Dresden
Merken

Dresden nimmt rund 800 Geflüchtete bis Ende Mai auf

Bis Jahresende 2023 erwartet Dresden rund 2.200 geflüchtete Menschen. Neben den beschlossenen Containern ist das Rathaus dringend auf der Suche nach Wohnungen und Grundstücken.

Von Julia Vollmer
 4 Min.
Teilen
Folgen
NEU!
In den Containern für Geflüchtete in Dresden-Sporbitz leben seit April Menschen aus Syrien.
In den Containern für Geflüchtete in Dresden-Sporbitz leben seit April Menschen aus Syrien. © Sven Ellger

Dresden. In diesem Jahr erwartet rund 2.200 neue Geflüchtete. Menschen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen und die untergebracht werden müssen. Dresden hat seit langem nicht genügend Platz, daher schlug die Stadt zuletzt vor, die Menschen in Containern, sogenannten Mobilen Raumeinheiten, unterzubringen.

Der letzte Vorschlag der Stadt umfasst sechs Standorte, auf denen Wohncontainer für Geflüchtete errichtet werden sollen. Dieser wurde Mitte Mai im Stadtrat beschlossen. Doch es wird weiter dringend nach Wohnraum gesucht. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema im Überblick.

Wie viele Geflüchtete sind 2023 nach Dresden gekommen?

Die Landesdirektion Sachsen hat Dresden zwischen Jahresanfang und Mitte Mai insgesamt 636 Geflüchtete zur Unterbringung zugewiesen, so die Stadt auf Anfrage. Davon 395 Männer, 144 Frauen und 97 Kinder. Die Hauptherkunftsländer sind Venezuela (204 Personen), Syrien (176), Afghanistan (62), Russland (40), Georgien (27) und die Türkei (26).

Weitere Herkunftsländer sind Algerien, Armenien, Äthiopien, Chile, Eritrea, Irak, Iran, Jordanien, Kolumbien, Kosovo, Libanon, Libyen, Marokko, Pakistan, Panama, Peru, palästinensische Gebiete und Tunesien.

Weiterhin wurden 164 geflüchtete Menschen aus der Ukraine zugewiesen. Davon 78 Männer, 71 Frauen und 15 Kinder, so die Stadt. Davon sind zurzeit noch 84 Personen durch das Sozialamt untergebracht.

Wie viele Menschen sind aktuell in Sporbitz, im Prinz Eugen und im Eventwerk untergebracht?

Geflüchtete sind bislang in Wohnungen untergebracht worden, aber auch in neu entstandenen Unterkünften. Im Container-Dorf in Sporbitz leben zurzeit 36 Menschen, im Eventwerk im Industriegebiet 297 und im Prinz-Eugen in Laubegast 113.

Außerdem soll die City-Herberge an der Lingnerallee laut Stadt im dritten Quartal schrittweise belegt werden. Derzeit laufe die Betreiberausschreibung zu diesem Objekt. Ein Betreiber wird voraussichtlich ab August zur Verfügung stehen. Ab diesem Zeitpunkt stehen in dem Objekt auch 140 Plätze zur Verfügung.

Aktuell prüft die Stadt, ob eine Nutzung der vollen Kapazität von ca. 280 Plätzen möglich sein wird. Weitere Details können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht benannt werden, heißt es.

Wann und mit wie vielen Plätzen jeweils sollen die Container-Standorte in Betrieb gehen?

Aktuell werde die Zeitschiene erarbeitet, wann welcher Standort an den Start gehen soll, so die Stadt. Geplant ist dies im Herbst.

Am Altgorbitzer Ring sollen 48 Plätze entstehen, aktuell werde aber laut Prüfauftrag des Stadtrates eine Ausweichfläche gesucht. Daher wird die Umsetzung von diesem Standort bis zum Abschluss der Prüfung zurückgestellt, so die Stadt. An der Geystraße sollen 152 Plätze für geflüchtete Familien entstehen und an der Industriestraße 48 Plätze. Auch 48 Menschen sollen an der Löwenhainer Straße unterkommen und am Sachsenplatz 65, an der Windmühlenstraße 144.

Wie viele Plätze werden darüber hinaus bis Jahresende gebraucht?

Die aktuell vorhandenen Platzkapazitäten inklusive der beschlossenen Container-Standorte reichen laut Sozialamt etwa bis Mitte des vierten Quartals 2023. Das gelte jedoch nur, "solange die Landesdirektion nicht mehr Geflüchtete als prognostiziert nach Dresden zuweist." Dresden müsse weitere Unterbringungskapazitäten akquirieren.

Das Rathaus prüft neben der Wohnungssuche von Privatpersonen angebotene Flächen. Um welche Flächen es sich handelt, ob auf diesen Flächen auch Objekte in Modulbauweise realisierbar sind, könne aber aktuell noch nicht eingeschätzt werden. Die Prüfungen hätten erst begonnen.

Werden noch Wohnungen gesucht?

Ja, das Sozialamt sucht dringend Wohnungen. Prinzipiell kommen alle Stadtteile und Ortschaften in Betracht. "Eigentümer, Hausverwaltungen und Projektentwickler sind gebeten, Immobilienangebote an das Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung zu richten", so das Rathaus. Die Stadtverwaltung stellt dafür auf www.dresden.de/asylunterkunft-melden eine Checkliste und ein Online-Formular bereit. Alternativ können Wohnungen per E-Mail an [email protected] angeboten werden.

Die Wohnungen sollten mit Küche und eigenem Bad ausgestattet sein. Im Idealfall sind sie möbliert, aber das sei kein Muss. Die Wohnungen sollen für mindestens zwei Jahre zur Verfügung stehen.

Es müssen, so die Stadt, pro Person mindestens sechs Quadratmeter zum Wohnen und Schlafen zur Verfügung stehen. Das schreibt die Verwaltungsvorschrift Unterbringung des Freistaates Sachsen vor. Einen Mustermietvertrag stellt das Amt für Hochbau zur Verfügung.