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Dresden rechnet jetzt für Deutschland

Mit 80 Millionen Euro von Bund und Land entsteht an der TU Dresden ein Hochleistungsrechenzentrum. Es soll vor allem der Krebsforschung dienen.

Das Rechenzentrum der TU Dresden wird nun für 80 Millionen Euro erweitert.
Das Rechenzentrum der TU Dresden wird nun für 80 Millionen Euro erweitert. © Britta Pedersen/dpa (Symbolbild)

Dresden. Am Großrechner der Technischen Universität Dresden wird angebaut. Zehn Jahre lang, Jahr für Jahr kommen neue Speicher und Prozessoren in die Rechnerhalle. Bis 2030 stehen dafür mehr als 80 Millionen Euro zu Verfügung. Das haben die dafür bundesweit zuständigen Forschungsorganisation am Freitag bekanntgegeben. Acht solche Rechenzentren soll es in Deutschland demnach künftig geben. Dresden ist das einzige in Ostdeutschland. Das Dresdner Konzept ist zudem mit Bestnoten bewertet worden und ist uneingeschränkt bewilligt. Seit fünf Jahren laufen die Vorbereitungen dafür, berichtet Wolfgang Nagel im Gespräch mit der SZ. Er leitet das ZIH, das Zentrum für Informationsdienste und Hochleistungsrechnen der TU.

Jedes der neuen Nationalen Hochleistungsrechenzentren hat eine spezielle Aufgabe für Deutschland. „Wir haben uns auf Lebenswissenschaften und Erdsystemforschung fokussiert“, sagt Nagel. Doch nicht die TU Dresden entscheidet, wer auf dem neuen Gerät rechnen darf, sondern ein externes Wissenschaftlergremium.

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Sachsen will die neue Technik unter anderem für seine Zellbiologie und hier insbesondere für die Krebsforschung nutzen. Für ein besseres Verständnis dafür, wie Zellen wirklich funktionieren. Es ist die Voraussetzung für neue, regenerative Therapien bei bisher unheilbaren Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson. Es geht um Wirkstoffe, auch gegen neue Viren. Wie Millionen von chemischen Kombinationen auf und in den Zellen wirken, soll der Rechner simulieren. 

Sachsen will noch mehr investieren

Der Umgang mit riesigen Datenmengen und deren Analyse ist eine Spezialität vom Dresdner ZIH. Big Data und Maschinelles Lernen, Künstliche Intelligenz. Entscheidend dabei ist, schnell auf gigantische Datenmengen Zugriff zu bekommen. „Wir haben derzeit die schnellsten Speicher Deutschlands, wahrscheinlich auch Europas“, sagt Wolfgang Nagel. „Und das werden wir weiter ausbauen.“

In dem extrem gesicherten Maschinenraum steht jetzt schon Rechentechnik im Werte von weit mehr als 50 Millionen Euro. Sachsens Landesrechner arbeitet dort, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt richtet soeben millionenschwere Technik ein, das Universitätsklinikum hat dort seine Daten. Jetzt kommen noch einmal Computer für etwa 40 Millionen Euro dazu. Die anderen 40 Millionen sind für zusätzliches Personal, für sehr viel mehr Strom und die Kühlung der Großrechner notwendig.

„Der Beschluss ist auch ein Ergebnis der langfristig angelegten Investitionen des Freistaates Sachsen und der TU Dresden“, sagt Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU). Und offenbar ist das Land bereit, dort noch mehr zu investieren. Ebenfalls am Freitag beschlossen wurde von einer Bund-Länder-Konferenz (GWK), künftig fünf Zentren der Künstlichen Intelligenz in Deutschland zu finanzieren. Scads, ein Projekt von Forschern aus Dresden und Leipzig, ist dort dabei und muss jetzt ein Konzept dafür erarbeiten. Ab 2022 könnte aus Scads dann ein von Bund und Land finanziertes, dauerhaft existierendes Institut für Künstliche Intelligenz werden – mit einem jährlichen Budget zwischen 15 und 25 Millionen Euro.

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