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Unkraut abgebrannt: Anbau steht in Flammen

In Niederreichenbach richtete ein Feuer Schaden in einem Nebengebäude an. Die Feuerwehr verhinderte Schlimmeres.

Nur noch verkohlte Balken sind übrig
Nur noch verkohlte Balken sind übrig © Constanze Junghanß

Die schwarze Rauchsäule nahe der alten B 6 ist unübersehbar. Und die Sirene nicht zu überhören: Auf einem Grundstück in Niederreichenbach brennt es am Dienstagvormittag. Rettungskräfte der Feuerwehren Reichenbach und Sohland eilen herbei, ebenso die Polizei und Krankenwagen.

Die Flammen schlagen da bereits meterhoch aus einem Anbau des kleinen Wohnhauses und drohen, auf das Gebäude überzuspringen. Im Garten stehen Spielgeräte. Die Bewohner konnten sich retten. „Wir haben fünf Kinder“, sagt Martin Welschoff der mit etwas Abstand aus der Ferne die Löscharbeiten beobachtet. Er ist der Grundstückseigentümer. Klar sei er etwas erschrocken, sagt er. Alle Familienmitglieder konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Das ist das Wichtigste. Bei Nachbarn sind sie untergekommen.

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Großfamilie stammt aus NRW

Auch die beiden Hunde und die zwei Katzen seien gerettet. Die Großfamilie zog aus Nordrhein-Westfalen vor einiger Zeit nach Reichenbach, wie der Mann erzählt. Das Häuschen war in der Vergangenheit vom Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen worden, bevor Martin Welschoff da mit seiner Familie einzog. Ganz in der Nähe fließt das Reichenbacher Wasser. Das nutzen die Wehren zum Löschen. Einen Hydranten gibt es nicht.

Und offenbar auch keine Wasserleitung auf dem Grundstück. „Wir haben einen Brunnenanschluss“, erzählt der Eigentümer. Dann berichtet er, wie es wahrscheinlich zu dem Feuer kam: „Ich habe Unkraut abgebrannt, da sind Funken geflogen.“ Dass der Anbau nicht bewohnt sei, sagt er auch. Es hätte schlimmer kommen können.

Die Rauchsäule war weithin sichtbar.
Die Rauchsäule war weithin sichtbar. © Constanze Junghanß
Glutrot leuchten die Flammen hinter den Bäumen.
Glutrot leuchten die Flammen hinter den Bäumen. © Constanze Junghanß
Die Löscharbeiten sind beendet.
Die Löscharbeiten sind beendet. © Constanze Junghanß
Der Anbau wird gelöscht.
Der Anbau wird gelöscht. © Constanze Junghanß

Dank der schnellen Hilfe durch die Feuerwehr werden die Flammen kleiner, die dunkle Rauchwolke verzieht sich. Die Feuerwehrmänner haben es geschafft: Das Wohnhaus ist kein Opfer der Flammen geworden. Vom Anbau bleiben nur die schwarz verkohlten Holzbalken und die Grundmauer übrig. Es riecht nach kaltem Rauch.

Gegenüber des Grundstücks finden Erdarbeiten statt. Die Bauarbeiter erzählen, dass sie plötzlich die brennende Tür sahen, einen Generator zur Seite räumten und eigentlich löschen helfen wollten, noch bevor die Wehr eintraf. Das sei jedoch gar nicht möglich gewesen. Innerhalb kürzester Zeit brannte es sehr stark und die Flammen fraßen sich durch das Dach des Anbaus. Auch war anfangs nicht klar, was sich in dem Gebäudeteil befand und ob da irgendetwas explodieren könnte.

Am Mittwoch hat die Wehr einen „Einsatz“ ohne Blaulicht

18 Feuerwehrleute waren vor Ort, um zu helfen. Die Zahl nennt Einsatzleiter Roland Prüß. Für die Reichenbacher Wehr ist das in diesem Jahr der 28. Einsatz gewesen – darunter Hilfeleistungen bei Unfällen, Türnotöffnungen, Tragehilfen, die Rettung einer Schlange, umgestürzte Bäume beseitigen und mehrere Brände. So vernichteten die Flammen unter anderem im Mai eine Gartenlaube in Mengelsdorf, in Schöps musste ein brennendes Auto gelöscht werden, in Öhlisch brannte eine Mülltonne und in Arnsdorf wurden die Ehrenamtlichen letzten Monat zu einem Feuer eines Einfamilienhauses gerufen.

Am Mittwoch hat die Wehr einen „Einsatz“ ganz anderer Art und ohne Blaulicht und Atemschutzgerät. Die offizielle Ernennung der neuen Wehrleitung wird im Stadtrat bekannt gegeben. Bei der Spitze der Reichenbacher Wehr gibt es einen Führungswechsel. Im Juli übergab Torsten Preis – der nicht mehr zur Wahl antrat - nach mehr als 20 Jahren Dienstzeit den Staffelstab an seinen Nachfolger Hendrik Böhnke. Sein erster Stellvertreter Dietmar Linke hört in dieser Position nach 25 Jahren auf. Ihm folgt Markus Liewald. Eigentlich sollte die Wahl bereits im vergangenen Jahr durchgeführt werden. Durch die Pandemie und die damit einhergehenden Verordnungen wurde sie auf 2021 verschoben.

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