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Sport

Zabels Makel bleibt

Die Karriere des Radprofis war geprägt von Erfolgen – und ist von Dopingvergehen überschattet. Jetzt feiert der Mann im Grünen Trikot seinen 50. Geburtstag.

Erik Zabel im Dezember 2018 bei der Präsentation des inzwischen aufgelösten Teams Katusha-Alpecin.
Erik Zabel im Dezember 2018 bei der Präsentation des inzwischen aufgelösten Teams Katusha-Alpecin. © Archiv: dpa/Thomas Frey

Berlin. Er war einer der schnellsten Fahrer seiner Generation, der Abo-Gewinner des Grünen Trikots der Tour de France und neben Jan Ullrich das Gesicht des berühmt-berüchtigten Teams Telekom: Erik Zabel.

Der Sprinter verhalf dem Radsport in Deutschland in den 90er-Jahren mit zahlreichen Erfolgen zu ungeahnter Popularität - und warf den Sport durch seine Dopingvergehen und den Umgang mit seiner Vergangenheit später um Jahre zurück. Am Dienstag feiert er seinen 50. Geburtstag.

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Insgesamt holte Zabel zwölf Etappensiege bei der Tour. Hier bejubelt der Berliner seinen achten Erfolg auf dem 20. und vorletzten Abschnitt der Frankreich-Rundfahrt 2000, der über 254,4 Kilometer von Mulhouse nach Troyes führte.
Insgesamt holte Zabel zwölf Etappensiege bei der Tour. Hier bejubelt der Berliner seinen achten Erfolg auf dem 20. und vorletzten Abschnitt der Frankreich-Rundfahrt 2000, der über 254,4 Kilometer von Mulhouse nach Troyes führte. © Archiv: dpa

Auf dem Rad war Zabel ein Ausnahmekönner. Als talentiert galt der gebürtige Ost-Berliner schon früh, vor allem aber war er beseelt von großem Trainingsfleiß. Zabel war ein Arbeiter, ein Kraftpaket, kein eleganter Pedaleur de charme wie Ullrich.


Bei den Olympischen Spielen 1992 wird Zabel Vierter im Straßenrennen. Walter Godefroot, der seit kurzem die Geschicke beim noch jungen Team Telekom lenkt, verpflichtet Zabel zur Saison 1993. 13 Jahre wird er das Magenta-Trikot tragen.

Sechsmal in Grün nach Paris

Das Team wächst, die Erfolge stellen sich ein, 1996 gewinnt Bjarne Riis die Tour, ein Jahr später macht sich Jan Ullrich unsterblich. Mit welchen Mitteln und Mittelchen das Telekom-Team hantiert, wird erst später offenbar.

Zabel gelingt der Durchbruch spätestens 1995 mit seinem ersten von zwölf Tour-Etappensiegen. Die Zukunft unter der Sprintern gehört Zabel. Von 1996 bis 2001 wird er das Grüne Trikot der Frankreich-Rundfahrt gewinnen.

Erik Zabel mit seinem ehemaligen Teamkollegen Rolf Aldag und dem 2007 amtierende Manager des Teams T-Mobile, Bob Stapleton, bei der Pressekonferenz, bei der er unter Tränen behauptet, nur einmal Epo ausprobiert zu haben. Jahre später bezeichnet er diesen
Erik Zabel mit seinem ehemaligen Teamkollegen Rolf Aldag und dem 2007 amtierende Manager des Teams T-Mobile, Bob Stapleton, bei der Pressekonferenz, bei der er unter Tränen behauptet, nur einmal Epo ausprobiert zu haben. Jahre später bezeichnet er diesen © Archiv: dpa/Oliver Berg

In den Sommern dieser Zeit erliegt Deutschland einem wiederkehrenden Hype. Telekom ist der FC Bayern des Radsports. Und Zabel einer der Kapitäne. "Das Team wurde groß, hier und da vielleicht ein bisschen zu groß", sagte Zabel Anfang Januar im Spotify-Podcast "Plan Z" seines Sohnes Rick.


Der Anfang vom Ende kommt 2005. Telekom, inzwischen als Team T-Mobile unterwegs, setzt alles auf die Karte Ullrich. Im Tour-Aufgebot ist für den Sprinter Zabel kein Platz mehr. 2006 wagt er einen Neuanfang bei Milram, nach der Saison 2008 beendet er seine aktive Karriere.

Nach seiner Zeit bei Telekom fuhr Zabel noch zwei Jahre für das Team Milram.
Nach seiner Zeit bei Telekom fuhr Zabel noch zwei Jahre für das Team Milram. © Archiv: Ian Langsdon / EPA / dpa

Was bleibt, sind Erinnerungen. Seinen ersten Sieg bei Mailand-Sanremo 1997 bezeichnet er als Höhepunkt, seine halbgare Doping-Beichte 2007 als einen der Tiefpunkte. Einen "Riesenfehler" nannte Zabel seinen Auftritt, bei dem er tränenreich behauptete, lediglich einmal in seiner Karriere kurz mit Epo experimentiert zu haben.

2013 taucht sein Name auf einer vom französischen Senat veröffentlichten Liste von Fahrern der Tour 1998 mit positiven Nachtests auf Epo-Doping auf. In der Folge gibt Zabel in der Süddeutschen Zeitung jahrelanges Doping mit Epo, Eigenblut und Cortison zu. "Es ist doch eine ganze Menge", sagt er damals.

Gutes Verhältnis zu Sohn Rick

Zabel verliert in der Folge diverse Posten im Radsport, findet später aber zurück in den Rennzirkus. Beim inzwischen aufgelösten Team Katusha-Alpecin arbeitete er seit 2018 als Performance Manager und betreute dort unter anderem seinen Sohn Rick.

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Der 26-Jährige, der einst auf dem Tour-Podium in Paris auf den Schultern seines Vaters saß, hat sich längst zu einem passablem Radprofi entwickelt. Bereits drei Mal startete er bei der Großen Schleife. 

Das Verhältnis zum Vater ist gut. "Es ist schwer, 20 Jahre später Leute zu verurteilen", sagt Zabel jr., der das Dopingproblem aber keinesfalls klein redet. (sid)

Erik Zabel mit seinem Sohn Rick auf den Schultern nach dem Abschluss der Tour 2001 in Paris.
Erik Zabel mit seinem Sohn Rick auf den Schultern nach dem Abschluss der Tour 2001 in Paris. © Archiv: dpa/Peer Grimm

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