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Görlitz

Hochschule hat neuen Studiengang in Görlitz

Ab Herbst lernen 30 Studenten alles, was sie später als Manager, Referent oder Marketingexperte in Unternehmen brauchen. Und das international.

So könnte er aussehen, der neue Görlitzer Studiengang Internationale Wirtschaftskommunikation. Stehend: Prof. Falk Maiwald, Prodekan der Fakultät Management- und Kulturwissenschaften.
So könnte er aussehen, der neue Görlitzer Studiengang Internationale Wirtschaftskommunikation. Stehend: Prof. Falk Maiwald, Prodekan der Fakultät Management- und Kulturwissenschaften. © Paul Glaser

Die Hochschule Zittau-Görlitz geht im Herbst mit einem neuen Studiengang an den Start. An der Fakultät Management- und Kulturwissenschaften gibt es ab Herbst 30 Studienplätze für Internationale Wirtschaftskommunikation. Professor Falk Maiwald ist Prodekan dieser Fakultät und Studiengangbeauftragter für den neuen Studiengang. „Wir merkten, dass wir mit unserem Studiengang Wirtschaft und Sprachen an Grenzen stießen“, erzählt er. Hier stand das Sprachliche im Fokus, die Absolventen waren Übersetzer und Dolmetscher - spezialisiert auf die Wirtschaft.

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Im Herzen Europas ausgebildet für alle Aufgaben im Rest der Welt: Die Hochschule Zittau/Görlitz setzt mit einem neuen Studiengang Maßstäbe.

„Wir haben allerdings festgestellt, dass der Markt zu klein wurde, es immer mehr technische Übersetzungshilfen gibt, die uns Konkurrenz machen und das Interesse der Studierenden an dieser Richtung nachließ.“ Also was tun?

Mit dem neuen Studiengang Internationale Wirtschaftskommunikation möchte die Hochschule Zittau-Görlitz auch junge Leute aus anderen Regionen ansprechen.
Mit dem neuen Studiengang Internationale Wirtschaftskommunikation möchte die Hochschule Zittau-Görlitz auch junge Leute aus anderen Regionen ansprechen. © Paul Glaser

Nach einer gründlichen Analyse der deutschen, polnischen und tschechischen Arbeitsmärkte der jeweiligen Grenzregion und deren Jobangebote stand fest: Es gibt großen Bedarf an Menschen, die mehrere Sprachen können und Profis in Kommunikation sind. „Die Wirtschaft braucht dringend Experten mit fundierten Management-Kenntnissen, denen es durch professionelle Kommunikation gelingt, Brücken zwischen international agierenden Unternehmen zu schlagen und mit Menschen unterschiedlicher Kulturen in und zwischen Unternehmen erfolgreich umzugehen“, heißt es auf der Internetseite des neuen Studienganges, der sieben Semester geht. In dieser Zeit sollen Wirtschaft, Management, Recht und Digitalisierung gelehrt werden, aber auch, wie man Unternehmen, Netzwerke und Projekte erfolgreich macht. Zudem sollen die Studenten praktische Erfahrungen in Unternehmen im Dreiländereck machen. „Wir haben schon viele Kontakte geknüpft, wollen das aber noch intensivieren“, sagt Falk Maiwald.

Besonderes Augenmerk in dem Studiengang, der zwar international ist, aber dennoch in Deutsch durchgeführt wird, haben die englische und eben die deutsche Sprache. Bei den jungen Leuten fielen immer größere Defizite in der Muttersprache auf, sagt Maiwald. Das soll durch eine „besondere Professionalisierung und Sprachgewandtheit in Deutsch“ verbessert werden. „Wir sind froh, dafür eine echte Expertin an der Hochschule zu haben“, so Maiwald. Personell muss für den neuen Studiengang nicht sehr viel verändert werden, außer, dass vor allem für Kommunikation Verstärkung von außen geholt werden soll.

Professor Falk Maiwald ist Studienberater für das neue Fach.
Professor Falk Maiwald ist Studienberater für das neue Fach. © Paul Glaser

Nun hofft die Hochschule, dass sich junge Menschen dafür interessieren - und vielleicht auch einige aus weiter entfernten Regionen nach Görlitz kommen. Immerhin: Die ersten Bewerbungen liegen bereits auf dem Tisch, die Bewerbungsfrist endet am 31. Juli.

Es ist ein Numerus Clausus-Studiengang, der sich allerdings nach der Anzahl der Bewerber richtet. „Deshalb ermutige ich jeden, der interessiert ist, es zu versuchen und sich zu bewerben“, sagt Maiwald. Dafür hat er sogar ein Video drehen lassen, in dem er als Fachberater jungen Leuten den neuen Studiengang schmackhaft macht. Für Ostsachsen ist der Studiengang jedenfalls einzigartig, etwas Ähnliches gibt es erst wieder in Mittweida.

Der bisherige Studiengang Wirtschaft und Sprachen wird mit der Einführung der neuen Studienrichtung auslaufen - jedoch nicht, bevor die jetzigen Studenten dort ihren Abschluss gemacht haben.

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