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Unerwartete Post vom Inkassodienst

Ein Inkassomitarbeiter verschaffte sich Zugang zu einem Haus bei Görlitz und hinterlässt eine dreiste Nachricht.

Steffi Meißner, Chefin der Verbraucherzentrale Görlitz: Nerven bewahren, Hilfe holen, rät sie.
Steffi Meißner, Chefin der Verbraucherzentrale Görlitz: Nerven bewahren, Hilfe holen, rät sie. © Nikolai Schmidt

Freche Masche oder eine berechtigte Forderung? Diese Frage stellte sich jetzt ein Ehepaar aus der Nähe von Görlitz. Ihm war eine Postkarte ins Haus geflattert. Auf dem orangefarbenen Papier war zu lesen, dass niemand persönlich anzutreffen war und deshalb um einen Rückruf in einer zivilrechtlichen Angelegenheit gebeten werde. Worum es genau ging, dass stand nicht auf der Karte.

Der Überbringer der Postkarte, so berichtete es das Ehepaar später der Verbraucherzentrale Görlitz, habe sich über Nachbarn Zutritt zu dem Mietshaus verschafft und an die Wohnungstür geklopft. Recherchen zufolge sind derartige Vorgehensweisen von unseriösen Inkassounternehmen keine Ausnahme, heißt es von der Verbraucherzentrale in Görlitz.

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Muss man sich auf derartige unspezifische Postkarten hin überhaupt melden? Nein, sagt die Verbraucherzentrale Sachsen. Dies habe wenig mit einem seriösen Inkassobrief zu tun, bei dem der Sachverhalt nachvollziehbar aufgeführt und ein Aktenzeichen angegeben sind.

Im Zweifelsfall die Polizei rufen

"Ebenso sollten Betroffene ganz genau überlegen, ob es irgendwo offene Forderungen gibt", so Steffi Meißner, Leiterin der Beratungsstelle Görlitz. Und: "Es gibt keinerlei Rechtsgrundlage, die vorgibt, Mitarbeitern eines Inkassodienstes Zutritt in die Wohnräume zu gewähren oder die Tür zu öffnen. Sollten die Außendienstmitarbeiter jedoch sehr aufdringlich sein, besteht die Möglichkeit die Polizei wegen Nötigung zu rufen."

Manchmal komme es vor, dass unseriöse Inkassodienstmitarbeiter lautstark darauf hinweisen, dass Rechnungen nicht bezahlt wurden. Damit solle Druck erzeugt werden, um doch Zugang zu Wohnung und Betroffenen zu bekommen. "In diesem Fall raten wir, die Nerven zu bewahren, telefonisch Hilfe zu holen und sich an den Datenschutzbeauftragten des Landes zu wenden. Dort kann man sich gezielt über das Inkassounternehmen beschweren", rät Steffi Meißner. Die Verbraucherschützerinnen in Görlitz helfen ebenso.

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