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So wütete Sturmtief "Eberhard" in Sachsen 

Mit orkanartigen Böen ist das Sturmtief am Sonntagabend durch Sachsen gefegt. Die Polizei musste Straßen sperren. Ein Easyjet-Flieger konnte nicht landen.

In Dresden stürzten mehrere Bäume um. © SZ/Mirko Jakubowsky

Umgestürzte Bäume:

In Dresden stürzten mehrere Bäume um, auch Mülltonnen, Altglascontainer und Verkehrsschilder hielten dem Sturm nicht stand wurden umgeweht. An der Bautzner Straße fiel ein Baum auf die Oberleitung der Straßenbahn und beschädigte auch den Wartebereich der Haltestelle Mordgrundbrücke. Dadurch konnte die Linie 11 nicht mehr fahren.

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Das Wochenende war ungemütlich. Erst Sturmtief "Dragi". Dann, Sonntagnacht, Tief "Eberhard". Und die Aussichten für die Woche sind kaum besser. 

Auch die Haltestelle Mordgrundbrücke wurde beschädigt.  © Tino Plunert

Auf der Pirnaer Landstraße entwurzelte der Wind eine große Fichte. Sie drohte auf ein Wohnhaus bzw. die Straße zu stürzen. Die Berufsfeuerwehr rückte mit mehreren Fahrzeugen und einer Drehleiter an. Die Feuerwehrleute sägten zunächst viele Äste aus dem Baum, um dem Wind die Angriffsfläche zu nehmen. Anschließend sicherte der Kran die Fichte. Die Kameraden zersägten den Stamm von unten nach oben. Am Ende konnte das kurze Reststück der Fichte im Grundstück abgelegt werden. Während des fünfstündigen Einsatzes war die Pirnaer Landstraße in Sporbitz gesperrt. Gegen 4.30 Uhr wurde die Straße wieder freigegeben.

>>> So wütete der Sturm in Dresden

Der Baum drohte auf die Pirnaer Landstraße zu stürzen. © Roland Halkasch

Im Rödertal, auf der Lichtenberger Straße, in der Nähe von Großröhrsdorf, kippten mehrere Bäume auf die Fahrbahn. Infolge dessen war die Straße unpassierbar. Verletzt wurde hierbei keiner. Die Kameraden waren mit Kettensägen im Einsatz, um schnellstmöglich die Straße zu räumen. 

>>> Weitere Infos zu Sturmschäden im Landkreis Bautzen

Bei Großröhrsdorf blockierten mehrere umgestürzte Bäume die Straße. © Christian Essler

Auch in Pirna wurde ein Baum entwurzelt. Eine Weide krachte gegen 22:30 Uhr auf einen Altkleidercontainer und begrub diesen unter sich. Zudem versperrte der Baum die Straße und den Gehweg. Die Kameraden der Feuerwehr Pirna-Altstadt kamen zum Einsatz. Mit einer Motorkettensäge wurde der Baum zerkleinert. 

>>> Weitere Infos zu Sturmschäden in Pirna

Die Weide begrub einen Container unter sich. © Marko Förster

Über 90 Einsatzstellen haben die Kameraden im Landkreis Meißen bis zum Sonntagabend 23.30 Uhr abgearbeitet. Hauptsächlich umgestürzte Bäume seien das Betätigungsfeld der Wehren gewesen.

>>>  Weitere Infos zu Sturmschäden im Landkreis Meißen

Auf der B97 zwischen Schmorkau und Königsbrück liegt ein Baum quer, die Straße ist noch bis ungefähr 12 Uhr gesperrt. 

Ebenfalls gesperrt ist die B98 zur A-4-Ausfahrt Burkau. Hier besteht Gefahr durch mehrere umgestürzte Bäume, auch hier ist die Feuerwehr noch bis ca. 12 Uhr im Einsatz.

Verletzte:

Ein Transporter, voll beladen mit Kartons und Barcodescannern, war auf der 178n, aus Richtung Zittau kommend, nach Löbau unterwegs. Durch den extremen Sturm kam der Fahrer mit seinem Fahrzeug von der Fahrbahn ab und rutschte etwa vier Meter einen Abhang hinunter. Dabei wurde der Fahrer schwer verletzt und kam in ein Krankenhaus. Das Fahrzeug ist komplett zerstört. 

