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Caritas in Dresden warnt vor "wilden Einschnitten" bei Krankenhausreform

Die Caritas im Bistum Dresden-Meißen fürchtet vor allem Folgen für Behinderte und Schwerkranke. Sogar der einzigen Hospizstation Dresdens drohe das Aus.

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Das vom Caritasverband Dresden-Meißen betriebene St.-Marien-Krankenhaus in Dresden besteht aus zwei Fachkliniken für Psychiatrie und Neurologie.
Das vom Caritasverband Dresden-Meißen betriebene St.-Marien-Krankenhaus in Dresden besteht aus zwei Fachkliniken für Psychiatrie und Neurologie. © PR/Caritasverband Dresden-Meißen

Dresden. Die Caritas im katholischen Bistum Dresden-Meißen sieht in der geplanten Krankenhausreform der Bundesregierung gravierende Folgen für frei gemeinnützige Einrichtungen. Caritasdirektor Matthias Mitzscherlich bezeichnete Reformen im Gesundheitswesen zwar als notwendig, sie dürften aber "nicht zu wilden Einschnitten in die Krankenhauslandschaft führen".

Die bisher vorliegenden Vorschläge der Regierungskommission würden zu einer Verknappung jener Angebote führen, die sich in der Corona-Krise als unverzichtbar erwiesen hätten. Mitzscherlich, der auch Vizepräsident des Deutschen Caritasverbandes ist, betonte, "eine unvertretbare Ausdünnung der Versorgungsstrukturen" träfe vor allem Menschen mit geringer Mobilität, mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen. "Die Aufgabe leistungsfähiger Kliniken, die für die nahe Versorgung von Kindern, alten Menschen, von Notfallpatienten und Schwangeren dringend benötigt werden, sollten wir nicht zulassen."

Die Caritas betreibt etwa in Dresden das St.-Marien-Krankenhaus mit zwei Kliniken für Psychiatrie sowie Neurologie. Die Organisation gehört zu den Trägern der freien Wohlfahrtspflege wie Arbeiterwohlfahrt, Diakonie oder Rotes Kreuz.

Nach Ansicht ihres Dresdner Direktors bekämen mit der vorliegenden Reform auch Einrichtungen der Behindertenhilfe Probleme. Deren Klientel sei besonders auf die medizinische Versorgung mit jenen Krankenhäusern vor Ort angewiesen, mit denen die Einrichtungen Kooperationsverträge hätten. "In einem christlichen Krankenhaus in Dresden würde es auch die Hospizstation treffen, die einzige in der Landeshauptstadt." Es entstünde "eine enorme Versorgungslücke".

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) plant, noch vor der parlamentarischen Sommerpause gemeinsam mit den Ländern einen Gesetzentwurf vorzulegen. (SZ/uwo)