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Görlitz sucht Carsharing-Anbieter

Nur zwei Stellplätze sind bisher dafür vergeben. Jetzt könnten elf weitere hinzukommen – falls sie überhaupt jemand haben will.

Einer der beiden vorhandenen Carsharing-Standorte ist am Demianiplatz mitten in der Görlitzer Innenstadt zu finden.
Einer der beiden vorhandenen Carsharing-Standorte ist am Demianiplatz mitten in der Görlitzer Innenstadt zu finden. © Nikolai Schmidt

In anderen Städten ist es ein Erfolgsmodell, in Görlitz bisher noch nicht: Carsharing. So heißt das Konzept, bei dem Anbieter ihre Autoflotte zur Verfügung stellen. Die Nutzer schließen einen Rahmenvertrag ab und können per App Autos für eine bestimmte Zeit reservieren. Sinnvoll ist das vor allem für all jene, die nicht täglich ein Auto benötigen, sondern nur ab und an. „Carsharing“ heißt „Autos teilen“ – also viele Nutzer teilen sich in wenige Autos.

Die Görlitzer Stadtverwaltung findet das sinnvoll – und hatte bereits voriges Jahr 13 Stellplätze dafür ausgeschrieben. Allerdings fand sich damals nur ein Anbieter, die Firma „Teilauto“. Und die wollte nicht 13 Autos in Görlitz stationieren, sondern lediglich zwei – auf dem Demianiplatz und am Bahnhof. Seit September 2019 stehen dort zwei rote Ford-Fahrzeuge, je einer mit fünf und sieben Sitzen.

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Stadt nennt genaue Standorte

Doch die Stadt will mehr. Und so schreibt sie die elf Stellplätze, die 2019 niemand haben wollte, jetzt erneut aus. Das erklärt Rathaussprecherin Sylvia Otto: „Die Wiederholung für die nicht vergebenen Flächen erfolgte mit einer Veröffentlichung Ende 2019 und nun planmäßig wieder.“ Das Angebot richte sich ausschließlich an geeignete und zuverlässige Carsharing-Unternehmen. Und das sind die Stadtorte, an denen die Stadt die elf Carsharing-Stellplätze einrichten möchte:

Bahnhofstraße, am Bahnhof (2 Plätze)

Demianiplatz in Höhe Nr. 8 (1)

Hugo-Keller-Straße beim Spielplatz (2)

Am Stadtpark nahe Grenzübergang (2)

Königshufen: Parkplatz östlich der Lausitzer Straße gegenüber Nummer 38 (2)

Weinhübel: Parkplatz Straßenbahn-Wendeschleife (2)

„Wir stellen die Parkflächen ab 1. März bereit“, sagt Sylvia Otto. Sie können für maximal acht Jahre zur Sondernutzung gemietet werden. Kürzere Zeiträume sind aber auch möglich. Die Sondernutzungsgebühr liegt bei 50 Cent pro Quadratmeter und Woche. Ein Stellplatz misst in der Regel sechs mal zwei Meter bei Längsaufstellung oder fünf mal 2,5 Meter bei Queraufstellung. Das sind rund zwölf Quadratmeter, macht also pro Stellplatz sechs Euro pro Woche oder 312 Euro pro Jahr. Hinzu kommt eine einmalige Verwaltungsgebühr für die Erteilung der Sondernutzungserlaubnis in Höhe von 25 Euro. Interessierte Carsharing-Unternehmen können sich mit Auflistung der gewünschten Parkplätze bis zum 29. Januar an die Stadt wenden.

Frühere Versuche scheiterten

In Görlitz gab es auch schon in der Vergangenheit solche Versuche. Bereits 2015 war, neben weiteren Anbietern, die Genossenschaft n-mobil gestartet worden. Durchsetzen konnte sich bisher jedoch noch keiner. „Man braucht einen langen Atem“, erklärt inzwischen auch Teilauto-Pressesprecherin Franziska Wilhelm. In kleinen Städten sei die Bereitschaft, solche Angebote zu nutzen, geringer.

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