merken
PLUS Görlitz

So will Görlitz trotz Corona dieses Jahr feiern

Altstadtfest und Viathea sind dieses Jahr nicht möglich. Abgespeckte Versionen aber schon. Die werden nun konkreter.

Der Innenhof von Kommwohnen auf der Konsulstraße ist ein beliebter Viathea-Ort, hier 2013. Er soll auch dieses Jahr genutzt werden.
Der Innenhof von Kommwohnen auf der Konsulstraße ist ein beliebter Viathea-Ort, hier 2013. Er soll auch dieses Jahr genutzt werden. © Pawel Sosnowski/80studio.net

Christiane Hoffmann spricht ganz bewusst nicht vom Viathea. Das, was die langjährige Organisatorin des Internationalen Straßentheaterfestivals dieses Jahr auf die Beine stellt, ist schließlich keins – auch kein Mini-Viathea. „Plan B“ soll es stattdessen heißen. Aufgrund der Corona-Pandemie muss es ohne internationale Künstler auskommen, die möglicherweise gar nicht anreisen könnten. Und auch Zuschauermassen soll es nicht geben.

„Aber alles wieder komplett abzusagen, wäre unglaublich traurig für Künstler und Fans“, sagt sie. Also Plan B. Und zwar am 2. und 3. Juli und damit am Freitag und Sonnabend des eigentlichen Viathea-Termins. An drei Orten in Görlitz soll es stattfinden: im Stadthallengarten, wo mindestens Platz für 300 Besucher ist, im Hof von Kommwohnen auf der Konsulstraße, wo ebenfalls 300 Zuschauer kommen können, und im Hof des Städtischen Museums auf der Neißstraße 30, wo etwa 50 Leute Platz finden.

Anzeige
Reiseapotheke? Diese Produkte sind Pflicht!
Reiseapotheke? Diese Produkte sind Pflicht!

Wer jetzt endlich wieder wandern oder verreisen will, sollte einige Produkte mitnehmen, um seinen Urlaub jederzeit genießen zu können.

Drei Künstlergruppen pro Auftrittsort

„Für jeden dieser Orte wird es drei Künstlergruppen geben“, sagt Christiane Hoffmann. Jede Gruppe tritt sechsmal auf – dreimal am Freitag und dreimal am Sonnabend. Das soll jeweils im Block passieren. Konkretes Beispiel: Im Kommwohnen-Hof startet der erste Block um 16 Uhr. Dann treten alle drei Gruppen direkt nacheinander auf, jede von ihnen etwa 20 Minuten lang plus fünf Minuten Umbaupause. Ungefähr 17.15 Uhr haben die 300 Gäste alle drei Gruppen gesehen, verlassen den Hof und machen Platz für die nächsten 300 Gäste, die von 18.15 bis ungefähr 19.30 Uhr das gleiche Programm erleben können. Gegen 20.45 Uhr geht es dann von Neuem los. Über zwei Tage verteilt, können also 1.800 Besucher diese drei Gruppen sehen.

„Vieles wird ganz anders sein als beim Viathea“, sagt Christiane Hoffmann. Das heißt: Alles findet auf Bühnen statt, es gibt Hygienekonzepte, Abstandsregeln und Sitzplätze, die Karten müssen vorab reserviert werden und so weiter. Manches steht auch noch gar nicht fest, sondern ist davon abhängig, welche Regeln dann gelten. Was aber feststeht: Die Karten für alle Vorstellungen sind kostenlos. Und: Von Comedy über Artistik und Jonglage bis Figurenspiel und Erzähltheater soll alles dabei sein.

Altstadtfest findet verteilt über den Sommer statt

Auf Vielfalt setzt in diesem Jahr auch das Altstadtfest, das allerdings sein angestammtes Datum am letzten August-Wochenende komplett verlässt, um keinen Massenansturm zu provozieren. „Stattdessen wollen wir einige Module aus dem Altstadtfest herausnehmen und über den Sommer verteilen“, erläutert Benedikt Hummel vom städtischen Kulturservice.

Los geht es mit der Waschtrogregatta am 24. Juli auf der Neiße. Zu deren Abschluss ist am nächsten Morgen ein großes Frühstück im Uferpark geplant, wo alle Buchstabentische, die zusammen das Wort „Görlitz“ ergeben, aufgestellt werden sollen. Am 31. Juli können sich dann alle Vereine, die Lust haben, im Stadthallengarten präsentieren. „Damit wollen wir die Zusammenarbeit mit den Vereinen beim Altstadtfest sichtbar machen“, sagt Hummel.

Beim Altstadtfest – hier 2015 im Nikolaizwinger – steht das Mittelalter im Mittelpunkt. Auch dieses Jahr soll es einen Mittelaltermarkt geben, und zwar am 7. und 8. August.
Beim Altstadtfest – hier 2015 im Nikolaizwinger – steht das Mittelalter im Mittelpunkt. Auch dieses Jahr soll es einen Mittelaltermarkt geben, und zwar am 7. und 8. August. © Pawel Sosnowski/80studio.net

Am 7. und 8. August gibt es dann tatsächlich auch einmal Mittelalterflair: Mit einem Mittelaltermarkt am Waidhausplatz und im Nikolaizwinger. Mittelalterliche Spieler, Gaukler, artistische Vorführungen und kulinarische Köstlichkeiten soll es geben. Zum Abschluss des Altstadtfestes ist schließlich am 18. September ein Familien- und Kinderfest mit Bühnenprogramm im Stadthallengarten geplant: Mit dem Verein Görlitz für Familie, dem Stadthallen-Förderverein und dem Familienbüro.

Weiterführende Artikel

Corona: Montagsdemonstrant bekommt Ärger

Corona: Montagsdemonstrant bekommt Ärger

Infektionszahlen, Polizeikontrollen und die Auswirkungen auf das Leben der Bewohner: Aktuelle Geschichten und Entwicklungen dazu sind hier zu lesen.

Dass all das kein Altstadtfest ersetzt, ist Benedikt Hummel bewusst: „Aber es ist vielfältig und bunt, darum geht es uns.“ Wie hoch die Kosten für die Feste sind, steht noch nicht fest. Klar ist aber: Viele langjährige Förderer und Sponsoren geben trotz Pandemie auch dieses Jahr Geld, sodass die Feste abgesichert sind. Und nicht zuletzt sollen Plan B und Altstadtfest nicht die einzigen Veranstaltungshöhepunkte in diesem Sommer sein. Der Tippelmarkt am 17. und 18. Juli zum Beispiel soll wie im Vorjahr als reiner Handwerkermarkt stattfinden – nach jetzigem Stand ohne großes Bühnenprogramm und Gastronomie.

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Görlitz