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Festival-Konkurrenz ist vom Tisch

Mittwoch beginnen die Konzerte der Görlitzer Bachwoche. Sie liegen so, dass sich die Besucher des Lausitz-Festivals nicht dagegen entscheiden müssen.

Der Görlitzer Kirchenmusikdirektor Reinhard Seeliger auf dem Görlitzer Untermarkt.
Der Görlitzer Kirchenmusikdirektor Reinhard Seeliger auf dem Görlitzer Untermarkt. © Pawel Sosnowski/Archiv

In diesen Zeiten wird Kirchenmusikdirektor Reinhard Seeliger öfter gefragt, was er gerade so mache. Er müsse doch jetzt viel Zeit haben, wenn nur wenige Konzerte stattfinden und Chöre noch nicht wie früher proben können. "Doch das Gegenteil ist der Fall", sagt der Kantor der Evangelischen Innenstadtgemeinde. "Vor allem der Organisationsaufwand ist jetzt viel höher als sonst." 

Herausfordernde Bedingungen

Ein Festival wie die heute beginnende Bachwoche zu planen sei gut machbar, wenn man frühzeitig die Termine und Orte festlegen und die Künstler anfragen könne. Doch diesmal sei wegen Corona lange unklar gewesen, unter welchen Bedingungen die Bachwoche stattfinden könne, sagt Seeliger. So habe man sich verschiedene Varianten offenhalten müssen und Solisten und Musiker erst angefragt, als feststand, dass auch Chöre auftreten dürfen. "Sonst hätte ich ihnen vielleicht wieder absagen müssen."

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Auch die Chorproben mit der Kantorei der Innenstadtgemeinde, die am Donnerstagvormittag in der Andacht mitwirkt, und dem Bachchor finden schon seit Längerem wieder statt, aber unter Hygienebedingungen, die eine echte Herausforderung sind. Eine Zeitlang musste Seeliger zwischen Fränkelsaal auf der Jakobstraße und Lutherkirche hin- und hereilen, wenn er am selben Abend mit verschiedenen Chorteilen proben wollte. 

Denn wenn zwei verschiedene Gruppen hintereinander proben, muss dazwischen eine Pause von zwei Stunden sein. "Dann hätte ich mit dem zweiten Teil des Chors bis Mitternacht geprobt", sagt Seeliger. Seit die einzuhaltenden Abstände zwischen Sängern von drei auf zwei Meter verringert wurden, ist aber alles wieder etwas einfacher. 

Abstimmung mit Lausitz-Festival

Wesentlich besser ist auch die Verbindung zum Lausitz-Festival geworden, mit dessen Veranstaltungen es in den vergangenen Jahren manchmal Überschneidungen gab, etwa wenn Oratorien des Bachchors lange geplant waren und die Europachorakademie zur ungefähr gleichen Zeit das gleiche Werk aufführen wollte. "Diesmal haben wir uns besser abgestimmt", sagt Reinhard Seeliger. 

Er gehörte zu denjenigen, die sich über die spontane Ausrufung des Festivals vor knapp zwei Jahren gewundert und sich eine stärkere Einbeziehung und Zusammenwirkung der regionalen Akteure gewünscht hatte. Jetzt ist Seeliger Mitglieder im künstlerischen Beirat, vertritt darin die Kirchenmusik der Lausitz und konnte so etwas Einfluss auf die Planung nehmen: Von den rund 45 Veranstaltungen des Lausitz-Festivals, das vom 25. September bis zum 16. Oktober stattfindet, gibt es elf in Görlitz, aber nicht während der Bachwoche.

Alle Veranstaltungen in der Peterskirche

Die beginnt am heutigen Mittwoch traditionell 19.45 Uhr mit dem Turmblasen, dann erklingt das erste Konzert mit vier Bachtrompeten, Pauken und Sonnenorgel. Wie dieses finden neben den täglichen Orgelpunkten auch die drei anderen Konzerte, die drei Andachten und der Rundfunkgottesdienst am Sonntag in der Peterskirche statt, weil sie mit rund 240 Plätzen unter Corona-Bedingungen die meisten Besucher aufnehmen kann.

Für den 10. Oktober war die Aufführung des Requiems von Mozart durch den Görlitzer Bachchor als Kooperation der Bachwoche mit dem Schlesischen Musikfest geplant. Doch das ist schon lange abgesagt, genau wie die Aufführung des Requiems in der Görlitzer Kreuzkirche im November und auch das Weihnachtsoratorium. "Wir freuen uns jetzt auf die Bachwoche", sagt Reinhard Seeliger, "und sind froh, dass sie stattfinden kann." 

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