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Infektionszahlen: Kreis Görlitz nimmt Lockerungen zurück

Nicht nur beim RKI ist die Sieben-Tage-Inzidenz gestiegen, noch deutlicher wird die Entwicklung in den Kreiszahlen.

Am Sonntag veröffentlicht der Kreis seine Allgemeinverfügung. Click & Meet dürfte erst mal vorbei sein.
Am Sonntag veröffentlicht der Kreis seine Allgemeinverfügung. Click & Meet dürfte erst mal vorbei sein. © René Meinig

Schon am Sonnabendmorgen hatten die RKI-Werte letzte Hoffnungen, dass Geschäfte, Tierpark und Museen doch noch länger offen bleiben könnten, dahingerafft: Am dritten Tag in Folge liegt die Sieben-Tage-Inzidenz über der 100er Grenze. "Dass bedeutet, dass mit Wirkung zum Dienstag, 23. März, Lockerungen und Öffnungen zurückgenommen werden müssen", teilt der Landkreis Görlitz mit.

Anzunehmen ist, dass es auch wieder eine Ausgangsbeschränkung geben wird. Der Kreis will am morgigen Sonntag die Allgemeinverfügung veröffentlichen. Beim RKI lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Sonnabendmorgen bei 143. Nach den Zahlen des Gesunheitsamtes des Kreises liegt sie bei 163. Gestiegen ist auch die Zahl der Neuinfektionen deutlich. 63 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden registrierte das Gesundheitsamt. Betroffen sind 58 Erwachsene und fünf Kinder.

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Unter den bekannten Fällen wurden weitere elf Coronamutationen gemeldet, teilt der Kreis mit. 164 sind es damit insgesamt im Kreis Görlitz, 92 sind aktuell noch aktiv. Nicht bei allen Untersuchungen der Proben wird extra überprüft, ob es sich um eine Virusvariante handelt. Roger Hillert, Epidemiologe am Medizinischen Labor Ostsachsen geht aber davon aus, dass inzwischen 80 Prozent der Neuinfektionen auf die britische Variante zurückzuführen sind.

Roger Hillert hatte dennoch dafür plädiert, sich nicht ausschließlich an Inzidenzzahlen zu orientieren, geht es um Lockerungen oder Verschärfungen. Denn die Inzidenz 100 heute sei mit Blick auf ein verändertes Infektionsgeschehen und den Impfverlauf nicht mehr vergleichbar mit der Inzidenz 100 Ende vorigen Jahres, als vor allem die am höchsten gefährdete Gruppe der über 80-Jährigen die am meisten betroffene war. Der Görlitzer Landrat Bernd Lange sieht das ähnlich, ärgert sich vor allem über Widersprüche ein Regelungen, ließ aber keinen Zweifel aufkommen, sich an die Corona-Schutzverordnung zu halten.

Vor allem bei jungen Menschen zeigt sich die britische Variante als deutlich infektiöser, hatte Hillert erklärt. Das wird auch an der Zahl der betroffenen Kindereinrichtungen im Kreis deutlich. Inzwischen gibt es in 26 Schulen und 22 Kitas Corona-Fälle zu verzeichnen. In Einrichtungen in Bad Muskau, Bertsdorf-Hörnitz, Ebersbach-Neugersdorf, Gablenz, Görlitz, Groß Düben, Kodersdorf, Löbau, Neißeaue, Neusalza-Spremberg, Reichenbach, Olbersdorf, Königshain, Seifhennersdorf, Weißwasser, Großschönau und Zittau sind 39 positive Fälle, davon neun Mutationen, festgestellt worden, in den Kitas und Horten 49, davon 13 Mutationen.

Nicht geändert dagegen hat sich die Zahl der Coronapatienten, die ins Krankenhaus müssen. 68 Coronapatienten werden derzeit in den Kliniken des Landkreises behandelt, 13 von ihnen benötigen eine intensivmedizinische Betreuung. Zehn von ihnen müssen laut dem Intensivregister divi beatmet werden, am Freitag waren es noch 13.

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