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Kreis Görlitz: 850 Schüler wollen zum Impfen

Zu Vorfällen wie bei einem Impftermin für Schüler im BSZ Zittau hat das Landesamt für Schule und Bildung eine deutliche Meinung.

Auch im Landkreis Görlitz haben diese Woche die Impftermine an den Schulen begonnen.
Auch im Landkreis Görlitz haben diese Woche die Impftermine an den Schulen begonnen. ©  Symbolbild: dpa

In den Landkreisen Görlitz und Bautzen möchten 1.830 Schüler, ihre Eltern, Lehrer oder anderes Personal die Impfaktionen an den Schulen nutzen. Vorige Woche gab es dazu eine anonyme Abfrage an den Schulen, teilt Vincent Richter vom Landesamt für Schule und Bildung in Bautzen mit. Zusammen mit dem DRK, das die mobilen Impfteams koordiniert, wurden daraufhin die Termine geplant. Auf den Kreis Görlitz fallen 850 Interessenten.

Ob das viel oder wenig ist - schwer einzuschätzen, "da man die Rückmeldungen kaum seriös in Relationen setzen kann. Auch kennen wir nicht den Impfstatus der Personen in und um die Schule." Es ist nicht bekannt, wie viele Schüler, Eltern, Lehrer vielleicht bereits beim Kinder- oder Hausarzt oder im Impfzentrum Impfangebote genutzt haben." Wir gehen in der Bewertung immer vom Punkt 'null' aus", so Richter. "Das bedeutet: Ohne die Aktion hätten wir keine zusätzlichen Impfungen. Jede Impfung, die durch die Impfangebote verabreicht wird, ist ein Gewinn für die Gesellschaft."

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Vorfall in Zittau ist "nicht akzeptabel"

Ein bekannter Zittauer Impfgegner sah das anders und störte eine Impfaktion im BSZ Zittau. Sehr laut tat der Mann in der Aula des Berufsschulzentrums minutenlang seine Meinung kund, drohte mit Klagen, beschimpfte den Impfarzt, den er zu sprechen verlangte. Seinen Auftritt, und damit alle Anwesenden vom Impfteam bis zu den Schülern, filmte er dabei.

Auch bei einer Impfaktion auf dem Wochenmarkt in Reichenbach am 10. September gab es eine unangenehme Situationen, die sich gegen die Mitarbeiter des Impfteams richteten. Wie DRK-Ausbildungsleiter und Ehrenamtskoordinator Mike Schnitter sagt, waren „Verhaltensweisen einzelner Bürger sehr irritierend.“ So soll nach Angaben einer Mitarbeiterin ein Busfahrer auf Höhe des Impfzelts angehalten und die Mitarbeiter des Impfteams aus dem Fahrzeug heraus beleidigt haben.

Worte wie „Ihr seid doch bekloppt“, seien gefallen. Fahrgäste wären in dem Bus keine gewesen. „Eine Frau hielt mit dem Auto extra an, holte eine Maske vom Rücksitz, warf diese vor unseren Augen auf die Straße, deute abfällige Kopfbewegungen an und fuhr wieder davon“, erzählt eine Impfteammitarbeiterin. Niemand habe gewusst, was von dieser eigenartigen Aktion zu halten sei. Eine ältere Frau habe lautstark ihren Unmut über die Impfkampagne kund getan, nachdem sie gefragt worden sei, ob sie Hilfe benötigt. Für die Mitarbeiter in den mobilen Teams seien solche Begegnungen nicht schön, wie die Mitarbeiterin sagt. Sie plädiert dafür, dass mobile Impfteams besser geschützt werden.

"Das Impfangebot ist ein Angebot – also freiwillig", sagt Vincent Richter zu den Impfungen an Schulen. "Die Entscheidung, ob eine Impfung angenommen wird, wird außerhalb der Schule von den Eltern und Jugendlichen gefällt", erklärt er. So sei es auch jederzeit möglich, seine Zusage zurückzunehmen. "Dass solche Situationen wie am BSZ Zittau überhaupt auftreten – und zwar durch jene, die sich immer wieder auf ihre individuelle Freiheit berufen - ist nicht akzeptabel", teilt Richter mit.

Das Landesamt für Schule und Bildung habe aus dem Vorfall zusammen mit der Polizeidirektion Görlitz seine Schlüsse gezogen, um künftige Impftermine abzusichern. Wie, darüber will sich das Lasub bedeckt halten.

Entspannte Corona-Lage im Kreis

Abgesehen davon war es mit Blick auf die Corona-Lage eine ruhige Woche im Kreis Görlitz. Die steigende Entwicklung in der Vorwoche hatte vermuten lassen, dass die Inzidenz über den Wert von 35 steigen könnte. Das passierte nicht. An zwei Tagen, Sonntag und Montag lag die Inzidenz noch über 30, sank in den Folgetagen, aktuell liegt sie laut RKI bei 22,3.

Am Freitag meldete das Gesundheitsamt des Kreises sechs neue Corona-Infektionen. Betroffen sind fünf Erwachsene und ein Kind aus Ebersbach-Neugersdorf, Krauschwitz, Markersdorf, Schönbach, Schöpstal und Görlitz.

Corona-Fälle an 19 Schulen

Leicht gestiegen im Laufe der Woche ist die Zahl der Corona-Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden müssen. Es sind derzeit sieben, eine Person benötigt intensivmedizinische Behandlung.

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Bei den Kindereinrichtungen sind derzeit 17 Schulen in Görlitz, Löbau, Markersdorf, Neusalza-Spremberg, Niesky, Reichenbach, Rietschen, Rothenburg, Seifhennersdorf und Zittau von Corona-Infektionen betroffen. Es handelt sich dabei offenbar um keine größeren Ausbrüche, sondern einzelne Fälle. In den 19 Einrichtungen sind insgesamt 29 Fälle zu verzeichnen. Außerdem sind zwei Kitas in Görlitz und Markersdorf betroffen, teilt der Landkreis Görlitz mit.

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