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Was gegen Nierensteine hilft

Beim Telefonforum von SZ und dem St. Carolus zum Thema Harnsteinleiden waren Chefarzt Dr. Lammert und Oberarzt Dr. Zimmer sehr gefragt.

Chefarzt Dr. Andreas Lammert (Foto) und Oberarzt Dr. Thomas Zimmer vom Malteser Krankenhaus St. Carolus beantworteten beim Telefonforum die zahlreichen Fragen der SZ-Leser.
Chefarzt Dr. Andreas Lammert (Foto) und Oberarzt Dr. Thomas Zimmer vom Malteser Krankenhaus St. Carolus beantworteten beim Telefonforum die zahlreichen Fragen der SZ-Leser. © Malteser/St. Hänsch

Diese Schmerzen wird Frau K. so schnell nicht vergessen. Sie ist eine der Anrufer, die sich beim ersten gemeinsamen Telefonforum von SZ und Malteser Krankenhaus St. Carolus mit Fragen an den Chefarzt der Urologischen Klinik wenden. Über längere Zeit hatten sich bei Frau K. in beiden Nieren Steine gebildet. Warum, das konnte sie sich nicht erklären. Und sie wollte wissen, wie die Steine am schonendsten entfernt werden können.

„Nierensteine können nicht nur äußerst schmerzhaft sein, sondern auch gefährlich werden, wenn es zum Beispiel zu einer Harnaufstauung kommt“, bestätigt ihr Chefarzt Dr. Andreas Lammert. Ein kleiner Stein im Nierenkelch verursacht zuerst einmal keine Schmerzen. In der Regel wird er langsam größer, setzt sich irgendwann mal in Bewegung und wird mit dem Urinstrom mitgerissen. Dann stößt er an engen Stellen des Harnleiters an oder bleibt stecken, was heftige Schmerzen auslöst. Ärzte behandeln eine Nierenkolik deshalb zuerst mit Schmerzmitteln.

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Wenn sich ein Stein verklemmt hat, muss zuerst der Harnabfluss wieder gewährleistet werden, um Folgeschäden zu vermeiden. Denn Nierensteine gelten auch als Keimreservoir. „Diese Entwicklung wollen wir natürlich aufhalten“, erklärt Chefarzt Dr. Lammert. Dafür nutzt das St. Carolus ein elegantes Mittel. Ein Minischlauch (Doppel-J-Katheter), wird in den Harnleiter eingeführt und überbrückt den Stein. Ist die Stauungsgefahr gebannt, lassen meist auch schlagartig die Schmerzen nach. Der Stein muss dann aber noch entfernt werden. Das geschieht mit einer Zertrümmerungsmaschine, der sogenannten ESWL.

Bei einer anderen Vorgehensweise, die gleich noch die Bruchstücke beseitigt, wird – unter Narkose – ein superdünnes Spiegelungsgerät durch Harnwege und Kanäle bis zum Stein eingeführt. Der wird vor Ort zertrümmert, die Bruchstücke entfernt. Dafür verwendet man einen speziellen Laser. Der Stein wird in kleinste Teile zerstäubt; größere Fragmente werden mit einem Drahtkörbchen gefasst und entfernt. Der Vorteil dieser Methoden: Schnitt-Operationen sind nicht mehr nötig, Narben und langen Erholungszeiten entfallen.

„Das Beste ist natürlich, man bekommt gar nicht erst Nierensteine, weil man gesund lebt, sich ausgewogen, fettarm und vitaminreich ernährt, viel trinkt – allerdings keine überzuckerten Dinge – und sich körperlich aktiv hält“, so Chefarzt Dr. Lammert. Dem stimmt auch Oberarzt Dr. Thomas Zimmer zu, der am zweiten Telefon besonders zum Thema richtige Ernährung gefragt war. (sth/SZ)

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