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"Wir haben gebastelt": Was die Mittelalter-Weihnacht im Stallhof Dresden Neues bietet

Im Stallhof des Dresdner Schlosses eröffnet am Mittwoch die Mittelalter-Weihnacht. Was es Neues gibt und vor welchen Problemen der Veranstalter in den kommenden Jahren stehen wird.

Von Elisa Schulz
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Kurz vor der diesjährigen Eröffnung des Mittelalter-Weihnachtsmarkts im Stallhof Dresden werden am Dienstag noch die letzten Vorkehrungen getroffen.
Kurz vor der diesjährigen Eröffnung des Mittelalter-Weihnachtsmarkts im Stallhof Dresden werden am Dienstag noch die letzten Vorkehrungen getroffen. © Elisa Schulz

Dresden. Nicht nur der Striezelmarkt öffnet am Mittwoch. Ab dem 29. November werden auf dem Mittelalter-Weihnachtsmarkt im Stallhof des Dresdner Schlosses wieder Holzmulden geschlagen, Bürsten gewickelt, Bilder gemalt und Eisen geschmiedet.

Der Veranstalter Henri Bibow bringt nun schon zum zwölften Mal das Mittelalterflair in den Hof des Schlosses. Auf acht Sattelschleppern mit Hängern sind die Markthütten aus Torgau nach Dresden gekommen. Insgesamt stehen 50 Hütten auf dem Gelände, 24 davon gehören Bibow selbst, die anderen werden von den Marktleuten mitgebracht. Dazu hat auch das Badehaus wieder eröffnet, in dessen Zuber bis zu sechs Menschen Platz finden.

Was ist Neu auf dem Stallhof-Weihnachtsmarkt?

In den Hütten gibt es dann alles, was mit dem Mittelalter in Verbindung gebracht wird. "Wir haben einen Stand aus Polen mit Kleidung, aus Tschechien mit böhmischem Glas und aus Marokko mit Kaffee", sagt Henri Bibow. Der 60-Jährige bringt immer neue Ideen mit ein. "Wir haben auch dieses Jahr ein wenig gebastelt." Dazu gehören für die Besucher sichtbare Veränderungen wie ein neues Wurfspiel, bei dem gemeinsam Schiffe ins Ziel gebracht werden müssen. Außerdem wurden einige Stände renoviert und mit neuen Holzschnitzereien versehen. Dazu kommt eine neue Beleuchtung, die die Fassade mit aufwändigen Videoinstallationen illuminiert. Dann werden an den umliegenden Schlossgebäuden wehende Fahnen, brennende Fackeln und fallender Schnee zu sehen sein. Aber auch unsichtbare Veränderungen wurden installiert wie neue Überwachungskameras und WLAN.

Für Bibow wird es immer schwerer, neue Stände zu finden. Die Betreiber werden immer älter und auch die Produkte, die früher für Mittelaltermärkte exklusiv waren, gibt es mittlerweile auf vielen anderen Märken auch, erzählt er. "Wir haben einen Töpfer, der macht alles mit der Hand, der ist 70 Jahre alt. Er macht das nicht mehr, bis er 100 ist."

Deswegen versucht Henri Bibow, mehr Spiele auf den Markt einzubauen. "Wir haben ein Riesenpuzzle entwickelt", sagt er. "Das ist aber dieses Jahr noch nicht dabei." Und auch der Krieg in der Ukraine ist auf dem Weihnachtsmarkt zu bemerken. "Unsere Russenhütte ist jetzt eine skandinavische Hütte, und auch unsere Band aus Russland kommt dieses Jahr nicht."

Welches Programm gibt es?

Begleitet wird der Markt mit einem durchgängigen Bühnenprogramm. Unter anderem spielen die "Rapauken" mit Alphorn und Harfe Weihnachtslieder. Für die Kinder gibt es verschiedene Märchenangebote wie das Schauspiel-Duo "Zeter und Mordio", die sich, neben ihren komischen Märchen, auch als Walking-Acts unter die Menge mischen und Darstellungen in amüsanten Charakteren geben werden. An den Wochenenden spielen bekannte Bands der Mittelalterbranche wie "Wolgemut" und "Turas Math" sowie eine irische Folk-Band, die mit Musik zum Tanzen einlädt.

Jeder Jahr besuchen fast eine halbe Million Gäste den Mittelalter-Weihnachtsmarkt. Los geht es am 29. November ab 16 Uhr. Danach ist täglich bis zum 23. Dezember ab 11 Uhr geöffnet. Von Freitag, 15 Uhr, bis Sonntag, 21.30 Uhr, kostet der Eintritt für Erwachsene fünf Euro und für Kinder drei Euro. Familien zahlen nur für das erste Kind, für alle weiteren Kinder und für Kinder im Vorschulalter ist der Eintritt frei.

Eine Besonderheit des Stallhof-Marktes sind die Öffnungszeiten über Weihnachten hinaus: Unter dem Namen "Rauhnächte" wird er vom 27. bis 30. Dezember sowie vom 2. bis 6. Januar fortgesetzt. Im neuen Jahr ist der Eintritt dann an allen Tagen frei.