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Viel Lob für Markus Bauer

Am Donnerstag übergab der bisherige Direktor des Schlesischen Museums sein Amt an Agnieszka Gasior. Sie möchte vor allem mehr Polen in den Schönhof locken.

Der langjährige Direktor des Schlesischen Museums zu Görlitz ging am 30. April 2021 in den Ruhestand. Seine Nachfolgerin seit 1. Mai ist Agnieszka Gasior.
Der langjährige Direktor des Schlesischen Museums zu Görlitz ging am 30. April 2021 in den Ruhestand. Seine Nachfolgerin seit 1. Mai ist Agnieszka Gasior. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Mit Markus Bauer an der Spitze sei das Schlesische Museum zu einer Institution geworden, die gleichermaßen nach Polen und nach Deutschland ausstrahle, zu einem Kompetenzzentrum für Schlesien und zu einem Ort, an dem sich der Blick auf die Geschichte Schlesiens neutralisieren konnte.

Das sagten jene, die zu Markus Bauers Verabschiedung am Donnerstag in den Schönhof kamen, und dankten ihm für sein großes Verdienst als Gründungsdirektor. Zusammen mit seinem Team habe er das Museum seit 1999 nicht nur aufgebaut, sondern auch das Thema Schlesien so dargestellt, dass die Konflikte, das Misstrauen und die Vorurteile zwischen vertriebenen Schlesiern und der heutigen Bevölkerung des polnischen Schlesien verblassen konnten.

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Verabschiedung als Videokonferenz

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu waren als Vertreter der Stiftung Schlesisches Museum da, genau wie der Vorsitzende der Schlesischen Landsmannschaft Stephan Rauhut und Maria Behring für die Bundesregierung. Viele Freunde, Förderer und Begleiter des Museums nahmen in einer Videokonferenz an der kleinen Präsenzveranstaltung im Museum teil.

Die Präsenzveranstaltung zur Verabschiedung von Markus Bauer im Schlesischen Museum fiel klein aus. Wesentlich mehr Gäste aus ganz Deutschland schauten per Videokonferenz zu.
Die Präsenzveranstaltung zur Verabschiedung von Markus Bauer im Schlesischen Museum fiel klein aus. Wesentlich mehr Gäste aus ganz Deutschland schauten per Videokonferenz zu. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Michael Kretschmer erinnerte an die Zeit vor 1989, als in Görlitz über Schlesien nur hinter vorgehaltener Hand geredet werden durfte, und an die Zeit danach, als sich Vertriebene in aller Offenheit an ihre Heimat erinnern durften und vielerorts die gelb-weiße Fahne wehte. Wie groß sei damals der Wunsch für ein Schlesisches Museum gewesen.

Das Schlesische Museum – eine Besonderheit

Dass die Pläne dafür viel älter waren und schon fast eine Umsetzung in Hildesheim in Sicht war, daran erinnerte Stephan Rauhut, auch er als gebürtiger Görlitzer dankbar für den Mauerfall und damit den Standort des Museums in seiner Heimatstadt. So auch Octavian Ursu: "Für uns als Stadt ist es etwas Besonderes, ein solches Museum in Görlitz zu haben." Er dankte Markus Bauer für sein "umfassendes Engagement" und den Beitrag des Museums zum deutsch-polnischen Miteinander.

Der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu (l.) dankte Markus Bauer für sein Engagement im deutsch-polnischen Miteinander. Als Geschenk gab es ein Aquarell vom Schönhof.
Der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu (l.) dankte Markus Bauer für sein Engagement im deutsch-polnischen Miteinander. Als Geschenk gab es ein Aquarell vom Schönhof. © Paul Glaser/glaserfotografie.de
Die gleiche Idee hatte Michael Kretschmer (l.). Das Geschenk vom Freistaat Sachsen an Markus Bauer war ebenfalls eine Abbildung des Schönhofs, allerdings als Fotografie.
Die gleiche Idee hatte Michael Kretschmer (l.). Das Geschenk vom Freistaat Sachsen an Markus Bauer war ebenfalls eine Abbildung des Schönhofs, allerdings als Fotografie. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Vor allem hieß er Agnieszka Gasior, die ihren Mann und ihre kleine Tochter ins Museum mitgebracht hatte, in der Europastadt willkommen. Sie werde sehen können, wie eng Görlitz und Zgorzelec schon zusammengewachsen seien. Die neue Direktorin stellte sich auch kurz vor und sagte, eins ihrer Ziele sei es, mehr Menschen aus Zgorzelec für das Museum zu begeistern.

Markus Bauer bedankte sich für das Lob von allen Seiten, für die langjährige Unterstützung durch seine Mitarbeiter und sagte, er freue sich, in Agnieszka Gasior eine tatkräftige, sympathische und hochkompetente Nachfolgerin bekommen zu haben.

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