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Zeit zum Kuscheln

Kuscheln ist gesund und macht glücklich: Wenn wir umarmt oder gestreichelt werden, reduziert das Stress und stärkt das Immunsystem.

Von Silke Rödel
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Berührungen tun gut.
Berührungen tun gut. © Foto: Adobe Stock

Kuscheln gilt als eines der Grundbedürfnisse des Menschen und ist wichtig für die Entwicklung eines gesunden Sozialverhaltens. „Von Anfang an und im späteren Lebensverlauf stützen und stabilisieren Körperinteraktionen unsere Beziehungen zu anderen Menschen“, sagt Dr. Martin Grunwald. Er ist Haptik-Forscher an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig.
Die positive Wirkung von wohlmeinenden Berührungen ist sogar messbar. Wenn wir Umarmungen und Streicheleinheiten bekommen, werden Oxytocin und Serotonin ausgeschüttet, die sogenannten Kuschel- und Glückshormone. Oxytocin sorgt dafür, dass Stress und Ängste reduziert sowie Bindungen zueinander gestärkt werden. Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse lassen vermuten, dass Oxytocin zudem das Schmerzempfinden positiv beeinflusst.

Atmung wird ruhiger

Aber auch die Herzfrequenz nimmt beim Schmusen ab, der Blutdruck wird gesenkt und unsere Atmung ruhiger. Wissenschaftler der Carnegie Mellon University in Pittsburgh haben zudem herausgefunden, dass Kuscheln weniger anfällig gegenüber Erkältungsviren macht.
Wer allein lebt, hat es schwer mit dem Kuscheln. Sich selbst zu berühren ist dabei leider keine Lösung, wie die Forscher der Universität Leipzig herausfanden. „Sicher ist, dass soziale Vereinsamung und fehlender zwischenmenschlicher Körperkontakt über einen längeren Zeitraum auf der psychischen und körperlichen Ebene zu relevanten Erkrankungen führen können“, so Dr. Martin Grunwald.

Mit Tieren schmusen

Unseren Kuschelpartner müssen wir gar nicht gut kennen, so die Forscher. Entscheidend ist, dass das Schutzbedürfnis gewahrt und es bei wohlmeinenden Berührungen bleibt. In einigen Orten werden daher auch Kuschelpartys angeboten. Die Kleidung bleibt an und das Berühren erogener Zonen ist tabu. Aber auch das Schmusen mit Haustieren funktioniert ähnlich gut wie das Kuscheln mit Menschen. Davon profitieren übrigens beide Seiten: Mensch und Tier. Wer jetzt immer noch einen Anlass braucht, um seine Liebsten mal wieder in den Arm zu nehmen: Donnerstag ist in den USA der Tag des Kuschelns, und am 21. Januar wird der Welt-Knuddeltag begangen.