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Kalender zeigt das alte Görlitz

Dieses Mal schaut das Ratsarchiv auf schwere Zeiten in der Stadt und dennoch positiv in die Zukunft.

950 Jahre Görlitz - Die Gründungsgeschichte der Stadt mit den Augen des Fotografen Robert Scholz gesehen: Das ist das Titelbild des neuen Kalenders.
950 Jahre Görlitz - Die Gründungsgeschichte der Stadt mit den Augen des Fotografen Robert Scholz gesehen: Das ist das Titelbild des neuen Kalenders. © Archiv

Die Bilder zeigen die Landeskrone, den Steinweg, das Waidhaus, Ober- und Untermarkt, die Obermühle und die alte Neißebrücke - es gibt ihn wieder, den Görlitz-Kalender aus dem Stadtarchiv. Dieses Jahr, beziehungsweise für das kommende Jahr, steht er unter dem Motto 950 Jahre Görlitz.

Ratsarchivar Siegfried Hoche hat die Bilder ausgewählt. Sie stammen vom Görlitzer Fotografen Robert Scholz (1843-1926). "Robert Scholz war sehr stolz auf seine Stadt", sagt Siegfried Hoche. Auf den Bildern ist die Liebe zu Görlitz erkennbar. "Der Kalender zeigt die Stadt mit den Augen des Fotografen", so der Ratsarchivar.

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Als die Fotos entstanden, feierte Görlitz ebenfalls ein Jubiläum, das 850. "Auch damals war es eine eher schwierige Zeit", sagt Siegfried Hoche. Die 1920er mit der beginnenden Inflation, die Folgen des Ersten Weltkrieges, es war keine gute Zeit für die Stadt.  Es gab zahlreiche Gefallene, Seuchenopfer, Hunger, soziale Not. Fotograf Robert Scholz erlebte das 1921 mit und Siegfried Hoche sieht eine gewisse Analogie zu der Gegenwart. Damals jedenfalls seien die Feierlichkeiten zum Stadtjubiläum eher spärlich ausgefallen.

Der Görlitzer Ratsarchivar Siegfried Hoche - hier mit einer alten Urkunde im Stadtarchiv
Der Görlitzer Ratsarchivar Siegfried Hoche - hier mit einer alten Urkunde im Stadtarchiv ©  Archiv/Pawel Sosnowski

Schwierige Zeit, als Fotos entstanden

Görlitz, so sagt Siegfried Hoche, hatte schon immer mal schlechte Zeiten erlebt, egal ob die Pest im 17. Jahrhundert oder die Spanische Grippe. Und nun Corona. "Wir sollten trotz allem im kommenden Jahr feiern", findet er.

Der Görlitz-Kalender aus dem Ratsarchiv wurde in diesem Jahr in einer höheren Auflage gedruckt. 400 Stück können gekauft werden. Der Preis bleibt gleich, zehn Euro, trotz gestiegener Kosten für die Herstellung.  "Für uns ist das eine wichtige Einnahme", sagt Siegfried Hoche. Denn das Stadtarchiv bekommt keine Fördermittel, ist abhängig vom Stadthaushalt. 

Mit den Einnahmen möchte der Archivar Restaurierungen zumindest zu Teilen finanzieren. Ein Projekt für das kommende Jahr schwebt ihm schon vor: ein Steuerbuch aus dem 15. Jahrhundert, das gründlich generalüberholt werden müsste. Es hat unter anderem Wasserschäden. Um die 4.000 Euro, schätzt Siegfried Hoche, werde die Restaurierung wohl kosten. Geld, das hoffentlich der Kalenderverkauf einbringt. Im vergangenen Jahr war das Druckwerk jedenfalls innerhalb von zwei Wochen vergriffen.

Kalender geht in alle Welt

Immer mehr jüngere Leute kaufen den Kalender, hat Siegfried Hoche festgestellt. Und: Der Kalender ist nicht nur in der Stadt beliebt, sondern wird in alle Welt verschickt, an Ex-Görlitzer beispielsweise.

Er kann im Ratsarchiv gekauft werden, geöffnet ist Dienstag von 10 bis 18 Uhr, Mittwoch von 9 bis 12 Uhr und Donnerstag von 10 bis 16 Uhr. Um eine Anmeldung wird gebeten, telefonisch unter 03581 671258 oder 03581 671358.

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