SZ + Update Dippoldiswalde
Merken

Glashütte: Die astronomische Kunstuhr - eine Uhr der Superlative

Jeder Besucher des Uhrenmuseums hat die von Hermann Goertz geschaffene Uhr gesehen. Sie ist nicht nur ein beliebtes Fotomotiv.

 2 Min.
Teilen
Folgen
An der Goertzuhr beginnen die Führungen durch das Uhrenmuseum. Hier im Bild Uwe Bahr.
An der Goertzuhr beginnen die Führungen durch das Uhrenmuseum. Hier im Bild Uwe Bahr. © PR-Foto

Die astronomische Kunstuhr ist eine der Hauptattraktionen im Deutschen Uhrenmuseum Glashütte. Geschaffen wurde sie zwischen 1892 und 1925 vom Meisteruhrmacher Hermann Goertz (1862-1944), der aus Westpreußen stammte, zeitweilig auf dem Gebiet der heutigen Ukraine in Charkiw lebte und ab 1918 in Glashütte wirkte. Hier in der Uhrenstadt vollendet er auch seine „Große Uhr“, wie er sie nannte.

Mit Mitteln aus dem Künstlerhilfe-Fonds kaufte der Freistaat Sachsen 1929 die wertvolle Uhr für 15.000 Reichsmark und übergab sie der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte als Schenkung. Seitdem hat sie Ihren Platz im Foyer des ehemaligen Schulgebäudes, das seit dem Jahr 2008 das Deutsche Uhrenmuseum Glashütte beherbergt.

Auch der damalige Bundestagspräsident Norbert Lammert hat sich die Kunstuhr angeschaut.
Auch der damalige Bundestagspräsident Norbert Lammert hat sich die Kunstuhr angeschaut. © freier Fotograf

Die Uhr ist in allen Belangen ein Superlativ. Das monumentale Gehäuse aus Mahagoniholz misst in Höhe, Breite und Tiefe 250 x 150 x 50 Zentimeter. Die Antriebsgewichte für Gehwerk und Schlagwerk wiegen 12,5 Kilogramm und 20 Kilogramm, das Sekundenpendel wiegt insgesamt 12 Kilogramm. Das Schlagwerk schlägt mit einem Doppelschlag jede Viertelstunde und zu jeder vollen Stunde mit einem einfachen Schlag die Stundenzahl.

Auch der 400.000. Besucher wurde vor der Kunstuhr fotografiert. Museumsmitarbeiter Lutz Roscher (links) begrüßte Heike und Lutz Schröter aus Niemegk in Brandenburg.
Auch der 400.000. Besucher wurde vor der Kunstuhr fotografiert. Museumsmitarbeiter Lutz Roscher (links) begrüßte Heike und Lutz Schröter aus Niemegk in Brandenburg. © Uhrenmuseum

Das Uhrwerk und das Ziffernblatt zusammen genommen verfügen über 1.756 Einzelteile (Stand jetzt); darunter 122 Räder und Triebe, 54 Hebel und Federn, 13 Lagersteine und zwei Steinpaletten des Ankers, 424 Schrauben und Muttern, 17 Zeiger, zwei Anzeigenscheiben, drei Ziffernringe und eine Anzeigekugel. Allein für die Herstellung des Ziffernblattes waren seinerzeit etwa 700 Teile nötig.

20 Angaben können abgelesen werden

Auf dem Gesamtziffernblatt, welches über acht Einzelziffernblätter für die Zeit-, Kalender- und astronomischen Anzeigen verfügt, können insgesamt 20 Angaben abgelesen werden. Dazu zählen Stunde, Minute, Sekunde, ein ewiger Kalender mit Angabe von Tag, Wochentag, Monat, Jahr, Schaltjahr, die Äquation (Zeitgleichung) und die Gangdauer-Anzeigen für Gehwerk und Schlagwerk.

Auch der neue Museumsleiter Dr. Ulf Molzahn ließ sich zum Amtsantritt vor der Uhr fotografieren.
Auch der neue Museumsleiter Dr. Ulf Molzahn ließ sich zum Amtsantritt vor der Uhr fotografieren. © Deutsches Uhrenmuseum Glashütte

Die astronomischen Anzeigen präsentieren das Mondalter, den Mondlauf, die Mondphase, die Zeiten des Sonnenauf- und Sonnenuntergangs mit der mittleren Glashütter Ortszeit und das Sternhimmelblatt, das den aktuell sichtbaren Teil des Sternenhimmels über Glashütte sowie den realen Stand der Sonne zu den Sternbildern und im Tierkreis abbildet.

Die Goertzuhr steht im Eingangsbereich des Museums. Hier beginnen in der Regel die Führungen. Zu den bekanntesten Besuchern der jüngsten Zeit gehörte der frühere Präsident des Deutschen Bundestages, Norbert Lammert. (SZ/mb)

Hinweis: Der Text wurde aktualisiert, es wurden einige Korrekturen vorgenommen.