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MDR will Filme mit Hinweisen versehen

Vor dem Hintergrund der Winnetou-Debatte will der Mitteldeutsche Rundfunk nun Klassiker wie etwa den "Kleinen Muck" mit einordnenden Hinweisen versehen.

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Die Defa hat Hunderte Spielfilme und mehr als 2.000 Kurz- und Dokumentarfilme hervorgebracht - einige sollen nun mit einordnenden Hinweisen durch den MDR versehen werden.
Die Defa hat Hunderte Spielfilme und mehr als 2.000 Kurz- und Dokumentarfilme hervorgebracht - einige sollen nun mit einordnenden Hinweisen durch den MDR versehen werden. © Symbolfoto: dpa/Nestor Bachmann

Leipzig. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) will Medienberichten zufolge bestimmte Filme mit einordnenden Hinweisen versehen. Das betreffe Filme, die rassistische Stereotype und Diskriminierungen beinhalten, berichtete die "Leipziger Volkszeitung".

Hinweise könnten auch bei Defa-Klassikern wie etwa dem Märchenfilm "Der kleine Muck" oder dem Film "Die Söhne der großen Bärin" aus dem Genre der damaligen "Indianer"-Filme gesetzt werden.

Aus dem Programm verschwinden sollen die Defa-Klassiker demnach nicht. "Wichtig dabei ist aus unserer Sicht jedoch auch eine begleitende Berichterstattung und zeitgemäße Einordnung, die eine Debatte ermöglicht, die dem Thema gerecht wird", zitierte die Zeitung den Sender. 2023 seien diverse Defa-Titel für eine Ausstrahlung vorgesehen.

Hitzige Debatten löste zuletzt die Entscheidung des Verlags Ravensburger aus, "Winnetou"-Bücher vom Markt zu nehmen. Das Unternehmen zog die Publikationen mit Verweis auf negative Rückmeldungen zurück.

In die Rassismus-Debatte zum Werk des Schriftstellers Karl May (1842-1912) hatte sich Ende August auch die sächsische Karl-May-Stiftung eingeschaltet. Sie bezeichnete die Diskussionen um die "Winnetou"-Kinderbücher als überzogen und startete eine Petition.

Der Theologe und Literaturwissenschaftler Professor Jürgen Wehnert nannte gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd), die Angriffe auf Karl May und seine Werke "Rufmord". (epd)