Zwischen Zittau und Löbau kam dieser Transporter durch den Sturm von der Straße ab. © Danilo Dittrich

Ein 47-Jähriger wurde schwer verletzt, als der Wind einen auf dem Standstreifen stehenden Kleintransporter auf der A72 bei Chemnitz umwehte. 

Auf dem A-17-Parkplatz Am Heidenholz ging ein Transporter in Flammen auf. Die Fahrerin des Transporters konnte sich rechtzeitig ins Freie retten und blieb unverletzt. Das Auto allerdings brannte lichterloh. Die Löscharbeiten wurden durch den orkanartigen Wind erheblich erschwert, sodass der mit Prospekten beladene Kleintransporter vollständig abbrannte. 

Durch den Wind wurden die Löscharbeiten erschwert. © Marko Förster

Behinderungen im Straßenverkehr:

Mehrere Straßen waren in der Nacht zeitweise unpassierbar, in Dresden etwa Teile der Waltherstraße in der Friedrichstadt. Hier hatte der Sturm mehrere Metallplatten auf die Straße geweht. 

Von einer leerstehende Fabrik an der Waltherstraße wurden Metallplatten herunter geweht. © Tino Plunert

Auf der Prager Straße soll Augenzeugen zufolge ein Dach abgedeckt worden sein, Gegenstände seien über die Fußgängermeile geweht worden.

Polizei und Feuerwehr konnten durch die Vielzahl an Vorkommnissen zunächst noch keine Einsatz-Gesamtzahl nennen. Die Liste des polizeilichen Verkehrswarndienstes wurde am späten Abend immer länger. 

An der Prager Spitze wurde durch den Sturm ein Dach abgedeckt. © Tino Plunert

Stromausfälle:

In der Sturmnacht waren im Landkreis Mittelsachsen 10.000 Haushalte ohne Strom. Wie Evelyn Zaruba, Pressesprecherin der enviaM, mitteilt, sind aktuell noch immer etwa 800 Kunden im Bereich Ostrau Merschütz unversorgt.

Im Nachbarland Tschechien sind am Montagmorgen 300.000 Haushalte vom Stromnetz abgeschnitten, weil Leitungen beschädigt sind. Die Feuerwehren rückten im ganzen Land zu Hunderten Einsätzen aus, um umgefallene Bäume von Straßen zu räumen und Dächer zu sichern. 

Züge stehen still:

Eberhard wirbelte auch Reisepläne durcheinander: die Deutsche Bahn meldete, dass es zu sturmbedingten Einschränkungen käme, Zugbetreiber Trilex stellte den Verkehr weitgehend ein. Auf beiden Strecken in Richtung Görlitz und Zittau blockierten zahlreiche umgestürzte Bäume die Fahrwege. Die Strecken wurden ab Bischofswerda gesperrt und es wurde Busnotverkehr eingerichtet. Die Beräumung dauerte bis zum Mittag an. Seit 13 Uhr sind aber auch hier beide Strecken wieder freigegeben. Es kann beim Trilex noch bis in die Nachmittagsstunden Beeinträchtigungen geben, da sich der Verkehr erst wieder normalisieren muss.

Ein von Basel kommender Easyjet-Airbus mühte sich am Abend, planmäßig am Flughafen in Klotzsche zu landen, drehte nach vergeblichen Versuchen dann aber nach Berlin-Schönefeld ab, wo er schließlich sicher aufsetzte. 

Wetterdienst vermeldet Orkanböen:

Der Deutsche Wetterdienst hat in der Nacht die Windgeschwindigkeiten in Sachsen erfasst. Windstärke 12 und damit Orkanböen wurden auf dem Fichtelberg, in Chemnitz und am Flughafen Leipzig registriert. Die höchste Windspitze betrug 143 km/h (Fichtelberg). Am Dresdner Flughafen wurden 107 km/h gemessen, in Zinnwald im Osterzgebirge 109 km/h und in Görlitz 90 Stundenkilometer. (mja/nr/dpa)

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