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Görlitzer Theater droht zweijährige Schließung

Sämtliche Bereiche hinter der Bühne müssen saniert werden. Das wird teuer - und geht nicht ohne Eingriffe in den schon sanierten Teil.

Von außen schick, von innen aber bisher nur teilweise: Das Görlitzer Theater.
Von außen schick, von innen aber bisher nur teilweise: Das Görlitzer Theater. © André Schulze

Den Laien mag die längst überfällige Theatersanierung überraschen, schließlich ist das Gebäude am Demianiplatz von außen längst schick. Auch drinnen sind all jene Bereiche, die die Besucher zu Gesicht bekommen, hochwertig saniert. Doch während seit 1990 etwa 15 Millionen Euro in Zuschauersaal, Dach und Brandschutz geflossen sind, standen für neue Technik und den Brandschutz hinter der Bühne kaum Gelder zur Verfügung.

Das rächt sich jetzt. Wie Baubürgermeister Michael Wieler am Mittwochnachmittag im Verwaltungsausschuss bekannt gab, schätzen Planer die noch verbleibenden Sanierungskosten auf etwa 25 bis 30 Millionen Euro. Und das Schlimmste: Es geht nicht ohne Eingriffe in den schon sanierten Teil. Eine Sanierung bei laufendem Spielbetrieb ist damit nicht möglich. Ursprünglich war das angenommen worden. Stattdessen sei eine zweijährige Schließzeit nötig.

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Ohne Fördermittel geht es nicht

Wann die droht, ist allerdings noch völlig offen, denn weder die Stadt noch der Landkreis können 25 bis 30 Millionen Euro aufbringen. Beide haben sich aber längst geeinigt, die Kosten 50:50 aufzuteilen. Weil beide nicht genug Eigenmittel haben, braucht es Fördergelder. Wieler spricht von 90 Prozent. Allerdings sind diese nicht von heute auf morgen zu beschaffen.

Ohne Sanierung droht dem Theater aber auch irgendwann die Schließung, und zwar wegen Brandschutzmängeln. "Doch für einen Entzug der Spielgenehmigung gibt es bisher keinen Termin", beruhigte Wieler die anwesenden Stadträte: "Wir haben das Allernötigste getan. Das ist von der Brandschutzprüfung zunächst einmal unbefristet akzeptiert worden." Aber es werde immer wieder nachgeprüft, sodass der jetzige Zustand auch nicht auf Dauer so bleiben könne.

Bestandsanalyse ist jetzt nötig

Im ersten Schritt wollen Stadt und Landkreis nun eine Bestandsanalyse durchführen. Die soll zu einer belastbaren Kostenschätzung für das gesamte Theatergebäude führen. Die 25 bis 30 Millionen Euro, von denen Wieler spricht, sind bisher lediglich eine grobe Schätzung. Einer Finanzierung dieser Bestandsanalyse stimmten die anwesenden Räte letztlich einstimmig zu.

Julia Bjar vom Landratsamt bestätigt den von Wieler beschriebenen Weg. Die Gesellschafterversammlung habe sich im Oktober darauf verständigt, einen Fachplaner mit der Erarbeitung einer Bestandsanalyse zur Ermittlung einer Kostenschätzung für eine Gesamtsanierung zu beauftragen. "Die Erstellung einer Bestandsanalyse wird ein halbes Jahr dauern", sagt Julia Bjar. Erst, wenn eine belastbare Kostenschätzung vorliegt, könnten sich Landkreis und Stadt weiter mit dem Thema befassen.

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