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Rollstuhlgerechtes Zuhause für Johnny

Nach einem Artikel auf Sächsische.de über einen kleinen Schiebocker kommt die Hilfswelle ins Rollen. Sogar aus Costa Rica meldete sich einer, der helfen möchte.

Johnnys Eltern wollen die frühere Küche am Altmarkt an der Kamenzer Straße für ihren Sohn ausbauen. Dort dreht der Sechsjährige eine Runde auf dem Bobbycar.
Johnnys Eltern wollen die frühere Küche am Altmarkt an der Kamenzer Straße für ihren Sohn ausbauen. Dort dreht der Sechsjährige eine Runde auf dem Bobbycar. © Steffen Unger

Bischofswerda. Johnny kommt in diesem Sommer zur Schule. Was für Eltern eines sechsjährigen Kindes das Normalste von der Welt ist, ist es für Johnnys Eltern nicht. Denn ihr Sohn ist seit rund vier Jahren körperbehindert. Er kann allein kaum laufen, ist auf seinen kleinen Rollstuhl und einen Kinder-Rollator angewiesen. Und darauf, dass er getragen wird, sobald Stufen zu überwinden sind. Deshalb entschlossen sich seine Eltern, ein Innenstadthaus in Bischofswerda rollstuhlgerecht auszubauen – Sächsische.de berichtete am 8. Februar 2020.

Auf den Artikel sowie einen Spendenaufruf der Eltern Jeannette und Ralph Weich über die sozialen Medien blieben Reaktionen nicht aus. Einige überwiesen Geld. Ein ehemaliger Landwirt aus Göda meldete sich in der SZ-Redaktion und bot seine Hilfe bei Transporten für den Umbau an. 

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Ein weiterer SZ-Leser gab Tipps, welche Förderprogramme helfen könnten, berichtet Johnnys Mama. Sie war es auch, die mit einer Freundschaftsanfrage ein Video von der Familie an den Buchautor Christian Krause sandte. So wurde auch er auf Johnny aufmerksam – und versprach zu helfen.

Wohn- und Schlafräume umbauen

 Im Jahr 2018 brachte Christian Krause den Bestseller „Angetreten zum Verändern“ auf den Markt, in dem er über seine eigene Vergangenheit schreibt. Mit 18 war er in eine Drückerkolonne geraten, musste Klinken putzen und Sachen verkaufen. Er geriet auf die schiefe Bahn, wurde wegen Wirtschaftskriminalität eingesperrt, erlebte den totalen Absturz – und 2018 einen Neustart. Mit seinem Buch wolle er Menschen zeigen, „dass, egal wie tief man sinkt, es immer einen Ausweg gibt“, sagt Christian Krause, der jetzt als Motivationstrainer arbeitet und in Costa Rica lebt.

„Ich bin heute ein erfolgreicher Unternehmer und Buchautor. Ich möchte etwas zurückgeben an Menschen, die in Not sind, oder wie Johnny Hilfe brauchen“, sagte er Sächsische.de. Zehn Prozent des Verkaufserlöses seines Mutmacher-Buches (24,95 Euro) möchte er der Bischofswerdaer Familie spenden. Nach einem Charity Realtalk Event am Freitag mailte er an die Familie, dass bereits Spenden von 1.150 Euro zugesagt seien. Außerdem gebe es ein Autohaus in Dresden und ein Bauunternehmen, das vor Ort unterstützen möchte. Vor einem Jahr habe er bereits eine ähnliche Aktion für den kleinen Elias in Österreich gestartet. „25.000 Euro kamen damals zusammen“, berichtet er.

Das lässt hoffen, dass für den Umbau das nötige Geld zusammenkommt. Johnnys Eltern wollen die frühere „Küche am Altmarkt“ – das Gebäude ist ihr Nachbarhaus – für ihren Sohn umbauen, mit Schlaf- und Spielzimmer, behindertengerechtem Bad sowie einem barrierefreien Ausgang. Über weitere Spender und Buchkäufer würden sie sich freuen. (SZ/ir)

Die Spendenaktion für Johnny läuft auf gofoundme und Facebook.

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Hinzu kommt ein Spendenkonto bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden DE98 85050300 1225 7666 79.

Das Buch „Angetreten zum Verändern“ von Christian Krause.


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