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Krebsforscher: Einnahme von Vitamin D senkt die Sterblichkeit

Das auch in Dresden vertretene Deutsche Krebsforschungszentrum hat herausgefunden, dass die Wirksamkeit von Vitamin D von der richtigen Dosierung abhängt.

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Die tägliche Einnahme von Vitamin-D senkt die Sterblichkeit bei Krebspatienten.
Die tägliche Einnahme von Vitamin-D senkt die Sterblichkeit bei Krebspatienten. © SZ-Archiv

Dresden/Heidelberg. Vitamin-D-Mangel ist weltweit verbreitet und kommt besonders häufig bei Krebspatienten vor. Im Schnitt liegen die Vitamin-D-Blutwerte bei rund 15 Prozent der deutschen Erwachsenen unter dem Schwellenwert für einen ausgeprägten Vitamin-D-Mangel.

Mögliche Effekte einer Vitamin-D-Gabe und der Entstehung von Krebserkrankungen wurden bereits in zahlreichen Studien untersucht. „Nach derzeitiger Studienlage schützt eine Vitamin-D3-Einnahme wahrscheinlich nicht davor, an Krebs zu erkranken, könnte aber die Wahrscheinlichkeit senken, an einer Krebserkrankung zu versterben“, sagt Ben Schöttker, Epidemiologe im Deutschen Krebsforschungszentrum. „Die bisherigen Studien zur Krebssterblichkeit haben jedoch sehr unterschiedliche Ergebnisse geliefert.“ Insofern habe man die Gründe dafür untersucht.

Dazu führte ein Team um Ben Schöttker systematische Literaturrecherche durch, in der 14 Studien mit insgesamt knapp 105.000 Teilnehmern identifiziert wurden. Die Forscherinnen und Forscher berücksichtigten ausschließlich Studien höchster Qualität.

Besser täglich Vitamin D

In der Zusammenfassung aller 14 Studien zeigten sich keine statistisch signifikanten Ergebnisse. Teilte man die Studien jedoch danach auf, ob die Vitamin-D3-Einnahme täglich in niedriger Dosierung erfolgte oder aber als eine selten verabreichte, hohe Einzeldosis, zeigte sich ein großer Unterschied.

In den vier Studien mit den hohen Einzeldosen, die zwischen 60.000 und 120.000 Internationalen Einheiten (IE) monatlich oder seltener lagen, zeigte sich kein Effekt auf die Krebssterblichkeit. In der Zusammenfassung der zehn Studien mit täglicher niedriger Dosierung von 400 bis 4000 IE ermittelten die Forscher dagegen eine statistisch signifikante Verringerung der Krebssterblichkeit um zwölf Prozent.

„Diese Reduktion haben wir nach ungezielten Vitamin-D3-Gaben an Personen mit und ohne Vitamin-D-Mangel beobachtet. Wir können daher davon ausgehen, dass der Effekt für diejenigen Menschen, die tatsächlich einen Vitamin-D-Mangel aufweisen, erheblich höher ist“, sagt Ben Schöttker. Die bessere Wirksamkeit der täglichen Vitamin-D3-Dosen erklärt er sich durch die regelmäßigere Bioverfügbarkeit des aktiven Wirkstoffs, dem Hormon 1,25-Dihydroxyvitamin D, das erst durch Reaktionen des Vitamin D im Körper entsteht und vermutlich das Tumorwachstum hemmen kann.

Ältere profitieren mehr

Bei einer detaillierteren Analyse der Studien mit täglicher Einnahme ergab sich zudem, dass Menschen ab 70 Jahre am meisten von der Vitamin-D3-Therapie profitierten. Außerdem zeigte sich der Effekt am deutlichsten, wenn die Vitamin D-Einnahme bereits vor der Krebsdiagnose begonnen wurde. Hermann Brenner, Epidemiologe am Krebsforschungszentrum: „Eine Vitamin-D3-Gabe hat großes Potenzial in der Prävention. Die regelmäßige Einnahme in niedriger Dosierung ist mit fast vernachlässigbarem Risiko und sehr geringen Kosten verbunden.“ (rnw)