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SachsenEnergie investiert in Kraftwerke

Mit erneuerbaren Energien soll verstärkt Wärme erzeugt werden. Was der Versorger dieses Jahr noch in Dresden plant.

In Reick wird neben dem alten ein hochmodernes, flexibles Kraftwerk gebaut. Dafür investiert die SachsenEnergie rund 95 Millionen Euro.
In Reick wird neben dem alten ein hochmodernes, flexibles Kraftwerk gebaut. Dafür investiert die SachsenEnergie rund 95 Millionen Euro. © Sven Ellger

Dresden. Die aus der Drewag und dem Regionalversorger Enso fusionierte SachsenEnergie AG will dieses Jahr kräftig investieren. Insgesamt sind dafür über 300 Millionen Euro geplant, erklärt Vorstandschef Frank Brinkmann. Die SachsenEnergie wolle im Bereich der erneuerbaren Energien deutlich wachsen und weitere hochmoderne Anlagen errichten, die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) Strom und Fernwärme erzeugen. Als Beispiele führt Brinkmann das im Bau befindliche neue Reicker Heizkraftwerk und ein geplantes neues Blockheizkraftwerk in Klotzsche an.

Hochmoderne Anlage entsteht in Dresden-Reick

Auf dem Gelände des alten Heizkraftwerks Reick lässt die SachsenEnergie für 95 Millionen Euro eine flexible, hochmoderne Anlage von der finnischen Firma Wärtsilä errichten. Sie hat acht Gasmotoren, die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) Strom und Fernwärme erzeugen.

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Die hochmodernen Anlagen sind sehr flexibel und können schnell zu- oder abgeschaltet werden. So ist es auch im Falle eines großflächigen Stromausfalls, eines Blackouts, weiter möglich, die Bürger und die Wirtschaft der Stadt zu versorgen. In der Fachsprache nennt sich das Schwarzstartfähigkeit.

Im Winter kann die Anlage etwa ein Viertel des Dresdner Wärmebedarfs decken. Jährlich werden mit der Gasmotorentechnologie gegenüber herkömmlichen Werken rund 80.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart. Ende 2019 hatte der Bau begonnen. Am 22. April 2020 war die symbolische Grundsteinlegung.

Anfang Dezember war der achte und letzte Gasmotor eingebaut worden. „Mit dem Beginn der Inbetriebnahmetätigkeiten rechnen wir im Spätsommer“, erklärt SachsenEnergie-Sprecherin Martin-Mönnich. Anfang nächsten Jahres soll das neue Kraftwerk fertig werden.

Zuschuss vom Bund

Mit einem innovativen KWK-Projekt hatte sich noch die Drewag 2020 bei der Bundesnetzagentur beworben und kurz vor Weihnachten den Zuschlag erhalten. Das System umfasst drei Anlagen, erläutert SachsenEnergie-Projektleiter Tilo Keil. In Klotzsche soll das alte Blockheizkraftwerk in der Nähe des Flughafens durch ein leistungsfähigeres neues ersetzt werden. Diese moderne Anlage mit einer Leistung von 2,6 Megawatt erzeugt Fernwärme und Strom. Für die erzeugte Elektroenergie zahlt der Bund einen Zuschuss von 9,98 Cent pro Kilowattstunde, erklärt Keil.

Am Kraftwerk Nossener Brücke wurde bereits 2019 eine innovative Anlage in Betrieb genommen. Der Riesen-Tauchsieder kann sauberen Strom in Wärme umwandeln.
Am Kraftwerk Nossener Brücke wurde bereits 2019 eine innovative Anlage in Betrieb genommen. Der Riesen-Tauchsieder kann sauberen Strom in Wärme umwandeln. © René Meinig

In der Halle des Blockheizkraftwerks wird eine zweite Anlage des innovativen Systems installiert, die wie ein großer Wasserkocher funktioniert. Während Zeiten, in denen zu viel Strom erzeugt wird, kann der Überschuss in speicherbare Energie in Form von Wärme umgewandelt werden, die letztlich ins Fernwärmenetz eingespeist werden kann. Am Kraftwerk Nossener Brücke war bis 2019 eine viel größere ähnliche Anlage erreichtet worden, die als Riesen-Tauchsieder sauberen Strom in Wärme umwandelt und damit die Umwelt schont.

Als dritte Komponente des innovativen Förderprojekts soll im Kraftwerk Reick eine Luft-Wärme-Pumpe errichtet werden. Dafür wird ein knapp 100 Quadratmeter großes Gebäude gebaut, auf dessen Dach zwei Luftkühler kommen, die etwa so groß wie Seecontainer sind, erläutert Projektleiter Keil.

Die Anlage funktioniert nach dem umgekehrten Prinzip eines Kühlschranks. Der Luft wird Wärme entzogen, die ins Kältemittel abgeleitet wird. Das wird verdichtet und erzeugt letztlich 85 Grad heißes Wasser. Dieses wird im Kraftwerk ins Fernwärmesystem eingespeist.

Dieses Jahr werden die drei Anlagen geplant, im kommenden Jahr gebaut und Anfang 2023 in Betrieb genommen. Dafür investiert die SachsenEnergie rund 4,5 Millionen Euro.

Über 60 Prozent des Leitungsnetzes erneuert

Seit 1991 hatte bereits der SachsenEnergie-Vorgänger Drewag fast 380 Millionen Euro ins Netz der Wasserleitungen investiert. So sind über 60 Prozent davon seit damals neu verlegt worden. Dadurch sind auch die Wasserverluste, die 1995 noch bei 21 Prozent lagen, auf fünf Prozent gesunken.

Nach starken Schäden wird die Leitung auf der Karcherallee bereits erneuert. Dieses Jahr setzten die Leitungsbauer ihre Arbeit im Bereich Bertolt-Brecht-Allee/Karcherallee/Tiergartenstraße fort, erklärt Sprecherin Martin-Mönnich.

Weiter ausgebaut wird das Trinkwassersystem im Gewerbegebiet Airportpark, in dem das Boschwerk entsteht. Zudem entsteht eine zusätzliche Leitung an der Wilschdorfer Landstraße zwischen Radeburger Straße und Globalfoundries. Zudem wird das bereits begonnene Projekt „Pumpenkette Ost“ mit der Leitungserneuerung im Bereich Radeberger/Fischhausstraße und Bautzner/Bautzner Landstraße fortgesetzt, verweist die Sprecherin auf ein weiteres Beispiel.

Am Fischhausgelände sind ein neuer Trinkwasser-Hochbehälter und daneben ein Pumpwerk entstanden. Im Frühjahr sollen die Anlagen schrittweise in Betrieb genommen werden.
Am Fischhausgelände sind ein neuer Trinkwasser-Hochbehälter und daneben ein Pumpwerk entstanden. Im Frühjahr sollen die Anlagen schrittweise in Betrieb genommen werden. © René Meinig

Die Wasseranlagen: Hochbehälter geht in Betrieb

Weit fortgeschritten ist der Neubau eines größeren Hochbehälters an der Fischhausstraße. Auf der Fläche des 1875 fertiggestellten ältesten Dresdner Hochbehälters ist eine Anlage mit einem Fassungsvermögen von 18.000 Kubikmetern errichtet worden. Im Frühjahr soll sie schrittweise in Betrieb genommen werden.

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