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Wetter im Kreis Görlitz: Es wird schaurig

Die letzte Oktober-Woche brachte noch mal schönes Wetter. Was der Oktober insgesamt nicht brachte: Regen. Das ändert sich jetzt.

Von Susanne Sodan
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Der Sturm sorgte auch in Görlitz für umgekippte Bäume, wie hier am Berzdorfer See. Regen brachte er aber fast gar nicht.
Der Sturm sorgte auch in Görlitz für umgekippte Bäume, wie hier am Berzdorfer See. Regen brachte er aber fast gar nicht. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Ausgeglichene Ferien: Eine Woche war das Wetter für die Görlitzer Schüler durchwachsen, die zweite lud eher zu Ausflügen ein. Die vergangenen Tage, erklärt Meteorologin Anja Juckeland, waren geprägt durch ein Hochdruckgebiet, das sich von Ost- über Mittel- bis Nordeuropa zog und Schlechtwetter-Einflüsse abhielt. Aber damit ist es jetzt vorbei. Passend zum Schulstart: kein Ausgehwetter mehr.

Nur ein Viertel vom Regen-Soll

Zurück liegt ein recht schöner Oktober. Sehr sonnenscheinreich - 165,5 Sonnenstunden kamen in Görlitz an -, aber deutlich zu trocken. Anja Juckeland arbeitet für den Deutschen Wetterdienst (DWD) in Leipzig. Für Görlitz hat sie im Oktober nur 11,7 Liter pro Quadratmeter registriert. Üblich für einen Oktober in Görlitz wäre die vierfache Regenmenge, erklärt Anja Juckeland. Daran konnte auch der Herbststurm vor anderthalb Wochen nichts ändern.

Zwei Zuglinien eines Sturmtiefs zogen am 21. Oktober über Sachsen. Die Region um Leipzig, Anja Juckelands Heimatstadt, war am heftigsten betroffen. "Wir hatten am Morgen zum Beispiel Stromausfall", erzählt die Meteorologin. Umgestürzte Bäume hatten in der Region zu hunderten Schäden im Stromnetz eines Anbieters geführt.

Sturm: Heftiger als gedacht

Zeitversetzt - und zum Glück weniger heftig - kam der Sturm in Görlitz an. Während er in Leipzig noch Windgeschwindigkeiten von 110 Kilometern pro Stunde aufwies, verzeichneten die Meteorologen in Görlitz "nur" Spitzen von 100,8 Kilometern pro Stunde: immer noch Windstärke 10. Auch im Kreis Görlitz wurden sämtliche Feuerwehr-Fahrzeuge bei rund 130 Einsätzen gebraucht.

Von "Ignatz" umgerissener Baum auf der Elisabethstraße.
Von "Ignatz" umgerissener Baum auf der Elisabethstraße. © Paul Glaser

Abgesehen davon war der Oktober in Görlitz aber recht mild, gerade im ersten Drittel. Die Monatsmitteltemperatur liegt bei 10,3 Grad. Üblich nach langjährigem Mittel wären für einen Görlitzer Oktober 9,2 Grad. So stieg das Thermometer am 5. Oktober auf 21.9 Grad. Sogenannte Sommertage mit mindestens 25 Grad, wie es sie in den heißen Jahren 2018 und 2019 auch im Oktober noch gab, wurden diesmal aber nicht registriert. Es gab dagegen auch schon recht kalte Tage. So sank das Thermometer etwa am 10. Oktober auf bis zu -1,3 Grad ab, in Bodennähe auf bis zu -4,3 Grad. Erster Bodenfrost, "das war sicherlich der erste Tag dieses Herbstes, an dem viele Gärtner geschimpft haben", vermutet Anja Juckeland.

Landwirte zufrieden mit Oktober

Damit geht das Wetterjahr von einem feuchten Sommer über in einen Herbst, der offenbar wieder deutlich zu trocken ausfällt. Allerdings, der recht trockene Oktober geht aus Sicht von Robert Otto, Vorstand der Agrargenossenschaft Eibau, in Ordnung. Zwar kam auch im September nur die Hälfte des Regen-Solls an, die Werte im Juni, Juli und August dagegen lagen teils sogar über dem langjährigen Mittel. "Das sorgte gerade bei der Getreideernte für Schwierigkeiten". Zum Beispiel habe der viele Niederschlag im August die Getreideernte stark nach hinten verschoben. Insofern habe sich der trockene Oktober eher positiv ausgewirkt, etwa auf die Aussaat oder die Mais-Ernte, erzählt Otto.

In den kommenden Tagen dagegen ist erst mal mit Schauern zu rechnen, erklärt Anja Juckeland. Das Hochdruckgebiet "Rosamunde", das in der vergangenen Woche Tiefdrucklagen abhielt, ist abgezogen. Eine westlich, also aus Richtung Atlantik, geprägte Wetterlage nimmt Einfluss. "Es kommt jetzt eine Kaltfront, die Schauer und vereinzelt Gewitter mitbringen kann", sagt Anja Juckeland. Am Dienstag soll diese Kaltfront durchgezogen sein, danach erwarte der DWD ein wechselhaftes Wetter mit starker Bewölkung. 12 Grad werden in der Görlitzer Region am Dienstag höchstens erwartet, am Mittwoch maximal zehn und am Donnerstag etwa acht Grad. Im Gebirge können sogar erste Flocken fallen.