relativ ähnliches Bild ergibt sich aus der Auswertung der verschickten Päckchen und Pakete: In diesem Jahr dürften es weit über 40.000 Pakete und Päckchen mehr werden als im Vorjahr: Den 260.000 Paketen im Dezember 2020 standen bei Hermes im Jahr 2019 bislang 225.000 Pakete gegenüber

Bei DPD waren es Dezember 2019 etwa 10.000 Pakete weniger, die täglich auf die Reise gingen, als im aktuellen Jahr.

Wurde in diesem Jahr zusätzlich Personal eingestellt?

Um die enormen Paketmengen in diesem Jahr stemmen zu können, wurden neben der Stammbelegschaft für den Weihnachtsverkehr noch eine Reihe zusätzlicher Mitarbeiter eingestellt, so DHL. Im Jahresdurchschnitt arbeiten rund 300 Beschäftigte im Paketzentrum - aktuell sind rund 200 zusätzliche Kollegen im Einsatz. "Wir setzen unsere Mitarbeiter in Abhängigkeit von den konkreten Sendungsmengen so flexibel ein, dass alles bestmöglich bewältigt werden kann. Jeder Tag ist anders - wir arbeiten an sechs Tagen von Montag bis Samstag“, erklärt die Niederlassungsleiterin der Deutschen Post in Ottendorf-Okrilla, Marion Oppermann.

Auch bei DPD gibt es dieses Jahr einen saisonalen Bedarf an Zusatzkräfte, dieses Jahr waren es nochmal mehr als sonst, in etwa zehn bis 20 Prozent, so Sprecher Oliver Schmidt.

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