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Chancen fürs Hexenfeuer nur minimal

Zum zweiten Mal wird es am 30. April im Kreis Görlitz höchstwahrscheinlich wieder keine Walpurgisfeuer geben können. Mancherorts gibt es aber Geistertickets.

Hunderte zog es in den vergangenen Jahren zum Hexenbrennen ans Görlitzer Kühlhaus.
Hunderte zog es in den vergangenen Jahren zum Hexenbrennen ans Görlitzer Kühlhaus. © Pawel Sosnowski/80studio.net

Der Landkreis Bautzen hat sie schon abgesagt, der Görlitzer Landrat Bernd Lange gibt ihnen kaum noch eine Chance: den Hexenfeuern. In zwei Wochen würden sie eigentlich brennen, aber wenn die Corona-Situation dann noch so sei wie jetzt, können sie nicht stattfinden, so der Landrat auf SZ-Nachfrage vor Journalisten. „Ich glaube nicht, dass sich die Situation bis dahin verbessert.“

Es wäre der zweite Ausfall, denn bereits im vergangenen Jahr konnten die Feuer nicht lodern. Sie hätten ja Volksfest-Charakter, so Bernd Lange. Das geht laut Sächsischer Corona-Schutzverordnung nicht. Abgebrannt werden sollen die angesammelten Haufen aber dennoch, kontrolliert durch die Feuerwehr - aber auf keinen Fall am 30. April.

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Bautzen hatte sich in dieser Woche bereits auf ein Verbot festgelegt, hier liegt die 7-Tage-Inzidenz aktuell aber noch höher, erreichte vor wenigen Tagen die 300er-Marke. Das Landratsamt Bautzen begründet das damit, dass Hexenfeuer-Veranstaltungen als Volksfeste gelten, die derzeit laut Sächsischer Corona-Schutzverordnung untersagt sind.

Das Lage sei auch anders als beim Saatreiten in Ostritz oder beim Osterreiten rund um Bautzen. „Das Osterreiten ist ein religiöses Ritual. Zusammenkünfte zum Zwecke der Religionsausübung sind nicht durch die Corona-Schutzverordnung untersagt. Sie können bei Vorhandensein eines Hygienekonzeptes genehmigt werden“, erklärt die Pressestelle des Landratsamtes. Für das Hexenfeuer existiere eine derartige Regelung aber nicht.

Das Hexenfeuer gleicht mancherorts einem Volksfest. Teilweise gibt es vorher traditionelle Fackel- und Lampionumzüge - wie etwa in Niesky und See.
Das Hexenfeuer gleicht mancherorts einem Volksfest. Teilweise gibt es vorher traditionelle Fackel- und Lampionumzüge - wie etwa in Niesky und See. © André Schulze

Geistertickets fürs Hexenfeuer in Niesky

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In Niesky hat man die Chancen aufs Hexenfeuer wohl schon länger als sehr gering eingeschätzt. Hier hatte sich der Feuerwehrverein überlegt, Geistertickets fürs Hexenbrennen zu verkaufen - und so trotzdem Einnahmen zu erzielen, ganz nach dem Vorbild von Dynamo Dresden. Auf der Internet- und der Facebookseite des Feuerwehrvereins kann man ein Hexenfeuer-Geisterticket für 10 Euro, Bratwurst und Fischsemmel für je 2,50 Euro, einen Kasten Landskron-Bier für 15 Euro sowie Schaschlick, Sekt und Fassbrause bekommen - das Ganze bis zum 20. Mai.

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