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Görlitz kommt glimpflich durch Gewitternacht

In Görlitz war es zum Glück keine Nacht für die Feuerwehr - aber eine für Fotografen.

Dieses Foto mit Blick auf die Landeskrone entstand vorige Nacht.
Dieses Foto mit Blick auf die Landeskrone entstand vorige Nacht. © Thomas Hurny/15gradost-Fotografie

Sah gewaltig aus - aber zu mehr Arbeit für die Feuerwehr in Görlitz führte das Unwetter in der Nacht zu Mittwoch nicht. Wegen des Regens oder möglicher Blitzeinschläge musste zumindest die Berufswehr nicht raus. "Wir beobachten die Lage aber gespannt", sagt ein Mitarbeiter.

Gespannt und im Einsatz waren vorige Nacht auch viele Fotografen und Hobbyfotografen, um das Schauspiel am Himmel festzuhalten. "Es war aus meteorologischer Sicht schon beeindruckend", sagt auch Anja Juckeland, Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes. Von Süden nach Norden zog eine Unwetterfront über Sachsen. Mit kompakten Wolkenfeldern und Gewitterzellen, die sich zunehmend zusammenschlossen. Man konnte auch Wolkenblitze beobachten, erzählt Anja Juckeland, wenn also Blitze von einer Wolke zur nächsten springen.

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Nicht viel Regen - zumindest im Osten der Stadt

Gegen 22.35 Uhr kam das Unwetter in Görlitz an. Die Warn-Wetter-App des DWD zeigt unter anderem die registrierten Blitze innerhalb von fünf Minuten an: Gegen 22.45 Uhr waren es über Görlitz und Umgebung so viele, dass man sie nicht mehr zählen kann.

Blitze bekam Görlitz eine Menge ab, Regen weniger - zumindest an der Wetterstation.
Blitze bekam Görlitz eine Menge ab, Regen weniger - zumindest an der Wetterstation. © Screenshot Wern-Wetter-App

Und es gab Regen. Allerdings: Verglichen mit anderen Wetterstationen kam an der Lausitzer Neiße nur wenig Niederschlag an: Von Dienstagmorgen bis Mittwochmorgen waren es 5,3 Liter pro Quadratmeter. Bei derartigen Wetterlagen allerdings sagt der Wert an einer einzelnen Stelle nicht viel aus, erklärt Anja Juckeland. An zwei Dresdner Wetterstationen wurden 19,4 und 16, 6 Liter gemessen, in Nossen, dem Sachsen-Regen-Spitzenreiter, waren es 35,8 Liter. "Man sieht an den Dresdner Werten schon, dass es auch in kleinen Bereichen große Unterschiede geben kann."

Die Wolken brachten Niederschlagsfelder mit sich, die sich punktuell entluden. "In Görlitz hat sich das Unwetter vor allem im südwestlichen Teil der Stadt bemerkbar gemacht", die Wetterstation liegt im Nordwesten.

Andernorts ging das Unwetter tragisch aus. Im Erzgebirge wird nach wie vor ein Mann gesucht, der am Dienstagabend von einer Sturzflut mitgerissen wurde. Im bayrischen Hof ist der Katastrophenfall ausgerufen worden.

Aus dem Südwesten zog das Unwetter nach Görlitz hinein.
Aus dem Südwesten zog das Unwetter nach Görlitz hinein. © Screenshot Warn-Wetter-App

Görlitz dagegen kam vorige Nacht wahrscheinlich nicht an den bisherigen Regenrekord heran: Am 11. Juli hatte es innerhalb von 24 Stunden 32,4 Liter pro Quadratmeter geregnet.

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