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Wie es am Blockhaus weitergeht

In das historische Gebäude an der Augustusbrücke soll das Archiv der Avantgarden einziehen. Dafür sind aufwendige Betonarbeiten nötig.

Zugehängt und ohne Dach: Das Blockhaus soll 2023 als Archiv der Avantgarden eröffnen
Zugehängt und ohne Dach: Das Blockhaus soll 2023 als Archiv der Avantgarden eröffnen © Sven Ellger

Dresden. Im vorigen Jahr hatte es sich in ein Gerippe ohne Dach verwandelt, jetzt ist das Blockhaus von allen Seiten mit Planen abgehängt. Von außen ist also nicht zu sehen, wie viel im Innern schon geschafft wurde. Bis Ende des kommenden Jahres soll im Blockhaus ein adäquater Platz für das Archiv der Avantgarden entstehen, ein Geschenk des deutsch-italienischen Sammlers Egidio Marzona. Er hatte den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden neben seiner ersten Schenkung von 1,5 Millionen Objekten im Jahr 2016 weitere 200.000 Stücke Ende 2018 übertragen. Darunter Designgegenstände, Möbel und Glasobjekte aus dem italienischen Design der 1970er- bis 90er-Jahre.

Um sie im Blockhaus ausstellen zu können, durchlebt das historische Gebäude eine Metamorphose. Hineingebaut wird ein schwebender Beton-Kubus, 16 mal 16 mal 12 Metern groß. Unter ihm entstehen im Erdgeschoss eine große Ausstellungsfläche und im Keller ein Café. Um ihn herum wird es auf drei Etagen Galerien geben, auf denen Wissenschaftler und Künstler arbeiten sollen.

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Wie weit sind die Arbeiten vorangekommen?

Die Spezialtiefbauarbeiten zur Verstärkung der unter den Außenwänden vorhandenen Fundamente und die Betonage der Bodenplatte sind inzwischen abgeschlossen, sagt Alwin-Rainer Zipfl, der Sprecher des Sächsischen Immobilien- und Baumanagements (SIB). Die Außenwände seien abgedichtet und mit Erdreich angefüllt worden. Im Inneren des Gebäudes wurde zur Hochwassersicherheit eine sogenannte „Weiße Wanne“ betoniert, sodass die Elbe bei Hochwasser nicht in den Keller eindringen kann.

"Derzeit werden die Rohbauarbeiten im Inneren des Blockhauses durchgeführt", sagt Zipfl. Ab Dezember dieses Jahres soll begonnen werden, den neuen Dachstuhl zu errichten und danach das Dach zu schließen. "Aktuell laufen die Ausschreibungen und die Vertragsschlüsse für diese Ausbaugewerke."

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen liege die Gesamtmaßnahme im Zeit- und Kostenrahmen. Nicht nur Corona macht den beauftragten Firmen zu schaffen, sondern auch Engpässe beim Material und steigende Preise dafür. Hinzu kommt, dass Baufirmen momentan sehr viele Aufträge haben.

Nach wie vor geht das SIB davon aus, dass der Umbau des Hauses Ende 2022 abgeschlossen sein wird. Die Arbeiten an den Schienen und den Fahrbahnen auf der Augustusbrücke und auf der Großen Meißner Straße waren dem SIB bekannt und wirkten sich nicht auf die Baustelle Blockhaus aus, sagt Zipfl. Die Zufahrt sei vom Westen, vom ehemaligen Parkplatz aus, gewährleistet.

Hochwasserschutz besonders wichtig

Seit dem Hochwasser 2013 steht das markante Gebäude am Neustädter Augustusbrücken-Kopf leer. Damals hatte das Gebäude seine Heizung und sämtliche Medien im Keller eingebüßt. Hochwasserschutz ist deshalb ein nicht unerheblicher Kostenfaktor des 25-Millionen-Euro-Objekts. Drei Millionen kommen noch für die Gestaltung der Außenanlagen hinzu.

Laut Marion Ackermann, der Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen, soll das neue Blockhaus ein einladendes gastfreundliches Institut werden, in dem auch künstlerische Forschung mit offenem Ausgang betrieben werden kann. Performances, Lesungen und Debatten können im Haus und draußen im Garten stattfinden – mit weitem Ausblick über die Elbe zu Hofkirche und Schloss, Brühlscher Terrasse, Landtag und Kongresszentrum. (mit SZ/bg)

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