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Görlitz: Was hinter der Suche nach einem Vermissten steckt

Zunächst fiel nur ein Polizei-Hubschrauber am Berzdorfer See am Dienstag auf. Die ganze Geschichte der Suche erzählt nun die Lebensgefährtin des Mannes.

Mit einem Hubschrauber suchte die Polizei nach einem Vermissten in Görlitz. Der Flieger auf dem Foto ist nicht identisch mit dem am Berzdorfer See.
Mit einem Hubschrauber suchte die Polizei nach einem Vermissten in Görlitz. Der Flieger auf dem Foto ist nicht identisch mit dem am Berzdorfer See. © dpa/Marius Becker (Symbolfoto)

Ihren Namen möchte sie nicht in der Zeitung lesen. Die Aufregung und Sorgen der vergangenen Tage haben gereicht. Aber sich melden wollte Dana Schmitt* doch - und der Polizei danken, die in den vergangenen Tagen ihren vermissten Lebensgefährten gesucht hat. Eine Suche, die das Schlimmste verhinderte.

Partnerin meldete Mann als vermisst

Am Dienstag zog ein Hubschrauber über dem Berzdorfer See Runden. Schnell kamen Fragen auf, warum. Schnell stellte sich heraus, dass ein Mann vermisst und gesucht wurde. Schon seit einigen Tagen. Vor dem Hubschraubereinsatz blieb die Suche aber von der Öffentlichkeit unbemerkt.

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Am Montag hatte Dana Schmitt ihren Lebensgefährten als vermisst gemeldet, nachdem sie seit dem vorhergehenden Donnerstag keinen Kontakt mehr gehabt hatte. Sie selbst hatte bereits die Suche aufgenommen - ohne Erfolg. Dass er sich manchmal aufgrund einer psychischen Erkrankung abschottet, weiß sie. Aber dass er so lange nicht heim kam und sich nicht meldete, das war ungewöhnlich. So ging Dana Schmitt zum Polizeirevier in die Görlitzer Gobbinstraße.

Eine Polizistin nahm ihre Vermisstenanzeige auf. "Ich bin ihr so dankbar, dass sie mir in aller Ruhe zugehört und mich ernst genommen hat." Ein erwachsener Mann, der in sein Auto steigt und ein paar Tage fort bleibt - dafür kann es viele Erklärungen geben. Aber die Polizei habe umgehend die Suche aufgenommen, erzählt Dana Schmitt. "Ich möchte mich bei allen Beamten bedanken, es waren ja sehr viele, die geholfen haben."

Am Fenster stehen und warten

Mehrere Orte in Görlitz und Umgebung hatte Dana Schmitt den Beamten genannt. Von ihrem Zuhause aus bekam sie auch den Hubschraubereinsatz am Dienstag mit. "Das ist ein furchtbares Gefühl, den Hubschrauber zu sehen und zu wissen: Die suchen meinen Lebensgefährten."

Dazu die zunehmende Angst vor schlechten Nachrichten. Aber als das Telefon klingelte, war die Nachricht erlösend. Der Mann wurde am Dienstag gefunden, aber nicht am Berzdorfer See, sondern an einer ganz anderen Stelle, die auch Dana Schmitt nicht vermutet hätte. Ziemlich schlecht, so beschreibt sie den Zustand ihres Partners. Mutmaßlich hatte er über Tage nichts zu sich genommen. Jetzt wird er erst mal in einem Krankenhaus versorgt. "Und dann werden wir weitersehen."

Die Zukunft werde nicht leicht, vermutet Dana Schmitt. Aber das Schlimmste ist verhindert, dank der Polizisten. "Es wird ja manchmal geschimpft, dass sie nicht genug machen würden." Deshalb habe sie sich an die SZ gewandt. "Das kann man ruhig mal sagen, dass das nicht stimmt."

*Name von der Redaktion geändert

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