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DJ Purple Disco Machine trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Dresden ein

Der Grammy-Preisträger Purple Disco Machine durfte sich am Mittwoch im Goldenen Buch der Stadt Dresden verewigen. Er steht im gleichen Band wie Hollywood-Schauspielerin Cate Blanchett, Angela Merkel und Roland Kaiser.

Von Nadja Laske
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DJ Purple Disco Machine trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Dresden ein. Es ist der inzwischen fünfte Band. Oberbürgermeister Dirk Hilbert und Fans schauen dem Ehrengast auf die Finger.
DJ Purple Disco Machine trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Dresden ein. Es ist der inzwischen fünfte Band. Oberbürgermeister Dirk Hilbert und Fans schauen dem Ehrengast auf die Finger. © Sven Ellger

Dresden. Geduldig säumen sie die opulente Treppe im Dresdner Rathaus und warten gespannt auf ihr Idol. Gleich wird es durch die Goldene Pforte treten. Dann trifft alte Ehrwürde auf Moderne. Der DJ und Produzent Purple Disco Machine ist eingeladen, sich ins Goldene Buch der Stadt einzutragen. Dass er dabei den Titel "Grammy-Preisträger" mitbringt, ist Voraussetzung und Freude der Stadtväter - und Tino Piontek darf man glauben, dass auch er sich geehrt fühlt.

Wenn der Prophet im eigenen Land nichts gilt, reist er in andere und wird dort gefeiert. Künstlern geht es oft auch so. Als Tino Piontek Purple Disco Machine wurde, war das allerdings eine Entwicklung, die tatsächlich in Dresden begann, in erst kleineren, dann in größeren Clubs, immer gekoppelt an seine Affinität, eigene Musik zu machen.

Den Durchbruch nicht in der Heimat, sondern im Ausland zu feiern, sei so nie geplant gewesen, sagte er einmal in einem Interview mit Sächsische.de. Das war 2021, und der Weltstar mit Debütalbum bei Sony Music Entertainment, fünf Goldenen Schallplatten für seine größten Hits wie "Hypnotized" und "Fireworks" und mehr als neun Millionen Hörern monatlich auf dem Musikportal Spotify legte als Highlight auf dem Dresdner Stadtfest auf.

Die ersten großen Anfragen kamen halt von weiter her, und dort blieb er auch. Hierzulande wirkt er noch immer wie ein Phantom, was ihm zugegebenermaßen nicht unrecht ist. "Ich wollte nie mein Gesicht überall zeigen", gibt er zu. Vor Publikum zu spielen, fühle sich bis heute wie eine Therapie für ihn an - was den Vorteil mit sich bringt, im eigenen Viertel oder auch in der Neustadt unterwegs sein und Freunde treffen zu können, ohne aufzufallen.

Diejenigen, die am Mittwoch auf Purple Disco Machine im Rathaus warten, würden ihn ganz sicher trotzdem erkennen. Dafür sind sie Fans genug. Nun aber haben sie eine noch viel bessere Gelegenheit, dem Künstler näherzukommen. Nicht im Vorbeigehen, sondern ganz exklusiv und mit Zeit zum Plaudern und für Handyfotos. Das Treffen haben sie bei einer Instagram-Aktion gewonnen.

Bevor es jedoch so weit ist, empfängt Oberbürgermeister Dirk Hilbert den gefeierten Sohn der Stadt, nicht ohne seine Strahlkraft zu loben. So ein bisschen Grammy hat schließlich auch ganz Dresden mit verliehen bekommen, als Tino Piontek den Musik-Oscar in diesem Jahr für seinen Remix von Lizzos Single "About Damn Time" in der Kategorie "Best Remixed Recording" gewann.

Eine persönliche Botschaft gab es auch.
Eine persönliche Botschaft gab es auch. © Sven Ellger

"Das nächste Mal komme ich mit zur Preisverleihung", kündigt Dirk Hilbert an. Schließlich müsse er sein Image als vielreisender OB pflegen. Dann greift Purple Disco Machine zum schwarz-goldenen Feinschreiber, versehen mit dokumentenechter Tinte, und schreibt kurz und konzentriert auf das ebenfalls besonders beständige Papier des Goldenen Buches.

Seit Tagen überlege er, was genau er schreiben könnte - ohne Erfolg, gab er zuvor zu. Der Blick auf das Ergebnis offenbart: Das war kein Scherz. "An meine Heimat", Ausrufezeichen, steht da. Außerdem Krakel, die aussehen, als habe er den Stift ausprobiert, wie eine Pressekollegin bemerkt, und schlussendlich sein Name: "Tino".

Damit ist der offizielle Akt vorbei. OB Hilbert freut sich. Vor allem junge Gäste des Rathauses seien sehr neugierig auf die Eintragungen im Goldenen Buch der Stadt und beeindruckt von all den Prominenten, zu denen die Hollywood-Schauspielerin Cate Blanchett, Königin Sylvia von Schweden und Fürst Albrecht II von Monaco, Ex-Kanzlerin Angela Merkel und Roland Kaiser gehören.