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Mehr Delta-Fälle an den Schulen in Dresden

In Dresdens Schulen nimmt das Infektionsgeschehen wieder Fahrt auf. Welche Folgen das für die Einrichtungen hat und wie sie damit umgehen.

Eine Maske liegt im Unterricht auf Unterlagen, während im Hintergrund Schülerinnen und Schüler in einem Gymnasium mit Mund- und Nasenschutz zu sehen sind.
Eine Maske liegt im Unterricht auf Unterlagen, während im Hintergrund Schülerinnen und Schüler in einem Gymnasium mit Mund- und Nasenschutz zu sehen sind. © Matthias Balk/dpa (Symbolbild)

Dresden. Es sind nur noch wenige Wochen bis zu den Sommerferien und das Leben in der Stadt schien wieder leichter zu werden. Doch der Schein könnte trügen, an den Schulen gibt es wieder mehr Coronafälle.

Wie viele Fälle gibt es an den Schulen?

Seit dieser Woche sind dem Gesundheitsamt insgesamt 18 Gemeinschaftseinrichtungen mit 22 positiven Fällen gemeldet worden. Davon sind neun Delta-Fälle bestätigt. Wie viele Fälle an Schulen sind, sagt die Stadt nicht.

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„An der 107. Oberschule, der 49. Grundschule und am Bertold-Brecht-Gymnasium
gibt es mehr als eine Indexperson“, erklärt die Stadt. Im Vergleich zu den vergangenen Wochen sei eine deutliche Zunahme des Infektionsgeschehens zu verzeichnen.

Nicht nur auf Gemeinschaftseinrichtungen bezogen stellt das Gesundheitsamt
zudem eine signifikante Zunahme der Delta-Variante im Stadtgebiet fest, heißt es aus dem Rathaus auf Anfrage. So sind demnach Mitte Juni zwei Fälle mit der Delta-Variante festgestellt worden, in der Woche danach fünf und nun zehn. Bisher wurden seit März 2021 in Dresden insgesamt 36 Delta-Infektionen registriert.

Laut Stadt sind an diesem Donnerstag 257 Kinder und Lehrer an 13 Dresdner Schulen in Quarantäne. Dazu kommen 85 Kinder und Erzieher in zwei Kitas. An weiteren Einrichtungen wird derzeit noch ermittelt, wie viele Personen engen Kontakt mit einem Infizierten hatten und nun vorerst daheim bleiben müssen.

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Wie gehen betroffene Schulen damit um?

Am Samstag wurde bekannt, dass sich ein Schüler des Bertolt-Brecht-Gymnasiums mit dem Coronavirus infiziert hatte. Das bestätigt das Gesundheitsamt nach der Testung im Wohnhaus auf der Altenzeller Straße. Bei den Bewohnern gab es den Verdacht auf die Delta-Variante. Nun schreibt Schulleiter Marcello Meschke in einem Brief an die Eltern, dass eine weitere Infektion mit dem Coronavirus bekanntgeworden sei. Sie stehe wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Infektion einer Schülerin, die schon vorher bekannt geworden war. Da noch immer der Verdacht bestehe, dass es sich um die als sehr ansteckend geltende Delta-Variante handelt, habe er mehrere Klassen und Lehrer in Quarantäne geschickt. Weitere Entscheidungen treffe das Gesundheitsamt.

Mit Stand Anfang der Woche waren 14 Lehrkräfte als Kontaktpersonen am Brecht-Gymnasium in Quarantäne. "Heute fehlten uns insgesamt 25, morgen fehlen 26 Lehrerinnen und Lehrer", so der Schulleiter. Die Schüler, die zu Hause bleiben müssen, würden mit Aufgaben und Fernunterricht versorgt. Die Lehrkräfte in Quarantäne unterrichteten die Schüler wie während der kompletten Schulschließung über LernSax von zu Hause aus. Es würden also auch verbindliche Videokonferenzen stattfinden, die sich zeitlich am Stundenplan orientieren.

Die Quarantäne der 14 Lehrer hat aber auch Folgen für die übrigen Kinder. Für die betroffenen Kurse der Sekundarstufe II werden Aufgaben bereitgestellt. Auch Tests können laut Schulleitung unter Aufsicht eines Vertretungslehrers absolviert werden. Zudem testet das Gesundheitsamt am Donnerstag ab 9 Uhr alle Kontaktpersonen in der Sporthalle. Der konkrete Zeitplan wird den Schülern über LernSax mitgeteilt.

Wo gab es weitere Infektionsfälle mit der Delta-Variante?

Die Corona-Delta-Variante hatte Mitte Juni die Dresdner Schulen und Kitas erreicht. Nachdem bereits ein Fall an der 113. Grundschule bekannt geworden war, bestätigte das Gesundheitsamt, dass es weitere Infektionen an anderen Einrichtungen gibt.

Am vergangenen Wochenende wurden schließlich Bewohner eines Hauses an der Altenzeller Straße getestet. Der Grund: Drei Familien und deren Kinder hatten Positiv-Befunde erhalten. Die Delta-Variante wurde mittlerweile bei vier von zehn Betroffenen bestätigt. Angaben des Gesundheitsamtes zufolge infizierten sich drei Kinder aus einer Familie. Diese drei Fälle haben weitreichende Folgen. Denn die Kinder besuchten unterschiedliche Einrichtungen in der Stadt. Es handelt sich um die Kita Spatzenvilla, die 113. Grundschule, die 120. Grundschule, die 14. Grundschule, die 35. Oberschule und das Bertolt-Brecht-Gymnasium.

Wie reagieren Eltern und Lehrer an anderen Schulen?

Die 145. Oberschule in Pieschen ist derzeit nicht von Corona-Infektionen betroffen. Auf dem neuen Schulcampus an der Gehestraße werden 410 Oberschüler von 30 Lehrern unterrichtet. "Seit März hatten wir nur einen positiven Fall", sagt Leiterin Anne Leitner. Dass sich Kollegen oder Eltern nun angesichts der zunehmenden Fälle an den anderen Schulen Sorgen machen, kann sie nicht bestätigen. "Bei uns ist alles entspannt." Das betreffe auch die neuen Regelungen. Masken müssen weder Kinder noch Lehrer tragen, ab Juli reicht ein Corona-Test pro Woche aus, um die Schule besuchen zu können. "Wir versuchen jetzt gut durch die Zeit bis zu den Sommerferien zu kommen", so Anne Leitner. "Danach werden wir weitersehen."

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Felix Schulze vom Dresdner Kreiselternrat sagt, er bekäme zum Thema Corona-Infektionen und Quarantäne momentan keine Anfragen. Dennoch nehme er in Gesprächen mit anderen Eltern wahr, dass sie mit Blick auf die bevorstehende Urlaubs- und Ferienzeit schon ein mulmiges Gefühl hätten. Es gebe durchaus die Befürchtung, dass ein positiver Corona-Fall an der Schule und damit verbundene Quarantäne-Anordnungen allen Urlausplänen einen Strich durch Rechnung machen könnten.

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