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Dresden

FDP arbeitet sich an Zastrow ab

Der Noch-Landeschef wurde in Abwesenheit von seinen Dresdner Parteifreunden heftig kritisiert. Die Partei sehnt sich nach einem neuen Umgang.

Holger Zastrow wird weiterhin in der FDP kritisiert. Beim Parteitag in Dresden war er gar nicht da – auch das sorgte für Debatten.
Holger Zastrow wird weiterhin in der FDP kritisiert. Beim Parteitag in Dresden war er gar nicht da – auch das sorgte für Debatten. © dpa

Auch kurz vor dem endgültigen Aus als FDP-Landeschef kommt Holger Zastrow bei den Dresdner Liberalen nicht zur Ruhe. Am Wochenende war Kreisparteitag – und Zastrow Dauerthema. Dabei war der Stadtratsfraktionschef gar nicht anwesend. Auch dafür wurde er kritisiert.

Viola Martin-Mönnich aus dem Dresdner Kreisvorstand nannte es „schade“, dass Zastrow fehlte. Andere wie Stefan Scharf und der Chef der Jungliberalen Aktion Robert Teuber hatten „kein Verständnis“ dafür. Er habe sich für den Landtagswahlkampf „geschämt“, sagte Teuber. Martin-Mönnich sprach von einem „Wahlkampf gegen die eigene Partei“. „Die Grünen bis aufs Messer zu bekämpfen und die Abwertung des politischen Gegners haben in der FDP nichts zu suchen.“

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Scharf zitierte eine Umfrage, bei der ein Viertel der FDP-Mitglieder zwischen 30 und 39 Jahren eine andere Partei, als die FDP wählen würden. Zudem kritisierte er, dass Zastrow sich nach dem antisemitischen Anschlag in Halle nicht öffentlich dagegen erklärt habe. Aber es kam noch mehr zur Sprache. So wurden die neuen Stadträte kritisiert, dass sie Zastrow erneut zum Fraktionschef gewählt haben. Das sei kein wirklicher Neuanfang.

Immerhin habe sich die FDP von Leuten getrennt, die „am rechten Rand fischen“, betonte Teuber und zielte damit auf Jens Genschmar und Barbara Lässig ab, die nun für die Freien Wähler und die AfD arbeiten. Auch Dresdens FDP-Chef Holger Hase ordnete es als gut ein, dass die FDP sich klar nach rechts abgegrenzt habe. „Die Wahlen waren aus Dresdner Sicht ein Erfolg.“ Er hob sogar Zastrow hervor, der Stimmenkönig bei der Stadtratswahl wurde. Zastrow war am Wochenende nicht zu erreichen, um sich zu den Vorwürfen zu äußern.

Hans-Georg Menzer nahm Zastrow als Spitzenkandidaten im Land dann doch in Schutz. „Wer wählt denn jemanden, der von den eigenen Leuten mit 64 Prozent gewählt wurde?“ Die FDP müsse unterschiedliche Positionen ausdiskutieren und weg von der „Ein-Mann-Partei“. Der bisher einzige Kandidat für den Landesvorsitz, der am kommenden Wochenende gewählt wird, Frank Müller-Rosentritt aus Chemnitz, betonte, er wolle ein starkes Team. Als neuen Generalsekretär schlug er den Dresdner Stadtrat Robert Malorny vor.

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