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Kreuzfahrt trotz Corona

Wie Reisende sich und andere vor Infektionen schützen können.

© Alonso Reyes/unsplash.com

Seit Monaten verzeichnen die Reedereien aufgrund der Corona-Pandemie einen massiven Umsatzeinbruch. Die ganze Branche leidet unter der Pandemie, sodass bisherige Sorgen an Bord wie etwa das Norovirus beinahe nebensächlich erscheinen. Zwar gelten auch weiterhin länderspezifische Reisewarnungen, doch nehmen die Reedereien schrittweise wieder Fahrten auf. Für Passagiere bedeutet das, ausführliche Hygienebestimmungen einzuhalten – und selbst proaktiv etwas zu tun, um sich und andere Mitreisende vor dem Corona-Virus und anderen Infektionen zu schützen.

Social Distancing auf Reisen als oberstes Gebot

„Social Distancing“ ist ein Begriff, der sich seit der weltweiten Pandemie überall verbreitet hat. Gemeint ist die soziale Distanz, in deren Zentrum eine Kontaktbeschränkung zu anderen steht. Auch auf Kreuzfahrten rund um die Welt ist eine strikte räumliche Trennung der Passagiere an Bord unabdingbar. Viele Reedereien beschränkten deshalb ihre Bordkapazitäten auf 50 bis 60 Prozent der maximalen Auslastung. Hinzu kommt der übliche Mindestabstand von 1,5 Metern, den alle Gäste zu Personen, die nicht dem eigenen Hausstand angehören, einzuhalten haben. Dort, wo der Mindestabstand nicht gewährleistet werden kann, sind Passagiere dazu aufgefordert, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

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Eigenverantwortlich das Infektionsrisiko senken

All die genannten Maßnahmen sind wenig effektiv, wenn sie nicht umgesetzt werden. Da alle Urlauber buchstäblich im selben Boot sitzen, ist respektvolles und solidarisches Verhalten gefordert. Wer sich vor der Reise unwohl fühlt, sollte zunächst den Hausarzt aufsuchen – und ernsthaft erwägen, die Reise nicht anzutreten. Bei einer entsprechenden Versicherung müssen Kranke selbst bei einem Kreuzfahrt Schnäppchen keine Stornierungsgebühren entrichten, solange sie eine gültige Krankschreibung vorlegen.

Infektionen auf der Kreuzfahrt mit richtigen Verhaltensweisen vorbeugen

Sofern aus gesundheitlicher Sicht nichts dagegenspricht, lässt sich auch 2020 an einer Kreuzfahrt teilnehmen. Hierbei gilt es wiederum für Passagiere, ihr Infektionsrisiko mit den richtigen Verhaltensweisen zu senken. Hygienemaßnamen, allem voran regelmäßiges Händewaschen, stehen dabei an oberster Stelle. Keime fühlen sich auf Kreuzfahrten besonders wohl, da sie an allen Oberflächen haften und sich durch Schmierinfektionen schnell weiterverbreiten können. Um dem entgegenzuwirken, ist es hilfreich, sich vor und nach den Essenszeiten sowie dem Toilettengang gründlich die Hände zu waschen.

Es kann außerdem nicht schaden Desinfektionsmittel mitzunehmen. Wer Türgriffe und Treppengeländer anfasst, sollte sich unmittelbar danach nicht mit ungewaschenen Händen ins Gesicht fassen. Auch nach einem Landgang ist es empfehlenswert, die von der Reederei bereitgestellten Handdesinfektionsautomaten zu nutzen.

Achtung an Buffets und bei Veranstaltungen an Bord

Einige Verhaltensweisen gestalten den geplanten Restaurantbesuch an Bord sicherer. Hungrige Passagiere, die sich einen Nachschlag besorgen, sollten dafür einen neuen Teller gebrauchen. Auch bei Getränken ist es besser, stets ein frisch gewaschenes Glas zu verwenden. Im Zweifelsfall erweist es sich als richtig, die Speisen vom Buffet mit bereitgelegtem Besteck anzufassen. Keinesfalls sollten sich Passagiere mit bloßen Händen das Essen „angeln“, da sie auf diese Weise Keime aufnehmen, als auch weiterverbreiten können.

Krankheitsfall an Bord: Der richtige Umgang

Aller Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz kommt es auf Kreuzfahrten oft zu dem ein oder anderen Krankheitsfall. Es lohnt sich in diesem Fall, auf der Reise wachsam zu sein. Sollte ein Mitreisender anhaltende Krankheitssymptome zeigen, ist es ratsam, vorsichtshalber auf Abstand zu gehen. Gleichzeitig gilt es, solidarisch mit Kranken umzugehen. Sofern die Symptome auf schweres Unwohlsein schließen lassen, sind Mitreisende dazu angehalten, die Crew zu verständigen. Schließlich geht es neben dem eigenen Wohl auch um die Gesundheit der Mitmenschen.

Was passiert, wenn man selbst von Krankheitssymptomen geplagt ist? Zunächst erscheint es angebracht, Ruhe zu bewahren und die Situation bedächtig einzuschätzen. Nicht jede laufende Nase ist ein Indiz für eine schwere Infektion. Sollte sich der Verlauf verschlimmern, müssen sich Passagiere jedoch an Bord ärztlicher Hilfemaßnahmen unterziehen. Hier liegt das Kernproblem, warum Infektionen auf Kreuzfahrten auf andere Menschen übergehen: Viele warten aus Sorge vor zusätzlichen Kosten zu lange, ehe sie medizinische Versorgung beanspruchen.

Richtige Niesetikette einhalten

Ob Corona, Erkältung oder eine Magen-Darm-Erkrankung: Jedwede Infektion gilt es, ernst zu nehmen und in einer ruhigen Umgebung auszukurieren. Daher sollten Reisende unbedingt auf die ärztliche Anweisung vertrauen und diese an Bord den Mitmenschen zuliebe einhalten. Sollte ein Kontakt zu anderen unvermeidlich sein, hilft es, die „Niesetikette“ richtig anzuwenden: Anstelle in die Hand besser in die Armbeuge niesen oder husten. Taschentücher gilt es, nach einmaliger Benutzung wegzuschmeißen, um eine Ausbreitung der Viren oder Bakterien zu unterbinden.

Für die sozialen Kontakte ist es vorteilhaft, auf Küsse, Umarmungen und Händeschütteln zu verzichten. Familien mit kranken Kindern handeln bei einer Infektion richtig, indem sie die Kinder von anderen Kindern fernhalten, um eine Masseninfektion zu vermeiden. Bei leichten Verläufen lässt sich mit einer sorgfältig zusammengestellten Reiseapotheke selbst behelfen: Fiebersenkende Medikamente, Nasenspray, Hustensaft und Fieberthermometer sollten Passagiere mit an Bord nehmen.

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