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Rettungsdienst: Beim Görlitzer ASB endet eine Ära

Ab Montag fährt nicht mehr der ASB in Görlitz und Niesky den Rettungsdienst, sondern Falck. Der Wechsel ist auch Folge der hausinternen Querelen. Ein Kommentar.

Symbolfoto
Symbolfoto © Jens Trenkler

Der ASB übertreibt nicht, wenn er dieser Tage in Anzeigen davon spricht, dass eine Ära endet. Über Jahrzehnte stand die Organisation gemeinsam mit dem DRK für das Rettungswesen in Görlitz. Personell reichten die Verbindungen bis zurück in die Zeit der Schnellen Medizinischen Hilfe, mit der Görlitz bereits in den 1980er-Jahren Vorreiter war. Das ist vor allem mit dem Wirken von Dr. Rolf Weidle verbunden. Der Allgemeinmediziner baute den Rettungsdienst in Görlitz auf und war daran beteiligt, dass er auch nach der politischen Wende auf sicheren Füßen stand.

Dass der ASB nun zumindest in den kommenden Jahren den Rettungsdienst nicht mehr fährt, ist aber auch eine Folge der personellen Querelen an der Spitze des ASB in den vergangenen Jahren. Statt sich ganz zielgerichtet auf wichtige Projekte vorzubereiten, floss viel Energie und Kraft in einen Kleinkrieg, der zwei Geschäftsführer in kurzer Zeit verschliss. Erst mit Silke Lorenz ist wieder etwas mehr Ruhe bei einem der größten Sozialverbände der Region eingekehrt. Für eine erfolgreiche Fortführung des Rettungsdienstes war das aber zu spät.

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Mit Falck kommt nun ein europaweit agierendes Unternehmen zum Zuge, das in den vergangenen Jahren manche Lehren aus der Übernahme des Rettungsdienstes in deutschen Kreisen gezogen hat. Dass es erstmals kein Sozialverband wie ASB oder DRK ist, sollte nicht gleich wieder zu ungerechtfertigter Kritik führen. Auch diese Sozialverbände waren längst nicht mehr als Samariter beim Rettungsdienst unterwegs. Für alle Beteiligte ist die Rettung von Menschen auch ein wirtschaftlicher Betrieb, der von den Krankenkassen bezahlt wird. Und damit von jedem Versicherten mit. Am Ende muss ihnen der Rettungsdienst dienen, und in der Not ein Retter sein. Daran wird Falck gemessen werden.

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