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Gesundheit

Nur ein Modeprodukt?

CBD ist scheinbar ein Trend, doch ist es nun erlaubt und legal?

© PublicDomainPictures / pixabay

Da Cannabidiol aus der Hanfpflanze gewonnen wird, fragen sich viele Menschen, ob die Einnahme von daraus hergestellten Produkten auch im Einklang mit den Gesetzen ist. Nicht alle lieben den Ruch des Verbotenen und halten sich mit Vorliebe in rechtlichen Grauzonen auf. Ist es nun also legal oder riskiert man mit der Einnahme von Hanfprodukten staatliche Verfolgung?

Die rechtliche Situation in Deutschland

Der Gesetzgeber berücksichtigt durchaus die medizinischen Erkenntnisse rund um das derzeit angesagte Cannabidiol, zumal Anbieter aller Art bis hin zu Drogerieketten und Apotheken eine Art normative Kraft des Faktischen geschaffen haben. Viele Händler verkaufen vor allem das Öl, weil diese Nachfrage am höchsten ist. Nach deutscher Rechtslage darf selbiges immer dann verkauft werden, wenn der THC-Grenzwert im Öl nicht über 0,2 % liegt.

In den europäischen Ländern herrschen ähnliche Rechtsbedingungen. In Österreich liegt das Limit für THC zum Beispiel bei 0,3 % und in der Schweiz bei 1 %. Die Eidgenossen trugen ihren Teil dazu bei, das Interesse für CBD zu entfachen, als sie 2017 grünes Licht für den Verkauf von CBD Zigaretten gaben. In der Folge setzte ein Run auf den Alpenstaat ein. Viele Touristen pilgerten in den Alpenstaat, um selbst in den Genuss dieser neuartigen Produkte zu gelangen. 

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Gegenspieler von THC

Anders als Tetrahydrocannabinol (THC) führt CBD zu keiner Bewusstseinsveränderung, macht also nicht "high", wie der heraufbeschworene Bewusstseinszustand in der einschlägigen Szene gern genannt wird. Vielmehr ist CBD der Gegenspieler von THC, der die Wirkungen von THC geschickt abzufedern versteht. CBD dämpft, wo THC aktiviert, beruhigt, wo THC stimuliert und sättigt, wo THC hungrig macht. Beide Cannabinoide wirken im Endocannabinoid-System (ECS) des Menschen vor allem über die Rezeptoren CBD1 und CBD2, die sich über das Nervensystem erstrecken und beeinflussen wichtige körperliche, geistige und mentale Prozesse wie Stimmung, Schlaf, Schmerzen, Stoffwechsel, Appetit, Denken, Erinnerungen, Entzündungen und das Immunsystem. Der israelische Forscher und Mediziner Raphael Mechoulam, der in den 1980er Jahren das ECS entdeckte, gilt als Vater des CBD. Er verstand es bereits im Jahre 1963, das Cannabinidiol aus der Hanfpflanze zu extrahieren und für den Menschen nutzbar zu machen. Heute floriert der Handel mit diesem natürlichen Wirkstoff. CBD Produkte von diversen Herstellern sind das beste Beispiel dafür, wie sehr die Nachfrage nach dem Cannabinoid inzwischen gestiegen ist.

Hanföl

In Deutschland dominiert der Handel mit dem Öl, was seine Gründe hat. Zum einen verhält sich das Cannabidiol lipophil, sodass das Öl seine Wirkung besser entfalten kann. Zum anderen bietet das Öl der Substanz beste Bedingungen für den Schutz und Haltbarkeit. Ein dritter Vorteil besteht in der Applikationsform über eine an dem Fläschchen angebrachte Pipette. Dank dieser kann sich jeder das Öl tröpfchenweise verabreichen und eine passgenaue Dosierung vornehmen. Viertens erlaubt die Pipette die sublinguale Applikation. Bei dieser Einnahmeform wird das Öl unter die Zunge (sub lingual) geträufelt. Die Wirkung setzt schneller ein und der Wirkungsgrad ist erhöht. Im Internet haben schon viele Anwender auf Vergleichsportalen ihre Erfahrungen geschildert, die mal mehr und mal weniger authentisch sind.

Der Wirkkomplex

Die Beteiligung an zentralen körperlichen und geistigen Prozessen über das Endocannabinoid-System lässt vielfältiges Heilpotenzial der Produkte vermuten. Attraktiv sind hier vor allem die vermuteten entzündungshemmenden, schmerzlindernden, entkrampfenden und beruhigenden Auswirkungen des Extrakts, die bei einer ganzen Reihe von Beschwerden Linderung erhoffen lassen. Unpässlichkeiten verschiedener Art, wie Migräne, Asthma bronchiale, Morbus Crohns, Akne, Übelkeit, Borreliose, Fibromyalgie, Unruhe, Nervosität, Depressionen und Angststörungen können auf homöopathische Weise angegangen werden, ohne dass gleich zur chemischen Keule gegriffen werden muss.

Heute gehen medizinische Forscher davon aus, dass solche und ähnliche Symptome auf Mangelerscheinungen innerhalb des ECS zurückzuführen sind. Die Wissenschaftler sprechen hierbei von Schaltkreisen, die aus dem Gleichgewicht geraten sind. CBD könnte also dabei helfen, die angestrebte Homöostase wiederherzustellen. Auch hier wird wieder deutlich, dass der Ansatz eher dem eines Heilmittels als einer Droge entspricht.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur K. Bohnacker. 

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